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Medien

Mastens Stimme

Seit Jahresbeginn ist mit “Vox News Südtirol” ein neues Südtiroler Nachrichtenportal online. Wer das Projekt finanziert und wer hinter dem neuen Medium steht.
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Thomas Sigmund redet nicht lange um den Brei herum. „Wir sind noch in einer absoluten Testphase“, sagt der Meraner Publizist, „und arbeiten derzeit alle ehrenamtlich an dem Projekt“. Es gebe weder großartige Geldgeber noch geheime Hintermänner. 
Seit 1. Jänner 2019 ist ein neues Südtiroler Onlineportal an den Start gegangen: “Vox News Südtirol”. Der Untertitel: „Die andere Stimme Südtirol“.
In der Selbstdarstellung heißt es:
 
„Der Online-News-Dienst “Vox News Online” wurde im Jahr 2018 gegründet.
Wir stehen am Beginn unserer Reise, die wir unternommen haben, eine große Veränderung für unser Land im Allgemeinen und für unsere Leser im Besonderen zukünftig zu bewirken. 
Unsere Seiten befinden sich jedoch noch im Test-Modus. 
Auch bauen wir an einer funktionierenden Redaktion und einem schreibfreudigen Redaktionsteam. 
Wir bitten daher um Verständnis und um Geduld, wenn noch nicht alles hundertprozentig funktioniert oder wenn wir nicht genauso aktuell sein können, wie andere eingespielte und etablierte Online-Zeitungen.“
 

Die Köpfe

 
Hinter “Vox News Südtirol” steht offiziell der Verein „VOX NEWS Tirol“. Die Köpfe sind zwei durchaus bekannte und schildernde Figuren.
Als Herausgeber fungiert Christian Masten. Der Meraner Masten war Chef der Kaufleutevereinigung, SVP-Landtagskandidat und Besitzer eines Traditionsunternehmens. Lange von der Macht im Land hofiert, fiel der unkonventionelle Unternehmer auch durch Eigenverschulden in Ungnade. Nach dem Konkurs seiner Unternehmen wurde Masten fallen gelassen.
Christian Masten ist inzwischen als selbstständiger Unternehmer und Berater tätig. Daneben engagiert er sich im Verein „Robin Hood Tirol“ und die Südtiroler Plattform für Alleinerziehende. Masten trat dabei mehrmals mit schweren Vorwürfe gegen den richterlichen Jugendschutz und das System der Sozialassistentinnen an die Öffentlichkeit. Für “Vox News Südtirol” fungiert Masten als Herausgeber aber auch als Kommentator. Das neuen Medienunternehmen hat seinen Sitz auch an der Wohnadresse von Masten in Dorf Tirol.
 
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Herausgeber Christian Masten: Vom System Südtirol fallen gelassen.

Chefredakteur der neuen Onlineplattform ist Thomas Sigmund. Auch seine Geschichte ist bekannt. Der Meraner Publizist arbeitete jahrzehntelang als Mitarbeiter bei „Radio Tirol“, zeichnete für die Pressearbeit des Weißen Kreuzes verantwortlich, und war Geschäftsführer des Vereines „Kaufleute Aktiv Meran“, sowie Präsident des Jugendtreffs „Jungle“.
Innerhalb wenige Monate bricht 2011 auch die Welt von Thomas Sigmund zusammen. Ein Polit-Skandal erschüttert Kaufleute Aktiv, gleichzeitig wird wegen Sigmunds Engagement in der Jugendarbeit ermittelt und schließlich wird Sigmund in Prag wegen angeblicher Unzucht verhaftet.
Nach mehreren Monaten Haft in Tschechien wird der Meraner aber freigesprochen und als unschuldig entlassen. Sigmund wird auch in allen anderen Verfahren in Südtirol im Frühjahr 2018 freigesprochen.
 
 

Das Radioprojekt

 
Natürlich ist meine private Geschichte auch Ausgangspunkt für dieses Projekt“, sagt Thomas Sigmund zu salto.bz. Sigmund schwebt eine Art Sprachrohr für Menschen vor, die sich in und durch die Südtiroler Medien verleumdet fühlen.
Sigmund ist für “Vox News Südtirol” presserechtlich verantwortlich. Auch das ist für den Meraner Kämpfer eine Rehabilitation. Denn nach seiner Verhaftung in Prag wurde der Publizist von der regionalen Journalistenkammer äußerst schnell aus dem Journalistenalbum gestrichen.
 
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Chefredakteur Thomas Sigmund: „Natürlich ist meine private Geschichte auch Ausgangspunkt für dieses Projekt“.

Thomas Sigmund klagte dagegen und bekam in zweiter Instanz Recht. Die lebenslange Streichung aus dem Berufsalbum wurde in eine Suspendierung von einem Jahr umgewandelt. Seit 2016 ist Sigmund wieder offiziell Publizist und kann damit auch Chefredakteur und Direktor des neuen Onlineportals sein.
Dabei hatten Masten und Sigmund anfänglich etwas ganz anderes im Sinn. Vox Südtirol sollte eigentlich ein Radioprojekt werden. Man verhandelte auch mit einem Südtiroler Radiobesitzer. Doch am Ende platzte die Zusammenarbeit.
Wir wollen es jetzt mit diesem Onlineprojekt versuchen“, sagt Thomas Sigmund. In der Hoffnung, dass es genug Leser, Werbekunden und Interessierte gibt, die eine andere Stimme in Südtirol hören und unterstützen wollen.
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Kommentare

Bild des Benutzers kurt duschek
kurt duschek 03.01.2019, 12:18

....mal sehen, abwarten und Tee trinken. Se sono rose fioriranno!

Bild des Benutzers Ba Buschka
Ba Buschka 03.01.2019, 14:59

Da haben sich zwei gefunden.

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Servus Leute 03.01.2019, 22:14

a bissl untergriffig, vor-verurteilend
sigmund ist freigesprochen worden. punkt aus amen, das hat zu gelten.
wärs die RM würde ba buschka sich ja empören, aber anderswo darf man ja ans bein pinkeln.

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 03.01.2019, 22:22

Respekt. Dass Salto einem direkten Konkurrenten eine Bühne bietet zeugt von Sportlichkeit und Fairness! Man darf auf die Blattlinie von VOX Südtirol gespannt sein.

Bild des Benutzers Günther Alois Raffeiner
Günther Alois Raffeiner 04.01.2019, 06:45

Hoffentlich nehmen Sie auch die einseitige Berichterstattung der Athesia Medien unter die Lupe,wäre höchst an der Zeit.Herr Franceschini danke für die INFO !

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 04.01.2019, 07:46

Verständnisfrage: warum wurde Thomas Sigmund aus dem Berufsverzeichnis (nicht "Album") der Journalisten ein Jahr lang suspendiert, wenn er unschuldig war? Wurde ihm noch etwas anderes zur Last gelegt?

Bild des Benutzers Thomas Sigmund
Thomas Sigmund 04.01.2019, 12:12

@Robert Tam... Verständnisantwort: Die Sache ist komplex und die Hintergründe selbst ein Krimi, dessen Verantwortliche aufgrund ihrer Stellung sich gut zu verstecken und schützen wissen. Jedenfalls: Ein Disziplinarverfahren klärt nicht die Frage nach Schuld oder Unschuld, das machen Gerichte. Ein Disziplinarverfahren bewertet eine private oder berufliche Verhaltensweise und die Frage, ob sie mit der Ethik bzw. der Würde des Berufsstandes vereinbar ist. Laut Art. 39 des Gesetzes 69/1963 werden Mitglieder der Journalistenkammer automatisch suspendiert, wenn gegen diese Haftbefehl oder Haftantrag erlassen wird. Für mich steht das im Widerspruch zum Art. 27 der italienischen Verfassung. Aber diese Frage ist anderswo und anderswie zu klären. Wenn Sie sich näher mit meiner Geschichte beschäftigen möchten, können Sie mich gerne kontaktieren.

@Ba Buschka Ihr Kommentar ist tatsächlich "untergriffig". Zum einen, weil jeder Mensch in einer demokratischen Zivilgesellschaft und einem Rechtsstaat immer eine zweite Chance verdient hat. Mit anderen Worten, ist die Strafe oder Bestrafung abgebüßt, so hat der Betroffene Anrecht darauf wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein. Zum anderen möchte ich schon die Frage stellen, was wenn nach einem langwierigen Gerichtsweg die Unschuld der Person festgestellt wird? Nachdem diesen Personen aufgrund einer vorverurteilenden Berichterstattung sowie den daraus resultierenden Folgen in den meisten Fällen zu Unrecht alles genommen wurde (Ehre und Ansehen, Eigentum und Besitz, soziales und berufliches Leben), haben diese Menschen auch Anrecht "nur" auf eine zweite Chance?

Diese Menschen müssten eigentlich für das erlittene Unrecht, die Falschbeschuldigung und die auch die mediale Diffamierung entschädigt werden. Aber das passiert nicht automatisch. Sogar die Prozesskosten für ihre Verteidigung müssen die (zu Unrecht) Beschuldigten letztlich selber tragen. Und für den zivilen Gerichtsweg, um etwa gegenüber Medien Schadensansprüche geltend zu machen, müssen sie auch in Vorleistung gehen. Ein Zustand, der in einer demokratischen Zivilgesellschaft und in einem Rechtsstaat aus meiner Sicht nicht tragbar ist. Und in Südtirol - und das ist die Wahrheit - gibt es leider viel zu viele Menschen, die aufgrund von nicht bewiesenen Beschuldigungen zunächst einmal in den Medien, wie die letzte Sau durchs Dorf getrieben wurden. Mit schrecklichen Folgen für diese.

Und dann kommen Sie mit Ihrem Kommentar "Da haben sich zwei gefunden". Das kotz mich an und macht mich stinkwütend. Was erlauben Sie (Ba Buschka) sich da eigentlich? Was wissen Sie schon von mir und Herrn Masten? Woher nehmen Sie sich das Recht über mich und Herrn Masten zu urteilen? Nur weil Ihnen der Autor des Artikels ein paar Ereignisse aus der Vergangenheit von zwei Menschen präsentiert hat, erlauben Sie sich unter dem Deckmantel der Anonymität ("Ba Buschka" ist wohl kaum ihr Klarname) einen mehr als dummen Spruch loszulassen. Schämen Sie sich dafür. Als Kommentarschreiber und als Mensch.

Bild des Benutzers Robert Tam...
Robert Tam... 12.01.2019, 16:24

Hallo Thomas,

zu allererst: "Verständnisantwort?“" Sonderbares Wort, aber egal.

"Laut Art. 39 des Gesetzes 69/1963 werden Mitglieder der Journalistenkammer automatisch suspendiert, wenn gegen diese Haftbefehl oder Haftantrag erlassen wird. Für mich steht das im Widerspruch zum Art. 27 der italienischen Verfassung."
Ganz Deiner Meinung. Allerdings wurdest Du ein Jahr lang suspendiert, mir ist weiterhin nicht klar warum. Aber ich kann verstehen, dass Du einen vergangenen Fehltritt (falls es einen gab) nicht öffentlich kundtun möchtest.

Was Ba Buschka betrifft, lass Dich nicht ärgern. Ihre (ich gehe vom Schreibstil davon aus, dass es eine Frau ist) Kommentare sind des Öfteren etwas daneben.

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