Advertisement
Posten

In Lauerstellung für Landesregierung

Jasmin Ladurner will in die Landesregierung. Die JG stärkt ihr den Rücken – und drängt Maria Hochgruber Kuenzer an den Rand. In der Lega geht das Kräftemessen weiter.
Advertisement

Um 10.30 Uhr unterzeichnen SVP und Lega ihr Regierungsabkommen für die XVI Legislaturperiode. Öffentlichkeitswirksam haben die (aktuellen) Fraktionssprecher der beiden Parteien, Philipp Achammer und Carlo Vettori zur “Vorstellung der Regierungsvereinbarung” in das Foyer des Südtiroler Landtages geladen. Hinter den Kulissen läuft indes ein Kräftemessen in beiden Parteien um die Besetzung der Landesregierung.

Am Dienstag hat Jasmin Ladurner ihre Stimme erhoben. Sie will in die Landesregierung. “Ich möchte für unser Land und unsere Themen alles geben und aus diesem Grund bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen”, lässt die politische Newcomerin am frühen Abend per Presseaussendung ausrichten. Die Junge Generation der SVP stellt sich demonstrativ hinter ihre ehemalige Kandidatin und nunmehrige Landtagsabgeordnete. “Bereits mit dem Wahlerfolg und dem Einzug von Jasmin Ladurner in den Südtiroler Landtag haben die Südtirolerinnen und Südtiroler gezeigt, dass sie uns Jungen vertrauen und dass uns Verantwortung übergeben werden darf. Nun wäre es unserer Meinung nach nur konsequent und schlüssig, wenn man Jasmin Ladurner einen Regierungsauftrag erteilen würde”, schreibt der JG-Vorstand um Stefan Premstaller.

Gleich nach ihrer Wahl am 21. Oktober war Ladurner als mögliche Landesrätin ins Gespräch gekommen. Später hieß es auch, sie könnte in die Regionalregierung berufen werden. “Ich würde mich geehrt fühlen”, so die gebürtige Partschinserin, die Mitte Dezember ihren 25. Geburtstag gefeiert hat.

Inzwischen schien sich das Blatt zugunsten von Maria Hochgruber Kuenzer gewendet zu haben. Die Bauernvertreterin – selbst sagt Kuenzer von sich, ihre politische Arbeit sei mittlerweile “viel mehr” als reine Landwirtschaftsagenden – hatte noch vor den Wahlen erklärt, “nicht um jeden Preis Landesrätin” werden zu wollen. Doch weil die Lega keine Frau entsenden wird und es neben Waltraud Deeg noch mindestens eine weitere Frau in der Landesregierung braucht, waren Hochgruber Kuenzer die besten Aussichten auf einen Posten in der Exekutive eingeräumt worden. Als Bauernbund-Kandidatin und Pustererin – auch Deeg stammt aus dem Pustertal – stieß eine mögliche Landesrätin Hochgruber Kuenzer SVP-intern aber auf Widerstand. Auch, weil sie nicht als Favoritin von Landeshauptmann Arno Kompatscher gilt. Hochgruber Kuenzer könnte von der SVP als Landtagspräsidentin eingesetzt werden.

Am kommenden Montag (14. Jänner) wird der SVP-Parteiausschuss über die Besetzung der Landesregierung und die Ressortverteilung befinden. Abzuwarten bleibt, wie das Aufbegehren des Bezirks Vinschgau ausgehen wird. Der Westen beharrt weiterhin auf einen Landesrat Sepp Noggler – dafür solle die SVP-Parteispitze bei der Lega durchsetzen, dass sie Rita Mattei als Landesrätin entsendet.

Dabei ist es mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass die Lega mit Massimo Bessone und Giuliano Vettorato einen Vertreter beider parteiinternen Lager für die Landesregierung stellen wird. Und auch in der Lega gehen die Wogen hoch. Roberto Calderoli hat noch nicht grünes Licht gegeben. Weder für die italienische Übersetzung des 58-seitigen Abkommens. Noch dafür, wer die kommenden Jahre italienischer Landeshauptmann-Stellvertreter wird. In der SVP steht Massimo Bessone als meist Gewählter höher im Kurs, während Vettorato in seiner Partei auf mächtigen Rückenwind aus Mailand zählen darf. Am Ende aber steht es dem Landeshauptmann zu, seinen Vize zu bestimmen.

Advertisement

Verknüpfte Artikel

Bitte melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Advertisement