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Eins-Eins-Zwei

Im Notfall geeint

Rund 600 Mal am Tag wird die Einheitliche Notrufnummer 112 in Südtirol gewählt. 65 Prozent sind echte Notfälle, die Hälfte davon betreffen Einsätze der Rettungsdienste.
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“Heute ist Europäischer Tag des Notrufs 112. Von Glückwünschen via Telefon bitten wir abzusehen.” Mit diesem Gag erinnern die Macher der ZDF-Comedysendung “heute show” auf Twitter an das heutige Datum. 2009 hat die EU den 11. Februar – wegen der im Datum enthaltenen gleichen Ziffern – zum jährlichen Europäischen Tag des Notrufs 112 erklärt. Seit Oktober 2017 ist auch in Südtirol die Einheitliche Europäische Notrufnummer aktiv. Weißes und Rotes Kreuz, Feuerwehr, Bergrettung, Polizei, Carabinieri sind unter der Eins-Eins-Zwei zu erreichen.

 

600 Mal am Tag 112

Fast 220.000 Mal wurde diese Nummer 2018 gewählt. Exakt 219.819 Anrufe wurden im Vorjahr über die Einheitliche Notrufzentrale abgearbeitet (zum Vergleich: im Trentino waren es 129.452 Anrufe), am meisten (21.433) im August, weiß Marc Kaufmann zu berichten. Als Primar ist er für die Rettungs- und Notfallmedizin zuständig und zog am Montag Vormittag beim Tag der Offenen Tür in der Notrufzentrale Bilanz. Im Durchschnitt erreichen die 24 Stunden besetzte Notrufzentrale 18.000 Notrufe im Monat, 600 am Tag. “Bei den Unwettern Ende Oktober und dem Verkehrschaos nach den starken Schneefällen Anfang Februar waren es doppelt so viele”, so Kaufmann.

112 am 11.02.

“Enormer Qualitätssprung”: Landeshauptmann Kompatscher mit Primar Marc Kaufmann (1.v.l.) und Regierungskommissär Vito Cusumano (2.v.r.) (Foto: LPA/Maja Clara)

Wer 112 wählt, landet in der Einheitlichen Notrufzentrale (ENZ). Dort werden die Anrufe eingestuft und gegebenenfalls an die zuständigen Rettungs- bzw. Einsatzkräfte weitergeleitet. Als “enormen Qualitätssprung” und “autonomiepolitische Errungenschaft” bezeichnet Landeshauptmann Arno Kompatscher die Einführung der Einheitlichen Notrufnummer in Südtirol. Denn anders als im restlichen Staatsgebiet, wo es eine Notrufzentrale je drei Millionen Einwohner gibt, verwaltet die Region Trentino-Südtirol den Dienst selbstständig.

 

Notrufzentrale als Filter

Nur 65 Prozent aller Anrufe wurden 2018 als Notfälle herausgefiltert. Rund 35 Prozent waren keine Notfälle, Fehlanrufe oder Mehrfachmeldungen. “Die kompetenten Leitstellen werden demnach von rund einem Drittel der Anrufe entlastet”, betont Kaufmann.

Nur mehr 15 Prozent aller Notrufe werden über ein Festnetz getätigt. 85 Prozent werden über Mobiltelefone abgesetzt, davon aktuell knapp vier Prozent (rund 600 Anrufe pro Monat) über die App “Where are You”. “Ein wesentlicher Qualitäts- und Planungsmarker für eine Leitstelle oder weiter gefasst für die Einsatzorganisationen ist die Hilfsfrist, also die Zeit vom Notruf bis zum Eintreffen professioneller Hilfe", erklärt Marc Kaufmann. Bei über 90 Prozent aller Notrufe liegt die Antwortzeit unter vier Sekunden, die Bearbeitungszeit in der ENZ beträgt im Mittel 30 Sekunden. Dann steht fest, ob tatsächlich ein Notfall vorliegt, wo Hilfe benötigt wird und ob Rettungsdienst (50 Prozent), Feuerwehr (knapp 10 Prozent) oder Exekutive (40 Prozent) aufgeboten werden müssen.

 

Rettungsorganisationen und Einsätze 2018

Nach den Anrufen rückt ein Netz von Rettungsorganisationen mit freiwilligen und hauptberuflichen Helferinnen und Helfern aus. Die Zahlen des Jahres 2018 präsentierten Bevölkerungsschutzlandesrat Arnold Schuler, Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, Ressortdirektor Klaus Unterweger, der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger sowie Vertreter der Rettungsorganisationen am Montag Vormittag.

Landesrettungsverein Weißes Kreuz: 33 Sektionen mit 3.442 freiwilligen und 418 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 58.805 Rettungseinsätzen über die Landesnotrufzentrale
Italienisches Rotes Kreuz: 6 Sitze mit 861 ehrenamtlichen und 53 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 11.860 Rettungseinsätzen
Bergrettungsdienst im Alpenverein Südtirol: 35 Rettungsstellen mit 987 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 1.422 Ausrückungen
Südtiroler Berg- und Höhlenrettung (Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico CNSAS): 21 Bergrettungs- und 1 Höhlenrettungsstelle mit 708 Mitgliedern und 1.512 Einsätzen
Freiwillige Feuerwehr: 306 Freiwillige Feuerwehren mit 13.053 aktiven Mitgliedern und über 11.500 Einsätzen
Flugrettung: 3.566 Einsätze

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