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Bessone hisst die weiße Fahne

Massimo Bessone ist als Südtiroler Lega-Chef zurückgetreten. Die Parteiführung übernimmt der Mailänder Maurizio Bosatra – ein Mann des Anti-Bessone-Lagers.
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Auf Facebook wird Massimo Bessone derzeit mit Dankesworten und Glückwünschen überhäuft. Sogar aus Sardinien und Venedig kommen die Huldigungen. Der Anlass dazu aber ist für den 49-jährigen Brixner selbst kein freudiger: Am Montag Nachmittag hat Massimo Bessone seinen Rücktritt als Südtiroler Lega-Chef bekannt gegeben.

Er wolle sich “voll und ganz meiner neuen Aufgabe als Landesrat widmen. So die offizielle Erklärung, mit der Bessone an die Öffentlichkeit tritt. Doch die wahren Hintergründe sind andere.

Vor knapp zwei Jahren wurde Massimo Bessone zum lokalen Lega-Koordinator bestellt. Als solcher “war er immer für die Partei da. Selbst als es für die Lega nicht so gut lief, ist er immer gerade gestanden, wissen jene, die Bessone seit Längerem kennen. Intern aber tobt ein Machtkampf in der in zwei Lager gespaltenen Südtiroler Lega. Die schleichende Entmachtung Bessones begann im Zuge der Landtagswahlen. Im letzten Moment setzte die Mailänder Parteizentrale mit dem Leiferer Stadtrat Giuliano Vettorato einen Widersacher Bessones auf die Kandidatenliste. Zu den Regierungsgesprächen mit der SVP wurde Filippo Maturi entsandt – auf Anweisung von Roberto Calderoli. Landeshauptmannstellvertreter wurde schließlich dank Diktat von Matteo Salvini nicht Bessone, sondern Vettorato. Der Gnadenstoß sollte schließlich mit seiner Absetzung als Lega-Koordinator folgen. Dem ist Bessone nun zuvor gekommen.

“Die Leute mögen mich. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass mein Einsatz auch in Rom und Mailand geschätzt wird.” Ein bezeichnender Satz, den Bessone am Tag seines Rücktritts über die Lippen kommt.
Seinen Posten an der Spitze der Südtiroler Lega wird nun – interimsmäßig, bis zu den Neuwahlen des Koordinators – Maurizio Bosatra übernehmen. Der Mailänder gilt als Roberto Calderolis rechte Hand, Unterstützer von Filippo Maturi und hat im Herbst die Last-Minute-Kandidatur von Giuliano Vettorato durchgedrückt. Bereits 2010 war Bosatra als kommissarischer Verwalter der Südtiroler Lega ernannt worden.

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Kommentare

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 12.03.2019, 18:03

... die Übernahme durch Mailand beginnt... und damit wird sich auch der Ton ändern.

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