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Medien

Doppelter Nikolaus

Das Land hat die Beiträge für die Medienförderung 2017 vergeben. Ingesamt wird weniger Geld als 2016 verteilt. Dafür fällt die römische Förderung üppig aus.
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Die offizielle Leseart ist einfach: Weil die Antragssteller zugenommen haben, nehmen die Beträge für die einzelnen Empfänger leicht ab.
Die Wirklichkeit aber sieht anders aus: Athesia übernimmt immer mehr Medien und bekommt deshalb auch immer mehr Geld vom Land.
Am 30. Oktober hat die Direktorin der Abteilung Wirtschaft Manuela Defant zwei Dekrete zur Genehmigung der „Zuschüsse an Rundfunk- und Fernsehsender sowie Online-Nachrichtenportale“ unterzeichnet. Es handelt sich dabei um die Medienförderung des Landes für das Jahr 2017.
Das Amt für Amt für Handel und Dienstleistungen vergibt dabei insgesamt 1.442.974,83 Euro.
 



42 Prozent an Athesia

 
Der Löwenanteil davon geht – wie auch in den Jahren zuvor - an den Athesia-Konzern.
Die „Athesia Druck GmbH“ bekommt für ihr Onlineportal STOL 106.268,60 Euro, für südtirolnews“ 39.029,25 Euro und für „Sportnews“ 33.049,26 Euro. Dazu muss man 11.708,23 Euro rechnen, die „Bezirksmedien GmbH“ für die Online-Ausgabe des „Der Vinschger“ erhält, wie auch 6.192,85 Euro für die „Qui Media“. Weil auch der Alto Adige mehrheitlichen dem Ebnerverlag gehört, kommen auch dort weitere 100.665,95 Euro dazu.
Aber auch auf dem Radiosektor spielt der mächtige Konzern ganz oben mit. 168.393,82 Euro bekommt die Athesia-Tochter „On Air Gmbh“ für den Radiosender Südtirol 1 und die „RTT Radio Television Tirol GmbH“ 81.193,12 Euro für „Radio Tirol.“ Die Athesia hat über ihre Radiotöchter inzwischen aber auch die Teleradio Vinschgau Gmbh (30.861,09 Euro) und „Radio Nord“ (18.029,75 Euro) übernommen.
Insgesamt sind es 595,381,92 Euro, die in Richtung Ebner-Verlag fließen. Das heißt knapp 42 Prozent der gesamten Förderung für das Jahr 2017 gehen an den Südtiroler Medienkoloss Athesia. 2016 hatte das Land insgesamt 1.800.000 Euro an Medienförderung ausgezahlt. Damals bekam die Athesia mit seinen vielfältigen Medienprodukten rund 30 Prozent der Gesamtförderung.

Der Rest

 
Das Land unterstützt auch drei Fernsehsender. So bekommt die „Rosengarten Gmbh“ für Videobolzano 33 123.655,98 Euro und ihren deutschsprachigen Sender SDF 105.995,43 Euro aus dem Landestopf. Ebenso wird Alto Adige TV mit 45.558,57 Euro unterstützt.
Bei den Radios werden außerhalb der Athesia-Sender Radio Holiday mit 54.539,75 Euro, Radio 2000 mit 50.780,15 Euro, Grüne Welle mit 42.136,86 Euro, Radio Nbc mit 38.554,63 Euro, Radio Gherdeina mit 29.743,35 Euro, Radio Sonnenschein mit 20.423,34 , das Stadtradio Meran mit 18.400,94 Euro, Erf Südtirol mit 19.201,15 Euro, Radio Sacra Familia mit 18.751,56 Euro, Radio 2000 Bozen mit 17.679,12 Euro und der Südiroler Rundfunk mit 14.363,79 Euro unterstützt.
 
Athesia Kalender

Athesia: Geld aus Rom und aus Bozen.

Bei den Onlineportalen hingegen bekommt Tageszeitung Online 56.5391,05 Euro, Salto.bz 30.626,85 Euro (rund 2.000 Euro weniger als 2016), Unsertirol24.com 19.715,21, das ladinisches Onlineportal LaUsc.it 14.981,03 Euro, Economyst.info 14.971,61 Euro, Barfuss 14.561,14 Euro, Alto Adige Innovazione 12.432,90 Euro, Brixner Info 11.129,01 Euro, Der Erker 10.577,36 Euro und der Veranstaltungskalender Bzup.it 5.547,77 Euro.
 

Römischer Nikolaus

 
Zu diesen Fördermitteln des Landes muss man aber auch die sehr üppigen staatlichen Förderungen rechnen. Diese gelten für Online-Medien nicht, sehr wohl aber für Tageszeitungen, Fernsehen und Radios. 
Über das Fördergesetz für Minderheitenzeitungen bekommt die „Athesia Druck GmbH“ jährlich vom Ministerratspräsidium über 1.600.000 Euro für die Tageszeitung Dolomiten. Auch die Neue Südtiroler Tageszeitung kommt auch in den Genuss dieses staatlichen Hilfe. Für sie gibt es jährlich rund 880.000 Euro aus Rom.
Geld vom Staat bekommen aber auch die Fernsehsender. Knapp 75 Millionen Euro gab der Staat 2016 dafür aus. Anfang Oktober wurden jetzt per Dekret die staatlichen Förderbeiträge festgelegt.
Die Rosengarten Gmbh erhält demnach für Videobolzano 33 515.569,37 Euro aus Rom. Auch für die Radios schüttet das Wirtschaftsministerium üppige Beiträge aus. Knapp 11 Millionen Euro waren es italienweit im Jahr 2016 .
Südtirol 1 bekommt 139.153,78 Euro, Radio Tirol 101.531,39 Euro, Radio NBC 102.161,35 Euro, Radio 2000 78.638,28 Euro, Radio C - Die Antenne 62.018,02 Euro, Radio Gherdeina 46.043,03 Euro und Radio Holiday 30.292,98 Euro.
Demnach können sich die Südtiroler Fernseh- und Radiosender freuen: Sie erhalten eine doppelte öffentliche Medienförderung.
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Kommentare

Bild des Benutzers Andreas gugger

Doppelter Mattarella

+1-11
Bild des Benutzers Hartmuth Staffler

""Damals bekam die Athesia mit seinen vielfältigen Medienprodukten rund 30 Prozent der Gesamtförderung". Die Athesia bekommt mit ihren Medienprodukten schon Beiträge genug. Warum soll sie jetzt mit seinen (wer ist dieser geheimnisvolle Mann??) Medienprodukten nochmals Geld bekommen?

Bild des Benutzers Robert Tam...

Bei den Onlineportalen wären nicht nur die direkten Beitragssummen, sondern auch die Werbeaufträge durch öffentliche Institutionen interessant.
Dafür, dass Salto so wenige Leser hat, wird es eh schon sehr großzügig bezuschusst. Besonders üppig aber sind die öffentlichen Werbeschaltungen. Es hat sich bisher ausgezahlt, dass die Blattlinie im Grunde Kompatscher-freundlich war (von wegen "Unabhängigkeit kostet").

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