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Kunst

Gastgewerbe trifft Kunst

Die Künstlerin Julia Bornefeld und die Künstler Nicolò Degiorgis und Josef Rainer sind die Finalisten des vom HGV und SKB ausgeschrieben Preises zum HGV-Künstler 2019.
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Von einer fünfköpfigen Jury wurden aus 37 Einsendungen von Südtiroler Kunstschaffenden die drei Künstler Julia Bornefeld, Bruneck, Nicolò Degiorgis, Bozen und Josef Rainer, Brixen, als Finalisten ausgewählt.
Das Gewinnerobjekt, welches einen Bezug zum Hotel- und Gastgewerbe sowie zum Tourismus aufweisen muss, wird anhand eines genauen Kriterienkataloges ermittelt. Im Mittelpunkt stehen dabei Originalität, Qualität und Nachhaltigkeit.  Der mit 5.000 Euro dotierte Preis ist mit einem Auftrag für die Produktion eines Originalwerkes und einer 20-teiligen Edition verbunden. Das eigens für den Wettbewerb produzierte Siegerwerk wird Teil der jungen Kunstsammlung des HGV.
Die limitierten Werke der Edition werden vom HGV als Präsent zu besonderen Anlässen und Auszeichnungen im jeweiligen Jahr vergeben.  Im Mai wird der Preisträger bzw. die Preisträgerin 2019 im Rahmen einer Feier präsentiert.

Julia Bornefeld 

Geboren 1963 in Kiel, Deutschland. Lebt und arbeitet in Berlin und Bruneck. Studium der Malerei an der Fachhochschule für Gestaltung Kiel, Gaststudium an der Accademia delle Belle Arti di Venezia bei Emilio Vedova und an der Akademija Likovna Umjetnost, Ljubljana.  Die Künstlerin komponiert Installationen mit unterschiedlichsten Materialien und Medien durch Ort, -Zeit, -Raum - und Sinnverschiebung. Um den jeweiligen Inhalten so nah wie möglich zu kommen, wechselt sie das Ausdrucksmedium. Zeichnung, Collage, Malerei, Fotografie, Videofilm und Installation ergänzen sich und werden zu einem Gesamtensemble. Installationen entstehen auch durch performanceartige Inszenierungen oder durch Entwicklung filmischer Sequenzen. Einer Musikerfamlie entstammend, beschäftigt sich die Künstlerin seit über zwanzig Jahren an der Dekonstruktion des klassischen Klavierflügels. In Zusammenarbeit mit Musikern erlangen ihre kinetischen Objekte seit einigen Jahren auch akustische Ebenen. Ihre Bildsprache entsteht z. B. aus der inneren Struktur des Bildes oder Objektes, nicht stabil und geschlossen, sondern veränderlich und offen, sie entstehen durch Verwebungen und Vernetzungen unterschiedlichster Materialen, wie z. B. Gummi. Die Löcher, die in dem Prozess der Veränderung zwischen den verwobenen Linien entstehen, sind dabei genauso wichtig, wie die Linien selbst. Bei der Erschaffung eines Kunstwerkes ist es für die Künstlerin nicht interessant, die Dinge oder die Form selbst zu betrachten, sondern die Relationen zwischen den Dingen und den Formen. Nur somit kann es zu Veränderungen kommen.

Nicolò Degiorgis 

1985 in Bozen geboren. Er arbeitet und lebt in Bozen und wechselnden Standorten im Ausland. Er studierte orientalische Sprachen an der Universität Ca’ Foscari in Venedig und an der Capital Normal University of Beijing. Erst während eines Praktikums in Hong Kong beschloss er, sich der Fotografie zu widmen. Er arbeitete bei Magnum Photos in Paris, für internationale Zeitungen, erhielt ein Studienstipendium bei Fabrica/Benetton, war als Visiting Researcher an der Univeristät von Triest und absolvierte eine Künstlerresidenz bei der Fondazione d’arte Bevilacqua La Masa di Venezia. 2014 gründete er den Verlag Rorhof, um seiner Arbeit als dokumentarischer Fotograf in Büchern Ausdruck zu verleihen. Die Bücher, die entstehen, sind echte Kunstobjekte und Sammlerstücke. Er lehrt an der Freien Universität Bozen und im Gefängnis der Südtiroler Landeshauptstadt künstlerische Fotografie. Er ist Co-Kurator in der Galerie foto-forum in Bozen. 2017 hat das Museion in Bozen Nicolò Degiorgis als Gastkurator geladen.

Josef Rainer 

Geboren 1970 in Brixen, wohnhaft ebenso in Brixen. Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München. Stipendien und Arbeitsaufenthalte in London, Dufftown und Wien.  Das Interesse des Künstlers umfasst verschiedene Themenbereiche und ebenso unterschiedliche Ausdrucksformen bzw. Arbeitsweisen. So werden raumbezogene Installationen aus „geschrumpften“ Menschengruppen und realen Gegenständen zusammengesetzt. Diese Kombination erlaubt einen anderen Blick auf diese spezielle, gebaute Welt, führt zu Irritation und regt so zum Nachdenken an. Ebenso werden diese verkleinerten Menschenideen an besonderen Orten installiert, fotografiert und zu großen Fotoarbeiten transformiert. So werden diese Orte konserviert. Oder diese Menschen tauchen plötzlich in entkernten Fernsehgeräten auf und stellen Szenen aus wichtigen Filmen nach. Bewegliche und/oder sprechende Büsten greifen die Automatenkunst der Renaissance auf und überführen diese in die Jetztzeit. Wachsskulpturen entstehen in enger Zusammenarbeit mit Bienen, die bereits bestehende Objekte verändern. Bei Keramiken oftmals in Grundform einer runden Schüssel wird durch das Einbauen von skulpturalen Elementen, häufig der Mythologie entlehnt, der eigentliche Zweck dieser Gebrauchsgegenstände hintertrieben und aufgelöst. Oftmals werden die einzelnen Werke durch Querverweise miteinander verknüpft. So fügen sich die einzelnen Teile der einzelnen Werkzyklen wiederum in ein großes Ganzes.

Bisherige Preisträger:
2016 Sissa Micheli
2017 Ingrid Hora
2018 Robert Pan

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