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Editorial

Irgendwann ist genug!

Müssen wir uns ständig von ungehobelten Kommentatoren beschimpfen lassen? Nein. Warum ich schweren Herzens für die Schließung des Kommentarbereichs auf salto.bz bin.
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Die Mail ist kurz und aussagekräftig:
 
„Mir reicht's. Ich hab keine Lust mehr, mich im neuen Jahr weiter beschimpfen zu lassen, egal wie gscheit oder blöd ich schreib. Ich nehme an, ihr wisst, was ich meine. Bin ja nicht besonders delikat, aber irgendwann ist genug.“
 
Es ist der angekündigte Abschied einer Salto-Kolumnistin. Sie ist nicht das erste Opfer einer ungehobelten und inakzeptablen Bande von Schreibtischtätern und – täterinnen, die seit Jahren (zum größten Teil) unter dem schützenden Deckmantel der Anonymität ihr Unwesen auf Salto.bz treiben. Bereits im Frühjahr haben uns die beiden Blogger Marcella und Hartwig Heine verlassen, zwei ausgezeichnete politische Analysten der ersten Stunde. Aus ähnlichen Gründen.
Einer der bekanntesten Südtiroler Journalisten, ein Salto-Fan der ersten Stunde, der immer wieder auch Beiträge für dieses Onlineportal verfasst hat und es weiterhin gerne tun würde, sagte mir vor einigen Monaten. „Ich würde gerne schreiben, aber diese Vollidioten, die in ihren Kommentaren ausschließlich unter die Gürtellinie zielen...nein, das muss ich mir nicht antun“.
Immer wieder werde ich auch auf der Straße angesprochen. Salto.bz erhält dabei meistens viel Lob. Sehr oft läuft das Gespräch dann aber in dieselbe Richtung: „Oft habe ich schon überlegt, einen Kommentar zu schreiben“, sagen meine Gegenüber sinngemäß, „aber in dieser Gesellschaft macht das einfach keinen Sinn“.
Seit langem ertappe ich mich dabei, dass ich den Kommentarbereich jenes Mediums meide, für das ich presserechtlich verantwortlich bin. Warum? Weil ich mich einfach schäme für die verbalen Ergüsse, die sehr oft unter den Artikeln stehen. Dabei geht es nicht um Kritik oder Lob. Sondern es geht um den Stil, die Kinderstube, die mangelnde Diskussions- und Streitkultur und vor allem den fehlenden Respekt.
 
Ich hab keine Lust mehr, mich im neuen Jahr weiter beschimpfen zu lassen, egal wie gscheit oder blöd ich schreib.
 
Einer der Grundgedanken bei der Gründung von salto.bz vor knapp sechs Jahren war der sogenannte Bürgerjournalismus. Die Überlegung dahinter: Journalismus, Information und Meinung sollten nicht nur von Profis gemacht werden, sondern auch der Mann und die Frau von der Straße sollten mitgestalten, mitrecherchieren und mitschreiben. Vor diesem Hintergrund sollte die Community zu einem der zentralen Bestandteile dieses Projekts werden.
Das Vorhaben ist nicht ganz aufgegangen. Sicher: Aus der Community werden immer wieder hervorragende und interessante Blogs publiziert. Und ich kann Sie nur ersuchen: Getrauen Sie sich und veröffentlichen Sie ihre Meinung, ihre Kritik, ihre Analysen. Unter ihrem Namen und - wenn sie wollen - auch mit ihrem Profilbild.
Dazu aber kommt die Möglichkeit, dass User und Userinnen jeden Artikel kommentieren können. Eine schöne und sinnvolle Funktion - wenn man davon ausgeht, dass dieser Bereich zu einem Diskussionsforum wird, in dem die Leserinnen und Leser kritisieren, anmerken, richtigstellen oder weiterdenken.
Genau das aber passiert im Kommentarbereich von Salto.bz nur selten. Der Grund dafür: Eine Gruppe von Fanatikern hat mit ihren inzestuösen, niveaulosen und zumeist auch völlig sinnlosen Diskussionen diesen Raum in Beschlag genommen. Ihre Lieblingsbeschäftigung: untereinander zu streiten. Dabei schaffen Sie es schnell, jeden „normalen“ Kommentator hinauszumobben.
Dass der Großteil dieser Kommentare dabei mit dem jeweiligen Salto-Artikel nicht das Geringste zu tun hat, sei hier nur angemerkt.
Eine Gruppe von Fanatikern hat mit ihren inzestuösen, niveaulosen und zumeist völlig sinnlosen Diskussionen diesen Raum in Beschlag genommen.
Salto.bz hat – völlig unbescheiden – rund ein Dutzend hervorragender Autorinnen und Autoren, die für diese Online-Portal als Kolumnisten tätig sind. Ich darf mir erlauben, hier aus dem Nähkästchen zu plaudern: Alle arbeiten und schreiben für uns unentgeltlich.
Sie alle könnten durchaus bei bekannteren, publikumswirksameren und renommierteren Zeitungen und Medien gegen Bezahlung arbeiten - und manche tun es auch. Es ist aber ihre Art, mit ihren Namen, ihrem Gesicht und ihren Gedanken und Meinungen dieses Projekt zu unterstützen. Diese Menschen machen uns damit weit mehr als nur eine Liebeserklärung: Ihre Mitarbeit ist einer der wichtigsten Bausteine für das wirtschaftliche und publizistische Überleben diese Mediums. Und es ist ein Geschenk, das Salto.bz zu einem Qualitätsmedium macht.
Es ist mehr als nur ein Zumutung, dass ausgerechnet diese Kolumnisten unter ihren Beiträgen lesen müssen, wieviel sie angeblich mit ihren Artikeln verdienen und dass keines ihrer Worte auch nur einen Cent wert sei.
Dass diese kommentierenden Genies nicht gemerkt haben, dass sie seit Jahren täglich völlig kostenlos Salto.bz konsumieren, und uns vorhalten, wir würden auch noch Steuergelder verschwenden und diese Plattform zum Mülleimer ihres ungenießbaren Senfs machen, macht deutlich, auf welchem geistigen Niveau man sich inzwischen bewegt.
Vielleicht kommt es vor diesem drastischen Schritt doch noch zu einem Akt der Zivilcourage. 
 
Es gibt innerhalb Salto.bz kontroverse und völlig unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Wir haben das Problem vor einigen Monaten auf einer Klausurtagung mit der Redaktion und dem Verwaltungsrat andiskutiert. Es gab dabei vehemente Stellungnahmen für das Ausschalten der Kommentarfunktion. Aber auch überzeugte Plädoyers für das Festhalten daran und die Wichtigkeit der User-Kommentare. 
Ich würde sagen, noch überwiegt letztere Position. Der Verwaltungsrat hat eine Arbeitsgruppe einberufen, die sich mit dieser Problematik auseinandersetzt und eine neue Netiquette entwirft, die – nach Ansicht aller – dringend notwendig ist.
Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Und Sie alle werden zeitgerecht über Neuerungen informiert werden.
Diese Gedanken sollen Anregung zu Überlegungen und zur Diskussion sein. Aber auch eine Art Weckruf.
Deshalb sind diese Gedanken ausschließlich meine persönlichen Überlegungen als Chefredakteur von Salto.bz. 
Sie sollen Anregung zu Überlegungen und zur Diskussion sein. Aber auch eine Art Weckruf.
Mir jedenfalls reicht´s. 
Ich habe kein Problem damit, kritisiert zu werden. Wer austeilt, der muss auch einstecken können. Aber es gibt Grenzen.
Salto.bz ist kritisch, unbequem, wir machen Fehler, wir schlagen manchmal auch über die Stränge. Aber eines ist für uns unerlässlich: Respekt vor dem Menschen. Dieser Respekt ist ein roter Faden, der sich durch alle Artikel und Beiträge der Redaktion, aber auch der Kolumnisten zieht. Es ist unsere Richtschnur. Und um einem möglichen Pseudoargument der verbalen Wüteriche zuvorzukommen: Ja, auch in der Rubrik "Pollo der Woche" - egal, wie man dazu stehen will - bestand dieser Respekt stets.
Deshalb können und müssen wir auch Respekt vor uns und unserer Arbeit verlangen. Vor allem von jenen Zeitgenossen, die nicht einmal die Courage haben, mit ihrem richtigen Namen und ihrem Gesicht zu ihrem verbalen Gepöbel zu stehen. 
Mein Wunsch für das neue Jahr ist deshalb die Schließung des Kommentarbereichs. Es ist ein Wunsch, den ich schweren Herzens äußere. 
Aber vielleicht kommt es vor diesem drastischen Schritt doch noch zu einem Akt der Zivilcourage. 
Und Sie schreiben und kommentieren und machen deutlich, dass die Anhängerschaft von Salto nicht nur aus diesen Trollen besteht!
 
In der Hoffnung, dass Sie uns - so oder so - auch 2019 als Leser, Abonnenten, Unterstützer, Werbekunden und Wegbegleiter treu bleiben, darf ich Ihnen ein gutes neues Jahr wünschen.
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Kommentare

Bild des Benutzers kurt duschek
kurt duschek 01.01.2019, 03:56

...Kompliment zu diesen klaren Worten. Ich persönlich hoffe, dass in Salto.bz weiterhin kommentiert werden kann. Ich wünsche mir Kommentatoren die nicht anonym schreiben.

Bild des Benutzers Harald Knoflach
Harald Knoflach 02.01.2019, 15:47

1. schützen Klarnamen nicht vor dem im Artikel beschriebenen Phänomen. Ein Blick auf Facebook genügt.
2. ist die Anonymität ein Grundpfeiler der Freiheit des Internets und Freiheit aufzugeben ist immer eine Gratwanderung. Genausogut könnten wir jeden Winkel videoüberwachen (wie das viele Rechtspopulisten fordern), denn wer nichts angestellt hat, hat ja nichts zu befürchten. Das ist aber nicht die Welt, wie ich sie mir vorstelle und in der ich leben möchte.
3. überdies ist das Internet - so paradox es klingt - der wohl unanonymste Ort der Welt. Egal ob ich nun mit Klarnamen oder unter Pseudonym kommentiere.

Bild des Benutzers Re El
Re El 01.01.2019, 08:07

Ich finde es geht nur um einige wenige, würde man die per netiquette „wundersam“ entfernen, könnt das forum schnell wieder blühen!

Bild des Benutzers Paul Stubenruss
Paul Stubenruss 01.01.2019, 08:22

Bitte nicht abschaffen. Bei ellenlangen Artikeln lese ich oft zuerst die Kommentare, denn ist das für mich eine Inhaltsangabe des Artikels. Die Anonymität sollte sofort abgeschafft werden. Ich selbst schreibe immer mit vollen Namen. Gibt man diesen als Suchbegriff ein dann findet man mehrmals meine Adresse mit Telefonnummer. Bisher hat mich noch niemand kontaktiert. Umgekehrt sollte sich der Community-Schreiber Herr Julian Mayr in der Wortwahl auch zurückhalten. Im Artikel zum Klimawandel nennt er die Kommentatoren: Ignorant und verblendet. Herrn Mummelter musste ich einmal im Kommentar fragen ob er auch Stotterer nicht zu Wort kommen lassen will. Nicht jeder kann ohne Fehler schreiben und Herr Mummelter sollte sich in seiner Wortwahl zurückhalten wenn jemand die Grammatik nicht beherrscht.
Zur finanziellen Lage: Ich wollte schon eine Bannerwerbung für einen Monat auf Salto schalten. Das Angebot war mir aber zu hoch. Man könnte doch klein anfangen und wenn es sich für mich lohnen würde dann würde ich die Werbung weiterlaufen lassen. Und wenn es sich gut lohnt auch mehr bezahlen.
Wünsche der Redaktion alles Beste für 2019

Bild des Benutzers Julian Mayr
Julian Mayr 01.01.2019, 15:10

Sehr geehrter Herr Stubenruss, ich danke Ihnen für die viele Aufmerksamkeit, die Sie mir widmen. Meine Wortwahl finde ich angesichts einiger Äußerungen gewisser KommentatorInnen (im Konkreten geht es um eine Nutzerin, auf die ich mich bezog) nicht ungerechtfertigt. Wer Menschen, die der Wissenschaft glauben schenken, jegliche Vernunft abspricht, der muss sich meine, zugegeben provokative, Wortwahl gefallen lassen. Meine Intention ist es aber nicht, andere zu beleidigen. Ich gehe lediglich auf Kommentare ein und bewege mich dabei auch in einem respektvollen Rahmen.
In diesem Sinne ein gutes neues Jahr. Ich freue mich auf viele sachliche Debatten.

Bild des Benutzers Hans Hanser
Hans Hanser 01.01.2019, 09:02

Gut, wenn sich die Heines verabschieden, dann wurde zumindest ein Schritt in die richtige Richtung gemacht. Und dass sich jemand an den Artikeln von Renate Mumelter stößt, ist mehr als verständlich. So dünnhäutig darf man auch nicht sein, wenn man solch ein Forum ins Leben ruft. Dass sich einige Kommentatoren in ellenlange (sinnlose) Diskussionen verzetteln, dürfte mehr deren Problem darstellen. Dass jedoch auch Salto aufgrund verschiedener fragwürdiger Positionen angreifbar ist, müsste auch jedem einleuchten. Gerade beim Thema Energie, das in Südtirol doch eines der Kernthemen darstellt, sehe ich (zu)viel Werbung von Alperia und SEV und zu wenig Enthüllungsjournalismus über deren Treiben. Auch die Person Gatterer - so schwierig er auch sein mag - sollte auch mit etwas mehr Respekt behandelt werden, denn sein kritischer Beitrag tut Südtirol mehr als gut. Und Philipp Achammer könnte auch des Öfteren als das enttarnt werden, das er ist: ein Königsmörder.
Die Auseinandersetzungen Rier/Hopfgartner zeigen wie frustriert eigentlich beide sind. Karcher, oder wie der Typ mit den faschistoiden Ideen heißt, hat ein offensichtliches Anerkennungsproblem.
Mich persönlich stören am meisten die Rechtfertigungsversuche einiger Salto-Gründer (oder ähnliche Personen, zu meinem Glück weiß ich keine Details über so langweilige Dinge wie Vollversammlung oder Verwaltungsrat); wenn man zu etwas steht, dann sollte man sich auch nicht bei jedem kritischen Huster von außen mit überlangen Kommentaren rechtfertigen.

Bild des Benutzers W. C. Karcher
W. C. Karcher 01.01.2019, 23:08

Ja, das ist richtig.

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Philipp Trafojer 01.01.2019, 09:25

Der Kommentarbereich ersetzt eigentlich den guten alten Leserbrief. Was früher beim Leserbrief gegolten hat: Klarname - Adresse und Telefonnummer der Redaktion zwecks Überprüfung der Identität bekannt), sollte meiner Meinung nach auch für den Kommentarbereich gelten.
Ich habe nie verstanden, warum zuerst Zeitungen (leider auch meine eigene) und später Onlineportale diese bewährte Gewohnheit im Zuge der Digitalisierung aufgegeben haben.
Die Anonymität ist das Problem der Informationsmedien des 21. Jahrhunderts: Sie gestattet vielen Feiglingen einen großen Auftritt und würgt jede demokratische Debatte ab.
Liebe Salto-Redaktion: führt den Zwang zum Klarnamen ein und ihr rettet euer Medium. Das kostet zwar Aufwand bei der Überprüfung der Identitäten, gibt euch aber ein Alleinstellungsmerkmal und lässt endlich wieder echten Meinungsaustausch zu. Wenn es so weiter geht, fürchte ich, wird euer Projekt über kurz oder lang im Gewinsel der Trolle untergehen.

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 01.01.2019, 20:48

Das bin ich. Das sage ich.
Punkt.
Verhüllung ist Sache von Räubern und Fanatikern: schafft sie ab.
Verhüllung hat im öffentlichen Raum nichts zu suchen.

Bild des Benutzers Ba Buschka
Ba Buschka 01.01.2019, 10:00

Liebe Frau Mumelter,

Bitte machen Sie weiter! Wir werden doch nicht den Hopfgartners und Gorgias dieser Welt das Feld überlassen! Natürlich sind deren Ergüsse ärgerlich, aber das müssen wir als demokratische Gesellschaft wohl aushalten. Vielleicht finden sie auch irgendwann eine Frau und haben dann weniger Zeit und Frust. Oder gebt ihnen eine Kolumne, dann können sie da ihren Quark verzapfen und ihrerseits schöne Kommentare einfangen. Jedenfalls hoffe ich, dass der Kommentarbereich erhalten bleibt.

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 01.01.2019, 11:21

Sich über das mangelnde Niveau in den Kommentaren beschweren und gleichzeitig postulieren, andere Kommentatoren sollten sich gegen ihren Frust eine Frau suchen. Das ist sexistisch und in keiner Weise konstruktiv. Was soll das bringen?

Gorgias und mich zu Sündenböcken zu machen, wird dem Problem nicht gerecht und ich denke du weißt das auch.

Bild des Benutzers Ba Buschka
Ba Buschka 01.01.2019, 12:26

Schau dir mal die Kolumnen von Frau Mumelter an. Wer ist da zu 99% der erste Kommentator und sondert gehässiges Zeug ab? Ich weiß nicht, welches Trauma du an ihr abarbeiten musst, aber, wenn dir ihre Texte schon so auf die Nerven fallen: Lies sie nicht mehr oder aber triff dich mal privat mit ihr auf einen Kamillentee und sprich dich aus. Aber dann langt's auch mal. Soviel zum Thema jemanden zum Sündenbock machen.

Bild des Benutzers kurt duschek
kurt duschek 01.01.2019, 13:56

OLIVER H .....es gibt keinen vernünftigen Grund anonym zu kommentieren. Mit Namen würden die Kommentare glaubwürdiger und ehrlicher. Anonym hat etwas mit Feigheit zu tun, der Tiroler sagt dazu "hinterfotzig"!

Bild des Benutzers Ivo Tim
Ivo Tim 01.01.2019, 10:00

Meiner Ansicht nach gehört die Möglichkeit der Diskussion einen publizierten Text betreffend, zu einem modernen Medium. Diese abzuschaffen würde einen Rückschritt in mehrerer Hinsicht bedeuten. Zum einen wäre es Wasser auf die Mühlen jener, die ständig von einer Meinungsdiktatur der Systemmedien schwafeln. Diesbezüglich gegen zu halten war selten so wichtig, wie in Zeiten wie diesen. Weiter vermute ich, dass die Möglichkeit der Diskussion auch Anreize schafft und somit User an das Medium bindet.
Weil nun aber die Diskussionskultur entsprechend niveaulos ist, und so mancher das Forum mit einem Stammtisch oder einem „sozialen“ Netzwerk verwechselt, ist der entstehende Frust bei Journalisten und Redaktion nachvollziehbar. Anstatt nun aber die Lanzen zu strecken und sich dem Mob geschlagen zu geben, würde ich eine Kompromisslösung anstreben. Diese sehe ich in Form eines moderierten Forums, wie es etwa „Die Zeit“ praktiziert. Je nachdem werden Beiträge nach Veröffentlichung mit einem Vermerk versehen und entfernt oder aber, bei entsprechend heiklen Themen vor der Veröffentlichung gesichtet und evtl. gar nicht frei geschaltet.

Bild des Benutzers Martin Daniel
Martin Daniel 01.01.2019, 10:27

Es ist in der Tat ein Dilemma. Ich finde es wichtig, dass in der Diskussion auch stets die "contrarians" ihre Positionen äußern, weil nicht selten meinungsmäßig alle in eine Richtung laufen u. Widerspruch wichtige Ungereimheiten aufzeigen kann. Auf salto hat es sich allerdings eingebürgert, dass die "contrarians" die Deutungshoheit im Kommentarbereich übernommen haben u. bei Themen wie bspw. dem Klimawandel - im Unterschied zur weltweiten Wissenschaft u. Öffentlichkeit - den Diskurs dominieren. Das hält effektiv "normale Kommentatoren", um Franceschini zu zitieren, ab, an der Diskussion teilzunehmen, wodurch salto definitiv zur persönlichen Spielwiese einiger weniger wird. Die Anonymität kann Vorteile bringen, wenn ohne sie bestimmte Dinge in diesem engen Land ungesagt blieben, bei persönlichen Angriffen unter Kommentatoren sorgt sie jedoch für Waffenungleichheit, da Klarnamenschreiber sich persönlich weit mehr exponieren und sich daher zurückhalten. Bevor die Kommentarfunktion abgeschafft wird, sollte auf jeden Fall vorher die Klarnamenpflicht versucht werden.

Bild des Benutzers Paul Stubenruss
Paul Stubenruss 01.01.2019, 10:34

Bei Abschaffung könnte jemand auf die Geschäftsidee kommen , also Einnahmen durch den Verkauf an Werbebanner, ein eigenes Portal zu eröffnen wo nur die Titel von Salto ohne zu verlinken genannt werden und wo beliebig immer rechtlich zulässig kommentiert werden kann. Solche Ergänzungsportale würden einigen Medienhäusern in Deutschland das Zensieren abgewöhnen. Das war jedenfalls bis vor einem Jahr als es um Migranten ging der Fall.

Bild des Benutzers Alberto Stenico
Alberto Stenico 01.01.2019, 10:53

A mio parere, il confronto di idee presuppone anche l'identità di chi interviene. Io ritengo inopportuno che ci si possa nascondere dietro uno pseudonimo. E se qualcuno si giustificasse dicendo che deve farlo per motivi di rapporti col suo ambiente, allora vuol dire che in Sudtirolo abbiamo un problema. E bello grosso. Quindi, per favore, basta pseudonimi, prego nomi e cognomi come in ogni Paese democratico e civile

Bild des Benutzers Ralph Kunze
Ralph Kunze 01.01.2019, 17:58

Da liegen sie falsch, Herr Stenico. Bei allen Medien, bei denen Kommentare zugelassen sind, kann man diese mit Pseudonym veröffentlichen. Es zählt die Meinung, nicht der Name. Jeder soll selbst entscheiden, ob er anonym bleiben will oder nicht.
Gewiss keine leichte Entscheidung für Franceschini, ich bin aber überzeugt, dass ein sofortiges Entfernen oder eine Nichtveröffentlichung anrüchiger Kommentare das Problem verringern würde

Bild des Benutzers Peter Gasser
Peter Gasser 01.01.2019, 21:00

condivido. P.G.
Wir sind eine offene, und nicht: eine verhüllte Gemeinschaft.
Jeder soll sein Gesicht zeigen (können), wenn er spricht.

Bild des Benutzers Luis Durni
Luis Durni 01.01.2019, 11:02

DEMOKRATIE: kommentare ohne mehrheitlich pluszeichen innerhalb zehn minuten werden automatisch gelöscht.
P.s. Ich war noch nie wählbar

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 01.01.2019, 11:07

Das ist ein sehr wichtiges Thema.

Ich denke die Community war für salto.bz stets sehr wichtig und hat salto.bz gerade in der Anfangsphase nach vorne gebracht. Seit Franceschini die Führung übernommen hat, ist der Community-Bereich spürbar in den Hintergrund gerückt. Ich halte das für eine Fehlentwicklung.

Was das Diskussionsniveau angeht, kann ich Franceschini zustimmen, wenn auch unter Vorbehalt. Die Frage ist, wie man das Problem lösen kann. Ich denke nicht, dass eine Klarnamenpflicht das Problem löst und zielführend ist. Das Problem ist weniger die Anonymität mancher Autoren, sondern eher die Nichteinhaltung bzw. die teils vage Formulierung der Netiquette. Das kann man z.B. an den zum Teil völlig destruktiven Unterhaltungen zwischen Silvia Rier und mir erkennen. Silvia und ich verwenden unsere Klarnamen. Hat das das Niveau etwa erhöht?
Außerdem gibt es auch Leute, die aufgrund ihres Berufs nicht offen schreiben können. Insofern sollten Pseudonyme ihren Platz auf salto.bz haben.
Zielführender wäre es, die Netiquette an gewisse Probleme anzupassen und das Community-Management zu verbessern. Es gilt klar die roten Linien aufzuzeigen, um einen Niveauverfall zu verhindern. Dazu braucht es keine Klarnamenpflicht. Man kann auch Pseudonym-Accounts verwarnen und beispielsweise nach wiederholten Verstößen gegen die Netiquette für einen Monat deaktivieren. Wiederholungstäter können auch komplett gesperrt werden. Das muss dann aber transparent erfolgen und alle Kommentatoren gleichermaßen betreffen.

Das wäre mein Ansatz, um das Problem anzugehen und ich denke dass dieses Konzept zielführend sein kann. Gorgias hat gestern davon gesprochen, dass salto.bz mit dem Anspruch gestartet ist, ein modernes, bidirektionales Medium zu sein. Eine Sperrung der Kommentarfunktion wäre mit der Gründungs-DNA von salto.bz eigentlich nicht vereinbar.

Bild des Benutzers Ba Buschka
Ba Buschka 01.01.2019, 11:40

Ich lach mich schief. Hör auf, hier dauernd Leute anzugreifen, dann ist das Problem gelöst.

Bild des Benutzers Manfred Klotz
Manfred Klotz 02.01.2019, 07:47

Oliver H. ist ein Klarname? Da war sogar dein Pseudonym Olivarius Humulhortus ein aufschlussreicherer Hinweis auf deine Person...

Bild des Benutzers Bettina Conci
Bettina Conci 01.01.2019, 11:09

Die Problematik der Tastaturlöwen betrifft ja nicht nur salto, sondern Onlinemedien allgemein und überall auf der Welt, und Ihre Redaktion ist sicher nicht die einzige, die diese Entwicklung thematisiert - ein guter und wichtiger Schritt.

Zur speziellen Situation der unentgeltlich Beitragenden: Natürlich ist es verständlich, dass Menschen, die unentgeltlich Beiträge verfassen, keine Lust mehr dazu haben, sobald sie auf dermaßen ungehobelte Kritik stoßen wie die gewisser Kommentatoren. Allerdings sollte salto auch kein Auffangbecken für Möchtegernjournalisten und Tagebuchschreiberlinge sein, die dermaßen nach Aufmerksamkeit lechzen, dass sie alle ihre geistigen Ergüsse - wie unausgegoren auch immer - glauben einem breiten Publikum präsentieren zu müssen. Diesen Verfassern würde ich raten, einen eigenen Blog zu betreiben, wo sie sich austoben können bzw. ihr therapeutisches Schreiben weiterhin - mit geschlossener Kommentarfunktion oder nicht - betreiben können.

Trotz eher verhaltener Neigung zum Kommentieren bin ich auch schon in die Trollfalle getappt und in ein und demselbern Thread abwechselnd als verbitterte Emanzentante und kuschendes Weibchen beschimpft worden (im Kreuzfeuer zweier "echter" Männer, die wahrscheinlich heute noch das Gefühl haben, es mir richtig gegeben zu haben). Generell muss ich aber sagen, dass ich mancher Kommentarduelle (ok, manchmal sind es auch Gemetzel zwischen mehreren) durchaus amüsant finde, besonders wenn sich die Trolle untereinander nicht grün sind. Nicht nur deswegen wäre es schade, die Kommentarfunktion abzuschalten - Stichwort Filterblase und so. Vielleicht ist etwas Moderation durch die Redax möglich, wie oben vorgeschlagen, auf jeden Fall: bitte nicht abschaffen! Und frohes Neues Jahr!

Bild des Benutzers Renate Holzeisen
Renate Holzeisen 01.01.2019, 11:19

Die Abschaffung der Anonymität in diesem Diskussionsforum wäre ein guter Beitrag dazu, die Südtiroler zur nötigen Zivilcourage und persönlichen Eigenbestimmung zu führen ... ich finde es unerträglich und inakzeptabel, dass jemand in absoluter Anonymität auf Kosten anderer sozusagen "seine Sau rauslassen" kann ... das ist dem Niveau dieses wichtigen Portals weder zuträglich noch würdig.

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 01.01.2019, 11:28

Warum? Diese Aussage ist nicht zutreffend, denn das Community-Management kann einen anonymen Account genau so temporär oder auch endgültig sperren wie den Account eines mit Klarnamen agierenden Individuums. Entscheidend ist die Um- und Durchsetzung der Netiquette, nicht ob jemand nun mit Klarnamen oder Pseudonym schreibt. Das Community-Management kann unabhängig davon gegen Leute vorgehen, die "die Sau rauslassen" und wenn strafrechtlich relevante Inhalte veröffentlicht werden, kann über die Postpolizei die Identität des Verfassers ermittelt werden.
Wenn es also um das Niveau geht, wäre eine Verbesserung des Community-Managements zielführender, da man damit das Problem an der Wurzel fasst. Eine Klarnamenpflicht wäre zwar weniger aufwendig, würde das Problem aber nicht an der Wurzel packen.

Bild des Benutzers Christoph Moar
Christoph Moar 01.01.2019, 11:57

Die Wurzel des Problems ist nicht die Moderation - das ist höchstens eine Therapie. Die Wurzel des Problems sind die Kommentatoren selber. Würden die sich nicht so aufführen, würde eine Selbstmoderation der Community völlig ausreichen, wie sie es auch jahrelang ausgereicht hat.
Eine Klarnamenpflicht - für die ich persönlich nicht stehe - würde dazu führen, dass sich manche Leute nicht mehr so aufführen. Wäre also sehr wohl eine mögliche Lösung der Wurzel des Problems. Diese Lösung hat für mich persönlich noch zuviele Nebenwirkungen, es ist aber eine der möglichen. Auch das Einführen von Moderation hat übrigens Nebenwirkungen, sehr viele sogar. All das gilt es abzuwägen.

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 01.01.2019, 12:17

Denkst du wirklich dass die Kommentatoren das Problem sind? Sie sind ja seit Beginn von salto mehr oder weniger dieselben. Jahrelang hat die Community gut funktioniert. Was hat sich deiner Meinung nach in den letzten 18 Monaten verändert?

Ich denke schon, dass die Moderation ein Problem ist. Warum? Zwar stimmt es, dass stets der User selbst der Urheber von ungehörigen Kommentaren ist, aber wenn die Moderation da nicht eingreift und Grenzen aufzeigt, wird die Netiquette zu einem wertlosen Kodex.
Schau doch z.B. in den Nebenthread, wo ein Kommentator zwei Community-Mitglieder unwidersprochen als "eingebildeten Eiertreter" beleidigen kann (siehe den Link unten). Das sind klare Verstöße gegen die Netiquette. Sollte in so einem Fall nicht das Community-Management eingreifen?
Diese Mechanismen funktionieren derzeit nicht, vermutlich aus Zeit- und Personalmangel.
Eine mögliche Lösung könnte es sein, verdiente Community-Mitglieder als Moderatoren einzubinden, wie es auch auf anderen Online-Plattformen gerne praktiziert wird. Damit könnte man vielleicht die Qualität der Debatten erhöhen, ohne gleich Leute die aus welchen Gründen auch immer Pseudonyme verwenden auszuschließen. Was hälst du davon?
https://www.salto.bz/de/article/29122018/pause#comment-56463

Bild des Benutzers kurt duschek
kurt duschek 01.01.2019, 13:59

....ich wiederhole mich: es gibt keinen vernünftigen Grund anonym zu kommentieren. Mit Namen würden die Kommentare glaubwürdiger und ehrlicher. Anonym hat etwas mit Feigheit zu tun, der Tiroler sagt dazu "hinterfotzig"!

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 01.01.2019, 14:09

Es gibt zahlreiche Gründe unter Pseudonym zu schreiben. Man braucht doch nur ans System Südtirol zu denken. Wenn man beruflich in einer exponierten Position ist, können zu kritische Äußerungen zum beruflichen Aus führen.
Die Verwendung von Pseudonymen ermöglicht es solchen Leuten, sich trotzdem zu äußern. Das ist eine Bereicherung.

Außerdem habe ich ausgeführt, warum eine Einführung der Klarnamenpflicht nicht notwendig ist: Man kann nämlich auch gegen Community-Mitglieder, die ein Pseudonym verwenden die selben Maßnahmen setzen wie gegen Mitglieder unter Klarnamen.

Und bei allem Respekt: Sie sind pensioniert und haben leicht reden. Hier im Forum sind aber auch zahlreiche junge Leute aktiv, die ihren Karrierehöhepunkt noch vor sich haben. Ich finde es da etwas vermessen diesen Leuten die Möglichkeit der Verwendung von Pseudonymen zu entziehen. Das sollte man sich ganz gut überlegen.

Bild des Benutzers kurt duschek
kurt duschek 01.01.2019, 14:33

...lieber Oliver H , wo bleibt denn die Zivilcourage? Wer nicht bereit ist seine Meinung nur wegen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Probleme oder Nachteile zu sagen und dazu zu stehen, ja der sollte besser still sein. Nur anonym schreien und schreiben, ja was soll daran glaubwürdig sein?

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 01.01.2019, 14:44

Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral. Wie gesagt, du hast es leicht. Du bekommst deine Rente monatlich ausgezahlt und hast vielleicht noch andere Reserven angespart. Zahlreiche meiner Freunde und Bekannte achten aber sehr genau darauf, was sie öffentlich oder im Internet von sich geben. Ich wurde schon desöfteren gefragt, wieso ich mich im Internet so exponiere, da dies mir später berufliche Nachteile bringen könnte.

Ob etwas glaubwürdig ist oder nicht, erkennt man am Inhalt. Wie gesagt: Der Inhalt steht für sich, unabhängig davon wer ihn ausspricht. Bitte korrigiere mich, falls ich mich irre: Der Inhalt und der Wahrheitsgehalt einer Aussage ändert sich nicht dadurch, ob ihn Person A oder Person B ausspricht, oder?
Ich denke da geht es darum, die Schere im Kopf zu institutionalisieren. Nennen wir es doch beim Namen.

Bild des Benutzers kurt duschek
kurt duschek 01.01.2019, 17:43

...Lieber OLIVER H in der Schweiz gibt es ein Sprichwort was genau auf Dich zutrifft:" man kann nicht das Weggeli und das Semmeli haben!" Mitreden, kritisieren und schimpfen über andere Personen, Artikel oder Dinge ohne den eigenen Namen zu nennen ist gelinde gesagt nicht ganz sauber. Kleine Feststellung zu Deiner Bemerkung wegen meiner Rente und eventuellen Ersparnissen: ich habe mir alles erarbeitet und bin niemandem etwas schuldig. Bei dir als sogenannten "anonymen Kommentator" sollte ich wegen eines inhaltsreichen oder geistreichen Kommentars alles glauben was Du so verzapfst ? Du könntest ja ein bekannter Hochstapler, Verbrecher sein oder gar ein Betrüger. Mein Namen ist genannt und ich stehe zu meinen Ansichten und Meinungen. Wo stehst Du? Wer steht hinter Dir? Bist Du gar ein Politiker oder gar eine Frau?

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 01.01.2019, 18:20

Inhalt spricht für sich. Würden meine Worte dadurch wahr oder falsch, wenn ich ein Politiker, eine Frau oder ein Trickbetrüger/Hochstapler wäre? Nein. Was geschrieben wird, steht da und kann jederzeit auf den Wahrheitsgehalt überprüft werden.

Auch in der Politik sollten eigentlich Inhalte mehr als Personen zählen, findest du nicht? So ist es auch in Kommentarbereichen wie hier.

Die ETH Zürich - eine der angesehensten Universitäten der Welt - hat in einer Studie herausgefunden, dass eine Klarnamenpflicht keine Wirkung gegen Hasskommentare zeigt
https://futurezone.at/science/studie-klarnamen-verhindern-keine-hasspost...

Wenn du schon mir nicht glaubst, solltest du doch zumindest den Wissenschaftlern der ETH vertrauen. Oder widersprichst du denen auch?

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 01.01.2019, 18:21

Pardon, ich meine die Universität Zürich, nicht die ETH.

Bild des Benutzers kurt duschek
kurt duschek 02.01.2019, 04:26

....es ist schon eigenartig lieber H, aber mit Deiner Meinung stehst Du wohl ziemlich alleine da. Schade, aber offenbar hast Du etwas zu verbergen.

Bild des Benutzers Oliver H.
Oliver H. 02.01.2019, 06:09

Die Likes und zahlreiche Kommentare sprechen da eine andere Sprache.

Würde es meine Beiträge auf Salto qualitativ beeinflussen, wenn ich "etwas zu verbergen" hätte? Qualität bzw. fehlende Qualität wird nicht durch die Buchstaben im Autorenfeld bestimmt. Folglich sollte man auch nicht dort intervenieren, wenn man die Qualität erhöhen will.

Was spricht denn dagegen, es zuerst mit einem vernünftigen Community-Management zu versuchen? Derzeit gibt es keines. Erst gestern wurden user wieder beleidigt und somit gegen die Netiquette verstoßen. Es gab keine Reaktion. Daran sollte man zuerst arbeiten.
Was ist für dich wichtiger? Eine Klarnamenpflicht oder dass sich die Leute an die Netiquette halten und gegen beleidigende Rüpel vorgegangen wird?

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Silvia Rier 02.01.2019, 08:29

@ "Die Likes (...) sprechen eine andere Sprache": Diese Likes sind aber weitestgehend anonymen Fake-Profilen zu verdanken. Vielleicht auch aus diesem Grunde wehrt sich O. H. so sehr gegen die Klarnamenpflicht: Dann würden nämlich sehr plötzlich sehr viele Likes (und Kommentare) fehlen. Es geht (ihm) nämlich gar nicht nicht um Diskussion, Austauch, Erkenntnis etc., sondern um die Beeinflussung von Diskursen (und von Menschen), es geht darum, mithilfe dieser (angeblichen) Likes und Kommentare eine Hoheit zu schaffen, über einen öffentlichen Raum, über Meinungen, Themen... in kurz und knapp: Es geht um Manipulation. Und Salto ist Hopfgartner's Exerzierfeld (übrigens auch für seine (schwarz_)rhetorischen "Fähigkeiten". <

Nicht nur aus diesen Gründen bin ich absolut für eine Klarnamenpflicht, und wiederhole: Anonymität ist einer aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig.

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Peter Gasser 02.01.2019, 08:34

dito...
sic!

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kurt duschek 02.01.2019, 08:53

....absolut einverstanden! Gedankengang folgt dem einfachen Hausverstand und benötigt keine "wissenschaftliche Beweise oder Erkenntbisse"

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Oliver H. 02.01.2019, 09:03

Dass die Likes von Fakeprofilen ist eine bloße Behauptung. Du kannst dies nicht beweisen.
Kurt, beantworte bitte meine Frage.

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Martin Daniel 02.01.2019, 09:25

Es geht hier auf salto selten um richtige "Hass-Postings", das weißt auch du, sondern um eine aggressive, sich strafrechtlich im legalen Rahmen bewegende Art und Weise, andere, zu übertönen, häufig indem 2-3 dieser Sorte gemeinsam andere Positionen vertretende User in die Mangel nehmen. Wer unter eigenem Namen schreibt, exponiert und fühlt sich viel mehr persönlich angegriffen als ein nicht identifiziertes Subjekt, agiert in der Regel zurückhaltender und geht daher im Diskurs tendenziell unter. Pseudonymschreiber verscheuchen andere und erzielen bei den "heißen" Artikeln die Deutungshoheit. Wie viele lesen auf salto mit und steigen in den Diskurs gar nicht ein, weil sie sich diesen Kampf gegen Windmühlen nicht antun wollen? Wie viele von den anonym schreibenden User würden ihre stänkernden und zynischen Äußerungen auch mit Klarnamen vorbringen? Und: Klar kriegen diejenigen Kommentare am meisten Likes, die andere am heftigsten angreifen.

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Ernst Reiter 20.03.2019, 08:22

Mä cha nid sweggli und dä füfer ha, ist das Sprichwort in der Schweiz ;). Das Andere macht kein Sinn.

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Peter Gasser 01.01.2019, 21:27

... wer sich hinter einem Pseudonym verbirgt, und damit „Karriere baut“, sollte dem Bürger als „Karrierist“ in führender Position a priori erspart bleiben. Wer nach oben will, soll mit offenem Visier die Leiter hoch.

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Christoph Moar 01.01.2019, 15:02

Jemandem "Eiertreter" und "mentale Grobmotoriker" an den Kopf zu werfen ist beides über meiner Grenze dessen, was ich als fairen Austausch betrachte. Bezeichnenderweise kommt sowas immer von der Handvoll Anonymen oder Pseudonymen Typen hier.

Eine klarere Netiquette, gefolgt von ein paar Eingriffen, ist ein für mich vielversprechender Ansatz. Ich nehme zur Kenntnis dass viele, sowohl hier als auch per PN, die Einführung von Klarnamen befürworten.

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Oliver H. 01.01.2019, 15:15

Christoph, ganz ehrlich: Ihr beschwert euch über Eskapaden, aber interveniert bei solchen Vorkommnissen trotz Nutzung der "melden"-Funktion nicht? Das passt für mich nicht zusammen. Kannst du mir das erklären?

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Christoph Moar 01.01.2019, 15:28

Nö. Ich bin ich, und nicht wir. Hab ich schon so oft erklärt, dass es mühsam ist, wenn du das jedesmal durcheinanderbringst. Wenn du Franceschinis Artikel liest, beantwortet sich deine Frage eigentlich von selbst.

Beschwert über Eiertreter hast übrigens du dich, nicht Ich. Ich lese und ziehe meine Schlüsse. Beschweren tun sich andere Leute, häufig auch du.

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Oliver H. 01.01.2019, 15:41

Bei dir weiß man halt oft nicht ob du nun als Repräsentant von demos2.0 oder als Privatperson kommentierst.

Franceschinis Beitrag beantwortet meine Frage nicht. Anscheinend existiert ein "Salto Community Management". Dieses greift aber selbst bei offensichtlichen Beleidigungen nicht ein.

Und danach beschwert man sich über mangelndes Diskussionsniveau und stellt sogar eine mögliche Schließung der Kommentarfunktion in den Raum?

Das ist ein wenig so als würde die Landesregierung den peripheren Krankenhäusern kein neues Personal genehmigen, auf einen Fehler durch das überarbeitete Personal warten und dann die Schließung der peripheren Krankenhäuser aufgrund von Fehleranfälligkeit ankündigen.

Warum hält sich das Salto-Community-Management selbst bei offensichtlichen Beleidigungen zurück? Der Ausbau des Salto-Community-Managements wäre die beste Möglichkeit um die Qualität zu erhöhen und gleichzeitig einen niederschwelligen Zugang für die Bürger zu garantieren.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie eine Klarnamenpflicht datenschutztechnisch funktionieren soll? Wie verhindert ihr, dass sich Leute einfach als Josef Mair oder Andreas Huber anmelden? Wollt ihr von jedem einen eingescannten Ausweis zugeschickt bekommen? Wie ist das mit der DSVGO vereinbar, wenn man nicht mal mehr ein Tischreservierungskärtchen mit dem Namen des Reservierenden auf den Tisch stellen darf? Wollt ihr euch das wirklich antun?

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Christoph Moar 01.01.2019, 23:46

"Bei dir weiß man halt oft nicht ob du nun als Repräsentant von demos2.0 oder als Privatperson kommentierst."

Doch, man weiß es immer, und genau. Ich bin hier und kommentiere hier als privater Blogger und Kommentator von Salto. Wie ich dir übrigens schon einmal ausdrücklich und persönlich schrieb, und wie du auch gelesen und beantwortet hast. Und wie ich mehrfach wiederholt habe, und wie ich immer wieder durch Betonung von Worten wie subjektiv, für mich, meiner Meinung nach betone.

Die Tatsache, dass du erneut so tust, als wüsstest du das nicht oder würdest dich nicht auskennen, spricht nicht besonders für eine redliche Intention deinerseits.

Es sei ein letztes Mal gesagt: ich spreche hier immer, und ohne Ausnahme, für mich selbst und als Privatmensch. Sollte jemals eine Mitteilung, Meinung, Aussage oder Strategie nicht von mir, sondern von Demos oder des Demos Verwaltungsrates sein, werde ich ausdrücklich und in kubitalen Lettern darauf hinweisen. Bis dieser Tag nicht eintreten sollte, bin ich ich und du du. Bleib dabei, und kenn dich bitte kein weiteres Mal nicht aus.

Solltest du wieder einmal vergessen, ob ich für mich oder den vwr spreche, frag mich kurz, auch per PN.

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Oliver H. 02.01.2019, 06:03

Nein, man weiß es nicht immer. Woher auch. Umstände können sich ändern und wenn ich mich recht erinnere hast du schon mal auf Wunsch von Kommentatoren Anregungen an das salto-Team weitergeleitet. Wie gesagt, dass die Leute dich manchmal intuitiv zum demos-team rechnen ist durchaus nachvollziehbar. So zu tun als sei das völlig absurd, ist nicht angebracht. Jetzt ist die Situation ja geklärt...

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