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Editorial

Irgendwann ist genug!

Müssen wir uns ständig von ungehobelten Kommentatoren beschimpfen lassen? Nein. Warum ich schweren Herzens für die Schließung des Kommentarbereichs auf salto.bz bin.
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Die Mail ist kurz und aussagekräftig:
 
„Mir reicht's. Ich hab keine Lust mehr, mich im neuen Jahr weiter beschimpfen zu lassen, egal wie gscheit oder blöd ich schreib. Ich nehme an, ihr wisst, was ich meine. Bin ja nicht besonders delikat, aber irgendwann ist genug.“
 
Es ist der angekündigte Abschied einer Salto-Kolumnistin. Sie ist nicht das erste Opfer einer ungehobelten und inakzeptablen Bande von Schreibtischtätern und – täterinnen, die seit Jahren (zum größten Teil) unter dem schützenden Deckmantel der Anonymität ihr Unwesen auf Salto.bz treiben. Bereits im Frühjahr haben uns die beiden Blogger Marcella und Hartwig Heine verlassen, zwei ausgezeichnete politische Analysten der ersten Stunde. Aus ähnlichen Gründen.
Einer der bekanntesten Südtiroler Journalisten, ein Salto-Fan der ersten Stunde, der immer wieder auch Beiträge für dieses Onlineportal verfasst hat und es weiterhin gerne tun würde, sagte mir vor einigen Monaten. „Ich würde gerne schreiben, aber diese Vollidioten, die in ihren Kommentaren ausschließlich unter die Gürtellinie zielen...nein, das muss ich mir nicht antun“.
Immer wieder werde ich auch auf der Straße angesprochen. Salto.bz erhält dabei meistens viel Lob. Sehr oft läuft das Gespräch dann aber in dieselbe Richtung: „Oft habe ich schon überlegt, einen Kommentar zu schreiben“, sagen meine Gegenüber sinngemäß, „aber in dieser Gesellschaft macht das einfach keinen Sinn“.
Seit langem ertappe ich mich dabei, dass ich den Kommentarbereich jenes Mediums meide, für das ich presserechtlich verantwortlich bin. Warum? Weil ich mich einfach schäme für die verbalen Ergüsse, die sehr oft unter den Artikeln stehen. Dabei geht es nicht um Kritik oder Lob. Sondern es geht um den Stil, die Kinderstube, die mangelnde Diskussions- und Streitkultur und vor allem den fehlenden Respekt.
 
Ich hab keine Lust mehr, mich im neuen Jahr weiter beschimpfen zu lassen, egal wie gscheit oder blöd ich schreib.
 
Einer der Grundgedanken bei der Gründung von salto.bz vor knapp sechs Jahren war der sogenannte Bürgerjournalismus. Die Überlegung dahinter: Journalismus, Information und Meinung sollten nicht nur von Profis gemacht werden, sondern auch der Mann und die Frau von der Straße sollten mitgestalten, mitrecherchieren und mitschreiben. Vor diesem Hintergrund sollte die Community zu einem der zentralen Bestandteile dieses Projekts werden.
Das Vorhaben ist nicht ganz aufgegangen. Sicher: Aus der Community werden immer wieder hervorragende und interessante Blogs publiziert. Und ich kann Sie nur ersuchen: Getrauen Sie sich und veröffentlichen Sie ihre Meinung, ihre Kritik, ihre Analysen. Unter ihrem Namen und - wenn sie wollen - auch mit ihrem Profilbild.
Dazu aber kommt die Möglichkeit, dass User und Userinnen jeden Artikel kommentieren können. Eine schöne und sinnvolle Funktion - wenn man davon ausgeht, dass dieser Bereich zu einem Diskussionsforum wird, in dem die Leserinnen und Leser kritisieren, anmerken, richtigstellen oder weiterdenken.
Genau das aber passiert im Kommentarbereich von Salto.bz nur selten. Der Grund dafür: Eine Gruppe von Fanatikern hat mit ihren inzestuösen, niveaulosen und zumeist auch völlig sinnlosen Diskussionen diesen Raum in Beschlag genommen. Ihre Lieblingsbeschäftigung: untereinander zu streiten. Dabei schaffen Sie es schnell, jeden „normalen“ Kommentator hinauszumobben.
Dass der Großteil dieser Kommentare dabei mit dem jeweiligen Salto-Artikel nicht das Geringste zu tun hat, sei hier nur angemerkt.
Eine Gruppe von Fanatikern hat mit ihren inzestuösen, niveaulosen und zumeist völlig sinnlosen Diskussionen diesen Raum in Beschlag genommen.
Salto.bz hat – völlig unbescheiden – rund ein Dutzend hervorragender Autorinnen und Autoren, die für diese Online-Portal als Kolumnisten tätig sind. Ich darf mir erlauben, hier aus dem Nähkästchen zu plaudern: Alle arbeiten und schreiben für uns unentgeltlich.
Sie alle könnten durchaus bei bekannteren, publikumswirksameren und renommierteren Zeitungen und Medien gegen Bezahlung arbeiten - und manche tun es auch. Es ist aber ihre Art, mit ihren Namen, ihrem Gesicht und ihren Gedanken und Meinungen dieses Projekt zu unterstützen. Diese Menschen machen uns damit weit mehr als nur eine Liebeserklärung: Ihre Mitarbeit ist einer der wichtigsten Bausteine für das wirtschaftliche und publizistische Überleben diese Mediums. Und es ist ein Geschenk, das Salto.bz zu einem Qualitätsmedium macht.
Es ist mehr als nur ein Zumutung, dass ausgerechnet diese Kolumnisten unter ihren Beiträgen lesen müssen, wieviel sie angeblich mit ihren Artikeln verdienen und dass keines ihrer Worte auch nur einen Cent wert sei.
Dass diese kommentierenden Genies nicht gemerkt haben, dass sie seit Jahren täglich völlig kostenlos Salto.bz konsumieren, und uns vorhalten, wir würden auch noch Steuergelder verschwenden und diese Plattform zum Mülleimer ihres ungenießbaren Senfs machen, macht deutlich, auf welchem geistigen Niveau man sich inzwischen bewegt.
Vielleicht kommt es vor diesem drastischen Schritt doch noch zu einem Akt der Zivilcourage. 
 
Es gibt innerhalb Salto.bz kontroverse und völlig unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Wir haben das Problem vor einigen Monaten auf einer Klausurtagung mit der Redaktion und dem Verwaltungsrat andiskutiert. Es gab dabei vehemente Stellungnahmen für das Ausschalten der Kommentarfunktion. Aber auch überzeugte Plädoyers für das Festhalten daran und die Wichtigkeit der User-Kommentare. 
Ich würde sagen, noch überwiegt letztere Position. Der Verwaltungsrat hat eine Arbeitsgruppe einberufen, die sich mit dieser Problematik auseinandersetzt und eine neue Netiquette entwirft, die – nach Ansicht aller – dringend notwendig ist.
Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Und Sie alle werden zeitgerecht über Neuerungen informiert werden.
Diese Gedanken sollen Anregung zu Überlegungen und zur Diskussion sein. Aber auch eine Art Weckruf.
Deshalb sind diese Gedanken ausschließlich meine persönlichen Überlegungen als Chefredakteur von Salto.bz. 
Sie sollen Anregung zu Überlegungen und zur Diskussion sein. Aber auch eine Art Weckruf.
Mir jedenfalls reicht´s. 
Ich habe kein Problem damit, kritisiert zu werden. Wer austeilt, der muss auch einstecken können. Aber es gibt Grenzen.
Salto.bz ist kritisch, unbequem, wir machen Fehler, wir schlagen manchmal auch über die Stränge. Aber eines ist für uns unerlässlich: Respekt vor dem Menschen. Dieser Respekt ist ein roter Faden, der sich durch alle Artikel und Beiträge der Redaktion, aber auch der Kolumnisten zieht. Es ist unsere Richtschnur. Und um einem möglichen Pseudoargument der verbalen Wüteriche zuvorzukommen: Ja, auch in der Rubrik "Pollo der Woche" - egal, wie man dazu stehen will - bestand dieser Respekt stets.
Deshalb können und müssen wir auch Respekt vor uns und unserer Arbeit verlangen. Vor allem von jenen Zeitgenossen, die nicht einmal die Courage haben, mit ihrem richtigen Namen und ihrem Gesicht zu ihrem verbalen Gepöbel zu stehen. 
Mein Wunsch für das neue Jahr ist deshalb die Schließung des Kommentarbereichs. Es ist ein Wunsch, den ich schweren Herzens äußere. 
Aber vielleicht kommt es vor diesem drastischen Schritt doch noch zu einem Akt der Zivilcourage. 
Und Sie schreiben und kommentieren und machen deutlich, dass die Anhängerschaft von Salto nicht nur aus diesen Trollen besteht!
 
In der Hoffnung, dass Sie uns - so oder so - auch 2019 als Leser, Abonnenten, Unterstützer, Werbekunden und Wegbegleiter treu bleiben, darf ich Ihnen ein gutes neues Jahr wünschen.
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Kommentare

Bild des Benutzers kurt duschek

....habe heute vieles dazu gelernt über Postpolizei usw. Bleibe dabei, bei der Kommentierung auf salto.bz bin ich für Klarnamen, alles andere überzeugt mich nicht

Bild des Benutzers Oliver H.

Findest du nicht man könnte es mit einer Moderation versuchen?

+1-11
Bild des Benutzers Philipp Trafojer

So wie die Kommentarspalte in Salto in den letzten Monaten gefüllt wurde, kann es nicht weitergehen. Es gibt für mich nur zwei Zukunft trächtige Möglichkeiten: entweder die Klarnamenvariante funktioniert - was auszuprobieren es mir wert scheint - oder die Schließung.

Bild des Benutzers Nam eis

Sosehr ich den Unmut der Herausgeber und einiger Kolummnenschreiber nachvollziehen kann,- tatsächlich wurde z.B. Frau Mumelter auch in meinen Augen in unfairer Weise angegangen (es liegt leider in der Natur der Dinge, dass sich eher die Kritiker als die Befürworter melden), so fände ich es einen Rückschritt falls die Kommentarfunktion und die Pflicht zu Klarnamen eingeführt würde. Mit Nicknamen zu kommentieren hat nichts mit Hinterfotzigkeit und Feigheit zu tun, hier kann ich der Argumentation von OLIVER H. weitaus mehr abgewinnen. Beleidigende Posts sollten entfernt werden. Insgesamt ist die fehlende Streitkultur (insbesondere hier in Südtirol), verrohende Sprache usw. wohl ein gesamtgesellschaftliches Problem und eben ein Spiegel der jeweiligen Person/Gesellschaft. Nichtsdestrotrotz NEIN zur Abschaltung der Kommentarfunktion und NEIN zur Klarnamenpflicht. Ansonsten Respekt und Dank für alle die salto am Laufen halten, an Christoph Franceschini für seine wertvolle Arbeit (chapeau) und auf hoffentlich doch weitere Kolummnen von Frau Mumelter (*jene die ein Problem haben, bitte den Ratschlag von Ba Buschka befolgen und ihre Texte nicht mehr lesen bzw. nicht immer seinen Senf dazugeben).

+1-14
Bild des Benutzers Robert Tam...

Bin ganz Deiner Meinung, dass Klarnamen oder Spitznamen bei Kommentatoren nicht das Problem sind.
Anders als Du, Mei Mar, finde ich aber, dass Renate Mumelter fast ausschließlich fair kritisiert wurde und begrüße es, wenn sie künftig nicht mehr für Salto schreibt. Dadurch hebt sich das Niveau von Salto - ein dringend nötiger Schritt. Die Salto-Redaktion kritisiert gerne rum, hört aber ungern Kritik. Dabei könnte und müsste Salto dringend besser werden - das Potential ist da und die nötigen öffentlichen Gelder (Beihilfen und Werbeaufträge sind da). Umso besser, wenn Renate Mumelter nicht mehr schreibt, hoffentlich hören bald auch andere der untalentierteren Autoren auf.

Die Intention von Salto, die Kommentarfunktion stark einzuschränken oder gar abzuschaffen, erinnert an einen unklugen Autobesitzer, den die rote Warnlampe stört und er dann diese abmontiert, statt das Grundproblem zu beheben.

+1-12
Bild des Benutzers Stereo Typ

Was den Südtiroler Online-Medien inklusive salto fehlt, ist die Moderation der Kommentarbereiche. Man nehme als Beispiel zeit.de, wo unangemessene und diffamierende Wortmeldungen erst gar nicht freigeschaltet werden. Da erscheint nur der Vollname/Nickname des Autors/der Autorin, mit dem Hinweis, dass der Kommentar aus den angegebenen Gründen entfernt worden ist. Warum ist das bei salto nicht möglich? Die Trolls gibt's doch nur, weil niemand ihren Kommentar vorher überprüft.

+1-12
Bild des Benutzers Robert Tam...

Ganz Deiner Meinung, Thomas. Bei Salto kommt erschwerend dazu, dass einzelne Autoren selbst im Kommentarbereich wütend drauflosgeschlagen haben. Somit sollte gerade ein Christoph Franceschini mal kräftig vor seiner eigenen Tür kehren, bevor er gleich den gesamten Kommentarbereich abschaltet, nur weil dort manchmal Meinungen zu lesen sind, die der seinen widersprechen.

+1-12
Bild des Benutzers Mensch Ärgerdichnicht

Salto ist doch ein Paradebeispiel dafür, dass es keinerlei Unterschied zwischen anonymen und nicht anonymen Usern gibt. Wenn die Redaktion meint sie müsse die Kommentarfunktion entfernen weil manchen Autor negative Kritik unangenehm ist, dann soll sie es eben machen. Schade, ich hab immer gerne meinen Senf dazu gegeben.

Bild des Benutzers Ba Buschka

Grad nochmal die Kommentare unter Frau Mumelters letztem Beitrag gelesen, und mir bleibt die Spucke weg: Oliver H. und Robert, wer gibt euch das Recht, sich so aufzuspielen? Schämt euch. Das ist doch Mobbing niedrigster Art! Habt ihr es wirklich nötig, so euren Frust abzulassen? Ich kann Frau Mumelters Reaktion absolut nachvollziehen. Kaum postet sie was, wird sie niedergemäht. Oliver H. gehört gesperrt, und zwar sofort.

Bild des Benutzers Servus Leute

dieser diktatorische Ton missfällt mir.

+1-12
Bild des Benutzers Robert Tam...

An Babuschka:
Falls Du mich gemeint haben solltest, ein einfacher Begriff sei Dir Antwort: Meinungsfreiheit.

Im Übrigen wurde Renate Mumelter von mir weder gemobbt, noch "niedergemäht", sondern kritisiert.
Schäme Dich, dass Du Andersdenkenden - wie Oliver - das Wort verbieten willst. Wer gibt Dir das Recht, Dich so aufzuspielen?
;-)

+1-11
Bild des Benutzers Servus Leute

Entweder es gibt eine Regel, dann ist sie einzuhalten. Oder es gibt sie nicht: dann kann aber auch niemandem den Vorwurf machen, dass er mit Nick postet. Wenn man bei salto meint, die Regeln ändern zu müssen, soll man es halt tun. Dieses Theater der Empörung kann dabei gern unterbleiben, denn bisher hat die Moderation versagt, d.h. es gab sie gar nicht, ein Teil der Verantwortung für die Auswüchse liegt bei salto selbst.

+1-11
Bild des Benutzers Greta Karlegger

Was soll man sagen ohne gefallen zu wollen? Besser schreiben, dann wird auch das Niveau der Kommentare besser. Franceschini ist ja hoch zu loben. Hat er doch den investigativen Journalismus nach Südtirol gebracht. Die Sprache freilich ist jenseits von gut und böse: immer die gleichen Formulierungen, die gleichen an den Haaren herbei gezogenen Wortspiele. Ich lese da immer ganz schnell drüber, so wie bei einem Schüleraufsatz. Damit ich mir ja die fade Sprache nicht angewöhne. Haha!

+1-13
Bild des Benutzers Servus Leute

den investigativen Journalismus nach Südtirol gebracht hat nicht Franceschini, sondern HK Peterlini.

+1-11
Bild des Benutzers Greta Karlegger

Kann man so sehen. Meine Formulierung war schlampig: denn wenn man behauptet, jemand war der Erste, dann gibt es immer einen zweiten, der das anzweifelt. Sagen wir so, F. macht zurzeit in Südtirol investigativen Journalismus wie kein zweiter.

Bild des Benutzers Ba Buschka

Dann lesen Sie aber außer Salto nicht viel, oder?

Bild des Benutzers Greta Karlegger

Doch. Relotius Reportagen. Da kann man zumindest sprachlich sich ein paar Formulierungen abschauen. Auch manchmal die ff, bevorugt den Südtiroler Relotius "Hütten-waldner".

Bild des Benutzers Greta Karlegger

*bevorzugt

Bild des Benutzers Ba Buschka

Karl Hinterwaldner ist ein vorbildlicher Journalist, der in Südtirol seinesgleichen sucht.

+1-11
Bild des Benutzers Greta Karlegger

Einverstanden.

Bild des Benutzers Ba Buschka

Und deshalb vergleichen Sie ihn mit dem Hochstapler Relotius?

Bild des Benutzers Servus Leute

Da war nirgends ein Vergleich zu lesen.: "Da kann man zumindest sprachlich sich ein paar Formulierungen abschauen" - ich meine, es ist nicht so schwer, das richtig zu verstehen.

Bild des Benutzers Paul Stubenruss

Es lesen salto auch Leute mit geringer Sprachbegabung und geringem Wortschatz. Ich zähle mich dazu. Die Kunst gut zu schreiben ist mit wenigen und einfachen Worten den Text zu gestalten. Franceschini ist in diesem Sinn nicht zu kritisieren.

Bild des Benutzers Christian Mair

Traurig diese Verallgemeinerung und Schlechtmachen der Kommentatoren!
Schlussendlich überwiegt meiner Meinung nach der MEhrwert an Informnation und auch Debattenkultur, die zugegeben auch erst erlernt werden muss.

Aber:
Streiten und Auseinandersetzung muss erlaubt sein. Und Salto.bz sollte das aushalten.

Schliesse mich MArtin Daniel an und plädiere für einen kreativen Umgang mit der Sache:
- Pflicht zu Vollnamen
- Netiquette, 2* Verwarnung und dann raus
- Kür der besten Kommentare und Community Artikel des JAhres; viell. sogar mit einem Preis?

Bild des Benutzers Ralph Kunze

Nochmal: ich glaube nicht dass es Sinn macht, die Kommentarfunktion zu streichen. Besser wäre es, dss jeder pro Artikel nur einen Kommentar und nur eine Antwort auf einen anderen Kommentar bringen kann.

Bild des Benutzers Christoph Moar

Das ist ein (für mich) selten gehörter Vorschlag. Interessant. Würde da kein Risiko bestehen, dass die Diskussion im Keim erstickt wird? Was denken anderer? Gibt es hier noch mehrere, die diesen Vorschlag als attraktiv empfinden?

Bild des Benutzers kurt duschek

.....auf jeden Fall würden diese endlosen Sticheleien zwischen den üblichen Anonymen radikal gekürzt. Immerhin, wäre vielleicht ein erster Schritt

Bild des Benutzers kurt duschek

....ich lese viel nationale und internationale Presse und Reportagen, lese gerne auch salto.bz, kommentiere viel und überall mit meinem Namen, revidiere, wo m.M. notwendig, meine Ansicht und genieße die Informationsvielfalt. Die Medienvielfalt in Südtirol ist leider sehr begrenzt, umsomehr ist salto.bz ein Pluspunkt den ich dankbar nutze.

Bild des Benutzers Ralph Kunze

Ihre Botschaft ist angekommen, Herr Duschek!
In eimer Demokratie gibt es aber verschiedene Ansichten. Diesen ist nunmal Rechnung zu tragen.

Bild des Benutzers kurt duschek

....habe nicht und werde auch in Zukunft niemandem seine Ansichten streitig machen.

Bild des Benutzers Ralph Kunze

Dann sind wir uns in diesem Punkt einig. Gut , dass es verschiedene Ansichten gibt, ansonsten gäbe es keine Debatte. Ein gutes Neues!

Bild des Benutzers rotaderga

Nun hab ich all die Meinungen und Kommentare durchgelesen: schlussendlich kommt es auf den Leser an was er aus einem Forum dieser Art aufnehmen will. Es sollten Gedanken, Anregungen, Meinungen bleiben ohne Personifizierung.
Das Risiko der Einflussnahme von Influencer, Trolle, Halbidioten bleibt nach wie vor erhalten, ist aber nicht größer als im TV, Kirchenkanzel oder Parteimedien.

+1-11
Bild des Benutzers Luis Durni

Weggeli und stutz ( münze)

Bild des Benutzers luigi spagnolli

Herr Franceschini,
einige Kommentatoren haben den wichtigsten Punkt schon erwähnt: es geht nicht um Anonymität oder Transparenz, es geht um Inhalte. Meine persönliche Meinung: damit ihre Beiträge veröffentlicht werden, sollten die Kommentatoren einen dafür fachgerecht ausgearbeiteten Test positiv bestehen, in dem sie beweisen, dass sie eine gewisse allgemeine Kultur, und das spezifische Thema des kommentierten Artikels, genügend beherrschen. In Skandinavien wurde eine diesbezügliche Prozedur sogar patentiert. Grundsätzlich sollten das Recht zu sprechen diejenigen haben, die begründet etwas zu sagen haben. Die Meinungen sind nicht alle gleich wert, besser gesagt, gleich begründet. Die persönliche Meinung eines Menschen ûber ein Thema, von dem er nichts versteht, d.h. in dem er sich keine Ausbildung besorgt hat, ist nicht nur nicht relevant, sondern irreführend. Wünsche Ihnen eine gute Arbeit und viel Erfolg im Jahre 2019!

Bild des Benutzers kurt duschek

...Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann sollten Kommentatoren eine Aufnahmeprüfung bestehen. Ist wohl ein Witz oder ist das tatsächlich so gemeint?

+1-11
Bild des Benutzers luigi spagnolli

Aufnahmeprüfung ist übertrieben. Besser: Bestätigung, dass man sich vorbereitet hat. Wie in jedem Bereich des öffentlichen Lebens. Wenn dann ein Mensch, trotz eigener Ignoranz, über alles seine Meinung äussern will, stehen ihm jede Menge Bar zur Verfügung.

Bild des Benutzers Christian Mair

Luigi Spagnolli ist offensichtlich ein fake user. Niemals würde ein Konservativer oder zumindest Mitte Politiker in einer Demokratie die öffentlich das Recht auf freie MEinungsäußerung eines Bürgers angreifen.

Dieser Kommentar ist leider ein Beispiel warum Klarnamen Sinn machen und eine NEtiquette eine Löschfunktion haben sollte.

@comunity:'
Meldefunktion der Saltowebsite nutzen, um andere User darauf aufmerksam machen zukönnen.

Bild des Benutzers Christoph Moar

Hey Christian. Gigi hat hier schon öfters kommentiert, und seine Beiträge waren bisher dem Verdacht erhaben, es handle sich um ein Fake Profil. Falls du das als spielerische Provokation gemeint haben solltest - guter Punkt!

Falls nicht - prüfe bitte die restlichen Beiträge von Gigi, um dich zu versichern, bevor du womöglich mit melden eine Personenidentifikation in die Wege leitest...

Bild des Benutzers Christian Mair

Hallo Christoph!
ICh habe das ernst gemeint. Umso erschreckender scheint mir, wenn ein ehemaliger führender Politiker WErte wie das Recht auf freie Meinungsäußerung (innerhalb eines rechtlichen Rahmens) angreift.

Welche Institutionen kontrollieren die Institutionen?
Muss das die comunity etwa, o Schreck, selbst machen?
Gibt es kleine Helferleins?

Beispiele:
Tiroler wikileaks http://www.dietiwag.org/index.php?id=1
wikileaks https://derstandard.at/2000091484138/Wikileaks-Gruender-Julian-Assange-i...
Luxleaks https://derstandard.at/2000071977142/Gericht-kippt-Verurteilung-von-Luxl...

+1-11
Bild des Benutzers luigi spagnolli

Sehr geehrter Herr Christian Mair!
Ich habe nicht, und würde nie, die freie Meinungsäußerung angreifen. Freie Meinungsäußerung heisst aber nicht, dass wenig - oder falsch - informierten Personen auf einer globalen Ebene wie INTERNET nicht begründete und nicht korrekte Behauptungen veröffentlichen, die die Leser irreführen, sie zu falschen Überzeugungen bringen und letztendlich eine "Globalisierung der Ignoranz" verursachen. Die Möglichkeit, eigene Meinungen in der ganzen Welt bekannt zu geben, ist wunderbar: muss aber korrekt benützt werden. Die Fake News, von denen heuer viel diskutiert wird, beweisen, dass nicht korrekte und nicht begründete Aussagen zu schlimmen Folgen für einzelnen Personen, aber auch für die Allgemeinheit bringen. Ich schlage einfach vor, eine kulturelle Grenze - mit transparenten und wissenschaftlich bewiesenen Prozeduren geschafft - zu bestimmen: wer diesseits ist, hat das Recht, sich zu äußern, wer jenseits ist, nicht, damit er für die Allgemeinheit nicht schädlich wird. Letzter kann sich aber doch immer informieren: ein anderes Mal wird er den Test bestehen und öffentlich die Überlegungen behaupten können, die er inzwischen, von eigenen geeigneten Kenntnissen unterstützt, sich gedacht hat. Wie gesagt: Recht zu sprechen sollten diejenigen haben, die etwas zu sagen haben... Selbstverständlich muss die Regel für alle gleich sein!

Bild des Benutzers Peter Gasser

... auch oder gerade gut informierte Personen veröffentlichen oft "nicht begründete und nicht korrekte Behauptungen".
"Die Fake News, von denen heuer viel diskutiert wird, beweisen, dass nicht korrekte und nicht begründete Aussagen zu schlimmen Folgen für einzelnen Personen...": ja, davon kann ich ein Lied singen - oder ein ganzes Buch schreiben!!!
Da bin ich grad dankbar, dass dies thematisiert wird.
Zum Allgemeinen: Fake News gehen meist von denen aus, die über beste Kenntnisse verfügen (müss(t)en).
Jeder Bürger MUSS das Recht zu sprechen haben, JEDER! Alles andere ist elitäre Diktatur.
Bürger aus der öffentlichen (!) Diskussion auszugrenzen ist der Anfang vom Ende von Freiheit und Menschenrecht.
Da kollidieren elementarste Weltanschauungen.
"Das RECHT zu sprechen sollten die haben, die etwas zu sagen haben": also in unserer Welt entscheide doch noch immer ich selbst, ob ich "etwas zu sagen habe": alles andere ist Bevormundung, Ausgrenzung, EntRECHTung.
Ich bin nicht mehr nur "verwirrt"...

+1-11
Bild des Benutzers kurt duschek

...PETER GASSER ....auch ich bin Deiner Meinung. Der Vorschlag von Spagnolli könnte von einem meiner Lehrer alter Schule stammen, bei dem Widerspruch, direkte Demokratie, freie Mitsprache, Mitbestimmung, Fremdwörter, ja unbekannt waren. Für mich schwer nachvollziehbar, habe Luigi Spagnolli anders in Erinnerung.

Bild des Benutzers Christoph Moar

Den Diskussionen um Impfung oder Klimawandel wäre ein solcher Vorschlag vielleicht sogar zuträglich :)

*Ironie off*

Die reelle Machbarkeit der Aufnahmeprüfung und die Einschränkung der freien Meinungsäußerung stehen dem Vorschlag aber als nicht kleine Hürden entgegen.

Bild des Benutzers Peter Gasser

(1) "Grundsätzlich sollten das Recht zu sprechen diejenigen haben, die begründet etwas zu sagen haben":
... und wer entscheidet dies? Wer hat schon, beim Lesen eines Artikel/Kommentares, "begründet etwas zu sagen"?
.
(2) "Die persönliche Meinung eines Menschen über ein Thema (...) in dem er sich keine Ausbildung besorgt hat, ist nicht nur nicht relevant, sondern irreführend":
nun denn, dann dürfen 98% der Journalisten gar nicht mehr schreiben worüber sie schreiben... und 98% der Leser hier auch nicht. Und wer nicht Medien studiert hat (wie der Schreiber des zitierten Posts) dürfte diesen seinen eigenen Post auch nicht geschrieben haben ... (er hat es sich ja selbst untersagt)?!
ich bin verwirrt...

+1-13
Bild des Benutzers Klaus Griesser

Ich finde auch dass manche Schreiberlinge eigentlich nur sich selber darstellen und das letzte Wort haben wollen, woran unzählige geduldige Antworten nichts ändern können, andererseits weiten sich dadurch manche "Dialoge" unnötig aus und das eigentliche Thema geht baden.
Ich votiere für Klarnamenpflicht - ich habe mich von Anfang an daran gehalten, habe auch selber mal Herzklopfen ob ich das Geschriebene auch "speichern" = veröffentlichen soll.

Bild des Benutzers Manfred Klotz

Wenn ein großer Teil jetzt schon mit Klarnamen kommentieren kann, dann sollten es andere auch können. Ich verstehe nicht warum da einige ein Problem damit haben. Wenn man etwas Fundiertes zu sagen hat und es in angemessener Weise tut, hat niemand etwas zu befürchten.

+1-11
Bild des Benutzers Harald Knoflach

1. Ich kann CFs Frustration gut verstehen. Diejenigen, die den Unterschied zwischen Pöbeln/Hetzen/Beleidigen und Meinungsfreiheit nicht verstehen, sind sehr mühsame Zeitgenossen.
2. Klarnamenpflicht hilft laut wissenschaftlichen Studien kaum gegen obiges Phänomen. Manche Südtiroler Facebookplattformen, wo viele unter Klarnamen kommentieren, sind der beste Beweis dafür. Eine konsequente Moderation und Durchsetzung der Netiquette kann die Abwärtsspirale aber durchaus durchbrechen.
3. Den meisten Usern ist auch nicht klar, dass das Internet - Klarnamen hin oder her - der unanonymste Ort der Welt ist. Auch wenn man unter Pseudonym kommentiert, kann man rausfinden, wer es war (bzw. zumindest welcher Computer oder welches Handy) und alles bleibt auf immer und ewig abrufbar.
4. Die Forderung nach Aufhebung der Anonymität (die keine ist - siehe Punkt 3) erinnert ein wenig an jene zu den Überwachungskameras. "Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten" ist da ein häufiger Einwand. Freiheit aufzugeben um (vermeintliche) Sicherheit zu erhalten ist aber m. E. der falsche Weg. So wenig ich möchte, dass jeder Winkel der Welt videoüberwacht wird, so wenig möchte ich diese Überwachung (die es ohnehin schon in weiten Teilen gibt) im Internet.

+1-12
Bild des Benutzers Re El
Bild des Benutzers elisabeth garber

konkreter vorschlag: 1e demokratische abstimmung
(anonymes digitales voting auf salto)
zu
entweder klarnamenpflicht & moderation
ODER nicknamen & ??? (da fehlt mir das wort...)

Bild des Benutzers Oliver H.

Wieso nur Klarnamen und Moderation?
Wieso nicht Klarnamen ODER Moderation? Denn wenn man sich die Kommentare durchliest, ist man sich einhellig der Meinung, dass das Niveau verbessert werden kann und sollte. Man ist sich darüber uneins, ob mehr Moderation ODER eine Klarnamenpflicht das Mittel der Wahl dafür ist.

Wenn wie systemisches Konsensieren anwenden würden, stellt es sich meiner Meinung nach so dar:
Innerhalb der Community gibt es einen deutlich größeren Widerstand gegen eine Klarnamenpflicht als gegen mehr Moderation.
Dementsprechend könnte eine konfliktfreie Lösung wie folgt aussehen: Man versucht für 6-12 Monate ob sich eine Moderation positiv auf den Kommentarbereich auswirkt. Sollte dies keine Wirkung zeigen, kann man immer noch eine Klarnamenpflicht einführen.

Wäre das ein Ansatz?

+1-11
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