Arbeitsgruppe schwingt die Hufe
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Besonderer Besuch bei der jüngsten Meraner Gemeinderatssitzung. Die Arbeitsgruppe für die Neugestaltung des Pferderennplatzes referierte gemeinsam mit dem dafür zuständigen Landesrat Cristian Bianchi vor dem Gemeinderat. Damit fällt der Startschuss für die nächste Planungsphase. Im Zentrum stehe die Absicht, das rund 40 Hektar große Areal künftig breiter zu nutzen, erklärt die Arbeitsgruppe.
Neben dem Pferdesport solle der Rennplatz verstärkt für Veranstaltungen, Freizeitangebote und zusätzliche Angebote für die Meraner Bevölkerung geöffnet werden. Wie diese Angebote in Zukunft konkret aussehen, wird allerdings erst in der Wettbewerbsphase bekannt werden.Aus den Reihen der Grünen wurden grundsätzliche Bedenken geäußert. Ist eine tatsächliche Öffnung des Areals beabsichtigt oder die Fortsetzung eines „High Society“-Projekts?
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21 Millionen Euro als Ausgangspunkt
Ausgangspunkt für die geplante Entwicklung ist der Einstieg des Landes. Seit 2024 hält die Provinz 60 Prozent der Anlage. Damit verbunden ist ein erstes Investitionspaket in Höhe von 21 Millionen Euro, wie Landesrat Cristian Bianchi erklärt. Dieses bildet den Rahmen für einen ersten Bauabschnitt, der in ein größeres Gesamtkonzept eingebettet werden soll. Wie Bianchi schilderte, soll zunächst ein offener Planungswettbewerb durchgeführt werden. Ziel sei es, unterschiedliche architektonische Vorschläge zu erhalten. Auf dieser Grundlage soll ein Masterplan entstehen, der die langfristige Entwicklung des Rennplatzes definiert. Erst danach werden konkrete einzelne Bauabschnitte umgesetzt.
Mit ersten größeren Eingriffen ist daher frühestens in den kommenden Jahren zu rechnen. Ein möglicher Umsetzungsbeginn wird derzeit im Zeitraum ab 2028 oder 2029 gesehen.
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Trotz breiteren Angebots bleibt Pferdesport zentral
Insgesamt besteht die Arbeitsgruppe für das Konzept der Neugestaltung des Pferderennplatzes aus vier Mitgliedern. Clara Martone und Richard Stampfl verwiesen darauf, dass Meran insbesondere im Bereich der Hindernisrennen europaweit als Referenz gilt und regelmäßig ein internationales Fachpublikum anziehe. Dies soll auch zukünftig das zentrale Element des Pferderennplatzes bleiben.
Martone betonte auch, dass der Rennplatz schon jetzt nicht ausschließlich für Sport genutzt werde. Angebote wie Gastronomie, Veranstaltungen, Hippotherapie oder die Nutzung durch Initiativen wie das MIND hätten in den vergangenen Jahren bereits zu einer schrittweisen Öffnung beigetragen. Ziel der Neugestaltung sei es nun, diese Nutzungen strukturell besser zu verankern und auszubauen.
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Radikale Öffnung?
Die Grüne Gemeinderatsfraktion brachte mehrere Punkte zur Sprache. Fraktionssprecher Florian Mayr forderte unter anderem mehr Klarheit bei der künftigen Verkehrsanbindung, der Dimension einer möglichen Tiefgarage sowie beim Umgang mit bestehenden gastronomischen Angeboten.
„Was hat die breite Bevölkerung von diesen großen Investitionen?“
Seine Fraktionskollegin Julia Dalsant stellte die soziale Zielrichtung des Projekts in den Mittelpunkt. Dalsant stellt die Frage: „Ich kenne sehr viele Familien, die nicht der High Society angehören. Es wurde viel gesprochen von gehobener Gastronomie und Tourismus. Was hat die breite Bevölkerung von diesen großen Investitionen?“ Die vorgestellten Schwerpunkte in den Bereichen Tourismus, Veranstaltungen, Gastronomie und Rennsport ließen außerdem noch offen, wie stark der Rennplatz künftig tatsächlich für alle zugänglich sein werde. „Es gab in Meran bereits eine Initiativgruppe, die sich für eine radikale Öffnung des Pferderennplatzes einsetzte. In der Bevölkerung gibt es viele unterschiedliche Ideen und ich glaube, auf die darf man auch hören in der weiteren Planung“, so Dalsant.
Zudem mahnt der Grünen-Gemeinderat Johannes Ortner zur Vorsicht, bei der Neugestaltung der Meraner Urbanistik keine Steine in den Weg zu legen, wenn es darum gehe das angrenzende Kasernenareal aufzuwerten.
Vizebürgermeister Nerio Zaccharia brachte auch eigene Vorschläge in die Diskussion ein. So regte er an, im Zuge des Planungswettbewerbs die Nutzung der großen Tribünenfläche für Photovoltaik zu prüfen, um künftig auch benachbarte öffentliche Einrichtungen mit Energie zu versorgen. Zugleich unterstrich er, dass die Investitionen in den Rennplatz nicht zulasten anderer zentraler Bereiche wie Wohnen, Schulen oder Soziales gehen dürften.
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Die 21 Mio. € kann man ja so…
Die 21 Mio. € kann man ja so schön den den eigenen Mitarbeitern in den Spitälern + Schulen vom Teller sparen!
Aha, 21 Mio. werden…
Aha, 21 Mio. werden investiert, um dem Pferdesport bessere Bedingungen zu bieten. Die Bevölkerung blecht, hat aber nichts davon.
Bevor alles Mögliche erweitert wird, wären mal die Räume unter der Tribüne herzurichten und interessierten Vereinen und Organisationen gegen symbolische Miete zu überlassen. Z.B. dem Modellfliegerverein, der seit vielen Jahren auf dem Pferderennplatz fliegt, eine tolle Jugendgruppe aufgebaut hat und diesen Freiluftsport mit viel Herz und Engagement betreibt!
Viele Meranerinnen und Meraner erinnern sich bestimmt an die legendäre Flugshow, die bis vor einigen Jahren immer am 1. Mai auf dem Pferderennplatz stattgefunden hat. Das hat nicht die Stadt Meran organisiert, sondern der Modellfliegerverein „MTM - Modellsportteam Meran“.
Seit Jahren sucht der Verein ein Lokal - auch für die Jugend, die fleißig Flieger bastelt, dabei viel Handwerkliches und Elektronik lernt! Das wäre was für die Bevölkerung, wenn solchen Vereinen geholfen würde, statt den paar elitären Rössern 5-Sterne-Ställe zu bauen!