Sprung ins kalte Wasser
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„Oft sind es die Geschichten anderer, durch die wir wirklich verstehen können, welche Entscheidungen, Handlungen und Lebenswege das Leben von Menschen prägen“, heißt es in der Aussendung zur Filmreihe Storie di migrazione – Migrationsgeschichten, die mit dem heutigen 1. April ihren Anfang nimmt.
Mit dem Ziel, sich erzählerisch den Ängsten, Hoffnungen und Schwierigkeiten anzunähern, die unter anderem auch Migrationserfahrungen begleiten, wurde eine Veranstaltungsreihe angedacht, die über Daten und Statistiken hinausgeht und gelebte Erfahrungen in den Mittelpunkt stellt, „indem sie jenen eine Stimme gibt, die Migration durch Film oder ihr tägliches Engagement erzählen“.
Das Projekt will auch sprachliche Barrieren überwinden und bezieht Regisseurinnen und Regisseure sowie lokale Vereine ein. -
(c) Alpio Lova
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Der Reihe nach. Storie di migrazione – Migrationsgeschichten beginnt mit dem Dokumentarfilm Capaci di volere – Imstande zu wollen von Paolo Vinati und Roberta Dapunt. Der Film erzählt den Aufnahme- und Integrationsprozess, der von der Bezirksgemeinschaft Pustertal im Rahmen des Projekts SPRAR (heute SAI – Aufnahme- und Integrationssystem), finanziert vom Innenministerium, umgesetzt wurde. Anhand der Erfahrungen von sieben kleinen Alpengemeinden zeigt der Dokumentarfilm den Wert von Aufnahme als Akt der Offenheit und Möglichkeit, der neue Perspektiven und Hoffnung schaffen kann: Damit dies gelingt, muss man imstande sein zu wollen. Dapunt und Vinati werden anwesend sein und nach der Vorführung über das Filmprojekt berichten.
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(c) CinetecaBologna
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Die Filmreihe wird nach den Osterfeiertagen mit vier weiteren Filmen fortgesetzt. Am 15. April ist (in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Donne Nissà) der Dokumentarfilm Nadea e Sveta der seit dem Spielfilm Vermiglio national wie international durchgestarteten Regisseurin Maura Delpero zu sehen. Worum dreht sich ihr früher Film aus dem Jahr 2012? Zwei moldawische Frauen leben in Bologna. Die jüngere verdient ihren Lebensunterhalt mit Reinigungsarbeiten, die ältere kümmert sich um eine betagte Dame. Alles ist authentisch – die Gesichter, die Geschichten, die städtische und menschliche Landschaft.
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(c) Fondazione Campania dei Festival
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Am 29. April wird Afronauts gezeigt – in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Savera. Der Film ist inspiriert von der Geschichte von Edward Festus Mukuka Nkoloso, einem Wissenschaftler und Mitglied des sambischen Widerstands, der sich in den 1960er Jahren ein Raumfahrtprogramm vorstellte, um eine afrikanische Frau auf den Mond zu bringen. Ausgehend von diesem Ansatz (der übrigens erst vor wenigen Jahren von der Fotografin Cristina de Middel und der Regisseurin Noutama Frances Bodomo aufgegriffen wurde) möchte der Film neue Formen und Sprachen der zeitgenössischen Welt des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora erforschen sowie eine Kartierung seiner Präsenz in der Region Kampanien erstellen.
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(c) CG Entertainment
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Eine zeitgenössische Geschichte, die im Rhythmus der Musik die Stärke und Schönheit der Multikulturalität feiert, ist Babylon Sisters von Gigi Roccati. Er wird gemeinsam mit der Bibliothek Culture del Mondo am 13. Mai präsentiert. Zum Abschluss der Reihe wird im Rahmen des Quo Vadis? Festivals – organisiert von der Vereinigung lasecondaluna zusammen mit Cedocs – ein besonderer Fokus auf die albanische Bevölkerung gelegt. Zu sehen sein wird dann – in Zusammenarbeit mit der panalbanischen Vereinigung Arbëria – der Film Albania in Südtirol von Erald Dika und Thomas Saglia.
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(c) Korabi
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Übersicht
01.04.2026
Imstande zu wollen - Capaci di volere
P. Vinati, R. Dapunt, 2020, 62‚, Deutsch mit ital. Untertiteln
con/mit Paolo Vinati - Roberta Dapunt
15.04.2026
Nadea e Sveta
M. Delpero, 2013, 62‘, italiano
con/mit Associazione Donne Nissà Frauen
29.04.2026
Afronauts
I. Maman, 2023, 35‚, italiano
con/mit Ide Maman
13.05.2026
Babylon Sisters
G. Roccati, 2017, 85‘, italiano
con Biblioteca Culture del Mondo/mit Bibliothek Kulturen der Welt
05.06.2026
Albania in Südtirol
E. Dika, T. Saglia, 2023, 48', italiano
con/mit Associazione panalbanese Arbëria
Filmvorführungen um 18 Uhr.
TreviLab - Kapuzinergasse 28, Bozen -
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