Innovative, weibliche Landwirtschaft
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„Dass Agitu Ideo Gudetas Wirken über ihren Tod hinausgeht, ist etwas sehr Schönes“, meint Sabine Schrott, die Hauptpreisträgerin 2026. Sie erhielt den Preis für die Erhaltung immateriellen und materiellen Kulturerbes. Am Pustertaler Felderhof in Uttenheim auf 1450 Metern Höhe zeigt Schrott, wie nachhaltige Landschaftsökologie und Widerstand gegen die Vereinheitlichung durch globale Agrarsysteme konkret aussehen: Die Kultivierung von 400 samenfesten Sorten, eigene Jungpflanzenzucht bis hin zur Direktvermarktung, dazu Urlaub am Bauernhof und solidarische Tierhaltung.
Die Jury bestehend aus Martina Schullian, Susanne Elsen, Alessandra Piccoli, Monika Gross und Marion Maier spricht von einem „der überzeugendsten Beispiele“ für zukunftsfähige Landwirtschaft. „Als Frauen teilen wir dieselben Freuden und Problematiken. In diesem Sinne ist es positiv, dass sich Frauen untereinander als Bäuerinnen unterstützen“, meint Schrott. Sie erhielt ein Preisgeld in der Höhe von 2.500 Euro, welches von der Raika Bozen Ethical Banking zur Verfügung gestellt wurde.
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Sichtbarkeit schaffen
Margareth Kaserer, die mit einem Spezialpreis ausgezeichnet wurde, bringt eine andere Perspektive ein: Auf ihrem Aspmayrhof in Unterwangen am Ritten verschmelzen Kunst und Landwirtschaft. Unter dem Namen „Hotel Amazonas“ hat sie ein lebendiges Zentrum für öffentliche Kunst- und Kulturveranstaltungen geschaffen und beherbergt dort internationale Künstler und Künstlerinnen in Residence. „Damit leistet sie einen wertvollen Beitrag für die innovative und nachhaltige Entwicklung ihres ländlichen Umfeldes“, begründet die Jury ihre Entscheidung.
„Ich bin sehr dankbar für diese Wertschätzung und die Würdigung meiner Arbeit“, sagt Kaserer – und fügt hinzu: „Frauen in der Landwirtschaft ticken etwas anders als Männer und die weibliche Sichtweise ist in den Medien und überall, wo es um Landwirtschaft geht, nach wie vor unterrepräsentiert.“ Und genau hier soll der Förderpreis ansetzen.
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„Die Erinnerung lebendig halten“
Kaserer erinnert auch daran, warum dieser Preis existiert. „Die Nachricht vom Femizid an Agitu Ideo Gudeta war für mich ein großer Schock.“ Umso wichtiger sei es, dass ihr Name weitergetragen werde: „Ich freue mich sehr darüber, durch den Preis mit ihr in Verbindung gebracht zu werden. Sie war auch für mich eine Inspiration.“ Die Spezialpreisträgerin findet es toll, dass eine Frauengruppe in memoriam an Agitu Ideo Gudeta diese Initiative ins Leben gerufen hat. „Dadurch wird die Erinnerung an sie lebendig gehalten. Und im Kern geht es darum, dass sich Frauen gegenseitig unterstützen“, meint Kaserer.
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Neben den beiden Preisträgerinnen wurden auch weitere Frauen ausgezeichnet: Lisa Maria Kager in Eppan, die auf ihrem „Hof des Wandels“ regenerative Landwirtschaft mit Bildungsarbeit verbindet, und Sonja Proserpio in Mals, die einen frühmittelalterlichen Hof samt Kulturlandschaft wiederbelebt hat. Mehr als 60 Bewerberinnen hat es in den vergangenen fünf Jahren gegeben, rund 20.000 Euro wurden bisher insgesamt an rund 15 Frauen vergeben. Ihre Projekte sind unterschiedlich – und doch verbindet sie ein gemeinsamer Ansatz: Landwirtschaft als offenes System, das Kultur, Wissen und Gemeinschaft einschließt.
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