Wirtschaft | Kritik

Der IDM-Shop im Waltherpark

Der Kauri Store verkauft im Bozner Waltherpark für die IDM Südtiroler Produkte. Alex Ploner (Team K) kritisiert das scharf, der Geschäftsführer weist die Kritik zurück.
Südtirol Shop
Foto: IDM Südtirol
  • Wenn in der Südtiroler Landeshauptstadt an prominenter Stelle vor dem Bahnhof ein neues Einkaufshaus eröffnet wird, dann darf die IDM nicht fehlen. Zumindest erweckt der im Oktober 2025 eröffnete Südtirol Shop im Waltherpark diesen Eindruck. 

    Auf Nachfrage des Team K-Landtagsabgeordneten Alex Ploner, erklärt Wirtschaftslandesrat Marco Galateo die Gründe für das Projekt mit einem Gesamtbudget von mehr als 260.000 Euro. Ploner kritisiert das Projekt scharf, Daniel Tocca vom Kauri Store verteidigt die Zusammenarbeit mit der IDM.  

    Das Geschäft ist als „Temporary Store“ gedacht, es soll bis zum 14. Oktober 2026 geöffnet bleiben und die „Markenwelt Südtirols für Einheimische und Gäste erlebbar“ machen. In der Testphase soll in Erfahrung gebracht werden, wie hoch die Nachfrage nach Südtiroler Produkten ist. Die Sportbekleidung und Wellnessprodukte im Angebot könnten als Versuch gewertet werden, nicht nur Südtiroler Speck und Äpfel an den Mann und an die Frau zu bringen.

  • Alex Ploner: „Hier wird eine Viertelmillion Euro Steuergeld in ein Projekt gesteckt, das nach einem Jahr wieder verschwindet und niemand weiß, ob es überhaupt etwas bringt.“ Foto: Seehauserfoto
  • Für Ploner fehlt hier allerdings eine klare Strategie und er wirft der IDM vor, Steuergelder zu verschwenden. „Dieses Projekt ist kein zukunftsweisendes Innovationsprojekt, sondern ein teures Marketing-Experiment ohne klare Zielsetzung und ohne messbaren Nutzen“, so der Abgeordnete in einer Mitteilung an die Medien. Denn Umsatzzahlen und Gewinn legt Galateo in seiner Antwort keine vor.

    Dabei könnte es durchaus anders gehen: Das Team K verweist hier auf internationale Beispiele mit Lizenzmodellen, die bei der Nutzung regionaler Marken echten Mehrwert schaffen würden. „So setzen etwa Tourismusdestinationen oder Markenregionen häufig auf Lizenzmodelle, bei denen private Anbieter Produkte unter Verwendung der Marke vertreiben, während die öffentliche Hand über Lizenzgebühren direkt profitiert“, erklärt Ploner. Dieses Prinzip stelle sicher, dass die Marke wirtschaftlich genutzt wird, ohne dass Steuergeld für den operativen Verkauf eingesetzt werden muss. Der Abgeordnete werde eine weitere Landtagsanfrage dazu einreichen, um zu erfahren, wer dieses Projekt in die Wege geleitet hat.

  • Der Shop im Waltherpark

    Betrieben wird das Geschäft im Auftrag der IDM von dem Unternehmen Kauri Store, das sich mit nachhaltiger Mode über Südtirol hinaus einen Namen gemacht hat und für seine Leistungen pro Monat 11.333 Euro erhält. Die Produktauswahl wird von der IDM abgesegnet, die Produkte müssen entweder bereits Markennutzer von dem Südtirol-Label sein oder über eine von der Provinz vergebene Produktlizenz verfügen, etwa auch Bücher von Südtiroler Autorinnen und Autoren. 

  • Daniel Tocca: „Mit unseren nachhaltigen Artikeln passen wir sehr gut zu den Werten der Dachmarke und zur Positionierung Südtirols.“ Foto: Seehauserfoto
  • „Wir von Re-Bello sind als Lizenznehmer der Marke seit vielen Jahren Partner der Dachmarke Südtirol. Mit unseren nachhaltigen Artikeln passen wir sehr gut zu den Werten der Dachmarke und zur Positionierung Südtirols“, erklärt Daniel Tocca, Geschäftsführer des Kauri Store und Gründer der Modemarke Re-Bello. Das Geschäft sei eine Chance dafür, verschiedene Produkte und Marken, die für Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität stehen, unter einem Dach in einer sehr zentralen Lage sichtbar zu machen. „Für uns ist es daher eine spannende Gelegenheit, einen konkreten Test zu machen und zu sehen, wie das Publikum auf dieses Konzept reagiert.“