Zum Geburtstag ein Club-Banger
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Jetzt S+ abonnierenWenn man Lisa Laner nach ihrem Werdegang in der Musikbranche fragt, lacht sie erst einmal. „Ich bin noch gar nicht lange in der Musikwelt unterwegs. Meine ersten Lieder habe ich erst letzten Sommer veröffentlicht“, erzählt die Schauspielerin und Musikerin aus St. Johann im Ahrntal. Heute, am 3. Juli, feiert sie nicht nur ihren Geburtstag, sondern auch die Veröffentlichung ihrer neuesten Single „I Like It Here“.
„Vielleicht ist es auch ein kleiner rebellischer Augenzwinkern, dass man sagt: Es ist aber eigentlich schon geil, das Ausgehen.“
„Das Lied ist ein heißer Partytrack mit coolen Riffs und eingängigen Beats“, beschreibt Laner den Song, der in Zusammenarbeit mit dem Bozner Produzenten Fabian Pichler entstanden ist. Das im Brunecker Club Puka Naka gedrehte Musikvideo fungiert als audiovisuelle Hommage an die Clubkultur. Für sie ist der Track dabei mehr als nur ein Song; es ist eine kleine Provokation angesichts der schwindenden Club-Dichte: „Vielleicht ist es auch ein kleiner rebellischer Augenzwinkern, dass man sagt: Es ist aber eigentlich schon geil, das Ausgehen.“
„Autodidaktisch, aber authentisch“
Lisa Laner ist keine klassische Absolventin von Musikhochschulen – und das ist ein bewusster Teil ihrer Ästhetik. „Ausgebildet bin ich gar nicht“, sagt sie offen. Sie sieht darin vor allem einen Vorteil für ihre künstlerische Integrität: „Ich glaube, das macht es authentisch. Es sind einfache Strukturen; die Lieder sind oft aus drei, vier Akkorden zusammengebastelt und gar nicht so virtuos konzipiert. Es geht wirklich darum, mehr ein Gefühl oder einen Vibe zu bringen.“ Dass Laner auch als Schauspielerin aktiv ist – aktuell steht sie für die „Feuernacht“ von Felix Mitterer in Telfs auf der Bühne – prägt ihren kreativen Ausdruck. Interessant ist ihre Herangehensweise bei der Produktion: „Wenn ich Songs schreibe oder Videos drehe, rede ich oft von mir in der dritten Person. Das ist für mich eine extrahierte Rolle.“
Gemeinsam mit ihrem Bruder Florian Maurer, der sie als kreativer Partner unterstützt, produziert sie ihre Projekte weitgehend in Eigenregie. „Ich schreibe das Storyboard, das Drehbuch, die Songs – das ist ein sehr direkter Prozess“, erklärt sie. Ein Dank geht dabei an Manu vom Puka Naka, dass sie dort filmen durften.
„Man muss ein bisschen ins Schreiben kommen. Kreativität kommt durchs Machen.“
Auf die Frage, ob sie auf den perfekten Moment für eine Melodie wartet, entgegnet sie begeistert: „Oh, das ist eine tolle Frage! Ich glaube, dass viele sich das so vorstellen, dass man durch den Wald geht und dann eine Eingebung hat. Die Songs kommen echt so by doing.“ Oft müsse man erst die „schlechten“ Lieder überwinden, um zu den guten zu gelangen. „Man muss ein bisschen ins Schreiben kommen. Kreativität kommt durchs Machen.“ Privat ist Lisa Laner eine musikalische Entdeckerin. Ihre Einflüsse reichen von italienischem Hip-Hop über Schlager und Afro-House bis hin zu Klassik und arabischer Musik. Aktuell findet sie viel Inspiration in den Soul- und Funk-Elementen der 70er Jahre, mit denen sie in ihren zukünftigen Produktionen möglicherweise experimentieren möchte.
Live auf der Bühne
Nachdem sie bisher bewusst zurückhaltend mit öffentlichen Auftritten war, um ihr Repertoire zu festigen, folgt nun der nächste Schritt: „Am 22. Juli spiele ich im UFO in Bruneck mit einer kompletten Bandbesetzung – Gitarre, Schlagzeug, Bass. Das ist das erste Mal, dass wir mit der eigenen Musik offiziell nach außen gehen.“ Lisa Laner möchte mit ihren Songs Momente einfangen, mit denen sich Hörerinnen und Hörer identifizieren können. Das neue Release markiert einen weiteren konsequenten Schritt in Laners künstlerischer Laufbahn und macht neugierig auf ihre weitere musikalische Entwicklung.