Ab heute Verhütung kostenlos
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Jetzt S+ abonnierenVerhütung soll für junge Menschen in Südtirol nicht mehr am Preis oder mangelnder Aufklärung scheitern. Ab heute, 1. September, startet ein einjähriges Pilotprojekt, das 14- bis 25-Jährigen mit Wohnsitz in Südtirol kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglicht. Das Angebot gilt für Menschen aller Geschlechter sowie für „besonders schutzbedürftige Personen“.
Für das erste Projektjahr stellt das Land rund 500.000 Euro bereit. Nach Abschluss der Pilotphase sollen die Ergebnisse ausgewertet werden. Fällt die Bilanz positiv aus, könnte das Angebot verlängert oder dauerhaft übernommen werden.
Beratung ist Voraussetzung
Kostenlos erhältlich seien die Antibabypille, Vaginalringe, Hormonpflaster, Spiralen, subkutane Implantate und Kondome. Voraussetzung ist eine verpflichtende Beratung und bei Bedarf folgt auch eine gynäkologische Untersuchung. Anschließend erhalten die Anspruchsberechtigten ein Verschreibungsblatt. Damit können sie das verordnete Verhütungsmittel innerhalb von 30 Tagen kostenlos in öffentlichen oder privaten Apotheken abholen. Kondome werden direkt in den Beratungsstellen ausgegeben.
„Aufklärung, Beratung und ein einfacher Zugang zu Verhütungsmitteln sollen vor allem jungen Menschen helfen, eigenverantwortliche und informierte Entscheidungen zu treffen“
Die Beratung soll sich nicht auf die Anwendung der verschiedenen Verhütungsmethoden beschränken. Gedacht ist das Angebot als Aufklärungs- und Informationsdienst über Sexualität, Kinderwunsch und den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Gesundheitslandesrat Hubert Messner bezeichnet den Projektstart als wichtigen Schritt für Prävention und Gesundheitsförderung. „Aufklärung, Beratung und ein einfacher Zugang zu Verhütungsmitteln sollen vor allem jungen Menschen helfen, eigenverantwortliche und informierte Entscheidungen zu treffen sowie Risiken zu verringern“, erklärt Messner.
In der ersten Phase beteiligen sich die privat konventionierten Familienberatungsstellen sowie die Mädchenambulanzen der Krankenhäuser Brixen, Sterzing und Innichen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch die öffentlichen Familienberatungsstellen des Südtiroler Sanitätsbetriebs hinzukommen.
Begründet wird das Vorhaben auch mit den jüngsten Zahlen zu den freiwilligen Schwangerschaftsabbrüchen. Laut Landesstatistikinstitut ASTAT wurden 2025 in Südtirol 595 Abbrüche vorgenommen, 13,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Fast die Hälfte der betroffenen Frauen war zwischen 18 und 29 Jahre alt. Rund 24 Prozent hatten bereits zuvor einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen.
(do)
Interessierte können sich an folgende Beratungsstellen wenden:
- Familienberatungsstelle AIED – Bozen, Corso Italia 13M, Tel. 0471/979399
Sekretariatszeiten: Montag bis Freitag 09:00–12:00 Uhr, Dienstag und Mittwoch 15:00–18:00 Uhr
www.aiedbz.it , [email protected] - Familienberatungsstelle L’Arca – Bozen, Via Sassari 17B, Tel. 0471/930546
Sekretariatszeiten: Montag bis Freitag 09:00–11:00 Uhr, Montag und Mittwoch 14:00–16:00 Uhr
[email protected] , www.arca.bz - Familienberatungsstelle Mesocops – Bozen, Laubengasse 22, Tel. 0471/976664
Sekretariatszeiten: Montag bis Donnerstag 09:00–12:30 Uhr und 14:30–18:00 Uhr, Freitag 09:00–12:30 Uhr
www.mesocops.it - Familienberatungsstelle LILITH – Meran, Marlengostraße 29, Tel. 0473/212545
Sekretariatszeiten: Montag bis Freitag 08:30–12:30 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 15:00–17:00 Uhr
[email protected], www.lilithmeran.com - Familienberatungsstelle P. M. KOLBE – Bozen, Mendelgasse 19, Tel. 0471 401959
Sekretariatszeiten: Montag bis Freitag 08:30–12.00 Uhr, Dienstag 14:00–16:00 Uhr (nach Terminvereinbarung).
https://consultoriokolbe.it/de/ , [email protected]
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Landesverwaltung: https://gesundheit.provinz.bz.it/de/pharmazeutische-versorgung-apotheken