Das Originalklang-Projekt
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Jetzt S+ abonnierenEin ungewöhnliches Experiment beschließt das diesjährige Bolzano Festival Bozen: Das Mahler Academy Orchestra bringt Mahlers Vierte Symphonie auf historischen Instrumenten auf die Bühne – so, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung geklungen hat.
Um Mahlers Werk in seiner ursprünglichen Klangfarbe zu erleben, reicht es nicht, historische Partituren zu lesen – man muss die Instrumente von damals spielen.
Jede Epoche hat ihren eigenen Sound. Er entsteht nicht nur durch die Komposition selbst, sondern vor allem durch die Instrumente der jeweiligen Zeit, ihre Materialien und die Spielweise der Musiker. Um Mahlers Werk in seiner ursprünglichen Klangfarbe zu erleben, reicht es nicht, historische Partituren zu lesen – man muss die Instrumente von damals spielen. Am Donnerstag, 4. September 2026, führt das Mahler Academy Orchestra um 20:00 Uhr im Stadttheater Bozen Mahlers Vierte Symphonie auf Originalinstrumenten auf. Es ist die dritte Auflage dieses besonderen Projekts.
Die Streicher nutzen Darmsaiten, die für einen spürbar wärmeren Ton sorgen.
Möglich macht diesen historischen Klang eine Kooperation mit dem Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler Toblach Dolomiten. Das Zentrum hat eine Sammlung von Blags- und Schlaginstrumenten erworben, die Anfang des 20. Jahrhunderts speziell für das Orchester der Wiener Staatsoper angeschafft wurden. In Material und Mechanik unterscheiden sie sich deutlich von modernen Instrumenten. Die Streicher nutzen Darmsaiten, die für einen spürbar wärmeren Ton sorgen. Unter der wissenschaftlichen Begleitung des Spätromantik-Experten Clive Brown widmet sich das Ensemble der 1899/1900 entstandenen Symphonie, die Mahlers erste schöpferische Phase abschließt.
Nachwuchs trifft Profis
Das Mahler Academy Orchestra setzt sich aus zwei Gruppen zusammen: 50 Nachwuchstalente, die aus Hunderten internationalen Bewerbungen ausgewählt wurden, spielen gemeinsam mit 40 Profis aus führenden europäischen Orchestern – darunter Mitglieder der Berliner Philharmoniker, der Wiener Symphoniker, der Staatskapelle Dresden, des Mahler Chamber Orchestra und des Concertgebouw-Orchesters. Die musikalische Leitung liegt bei Philipp von Steinaecker, dem Kurator der Akademie und ehemaligen Weggefährten von Claudio Abbado. Den Solopart übernimmt die schwedische Sopranistin Johanna Wallroth. Eröffnet wird der Abend mit Leoš Janáčeks Bläsersextett Mládí. Nach dem Konzert in Bozen und einer weiteren Aufführung am 5. September im Kulturzentrum Grand Hotel Toblach geht das Ensemble auf Europatournee. Auf dem Programm stehen Auftritte in der Mailänder Scala, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Concertgebouw Amsterdam sowie ein Debüt bei den Proms in der Royal Albert Hall in London.
Konzert & Tickets
Bozen: Donnerstag, 04.09.2026, 20:00 Uhr, Stadttheater Bozen
Toblach: Freitag, 05.09.2026, 18:00 Uhr, Euregio Kulturzentrum Grand Hotel Toblach
Karten: An der Kasse des Stadttheaters Bozen (Di–Fr 14:30–19:00 Uhr, Sa 15:30–19:00 Uhr, Tel. 0471 053800), online unter www.ticket.bz.it oder via E-Mail an [email protected].