Umwelt | Extremwetter

„Vahrn in weiß“

Durch den gestrigen Hagelsturm in Vahrn kam vor allem die Landwirtschaft zu Schaden. Bürgermeister Andreas Schatzer spricht sich für bessere Frühwarnsysteme aus, während das Unwetter erneut die politische Diskussion über den Klimawandel entfacht.
So sah es gestern Abend im Dorfzentrum von Vahrn aus. Bild: Facebook/Verkehrsinfo.it

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Gestern Abend zog ein Hagelsturm mit starkem Wind über Vahrn hinweg. „Unglaublich, dass man fast eine Angst kriegt, wenn man die Haustür aufgemacht hat“, erzählt Andreas Schatzer, der Bürgermeister von Vahrn. „Das Dorf war komplett weiß und die Brennerstraße wie ein Bach“, sagt er. Schatzer berichtet davon, dass entlang der Straße vor den Garagentoren über ein Meter Hagelkörner lagen.

Die großen Schäden habe laut Schatzer die Landwirtschaft, da gestern und heute mit der Traubenernte begonnen wurde. „Wo keine Hagelschutznetze gehangen sind, hat es, glaube ich, ziemlich viel Ernte ruiniert“, so Schatzer.

Verletzte Personen gab es glücklicherweise keine, aber einige Hausfassaden, Rollos und Garagentore hätten Schäden davongetragen und es kam zu Überschwemmungen in einigen Kellern der Gemeinde. „Die Feuerwehr ist insgesamt zu 30 Einsätzen ausgerückt. Die Aufräumarbeiten werden noch die nächsten Tage in Anspruch nehmen“, berichtet Schatzer. Vor ein paar Jahren seien zwar größere Hagelkörnern niedergegangen, aber nicht annähernd in der Menge wie gestern, wo 20 - 30 Zentimeter Hagel auf den Straßen lagen.

Bessere Frühwarnsysteme nötig

Die Bevölkerung konnte vor dem Ausmaß des Unwetters – abgesehen vom Wetterbericht – nicht gewarnt werden. „Das ging alles zu schnell und das Ausmaß konnte nicht hervorgesehen werden“, meint Schatzer. Auch die Dauer von etwa 15 Minuten war nicht zu erwarten. Der Bürgermeister von Vahrn stimmt deswegen zu, dass es in Zukunft mehr frühzeitige Warnsysteme braucht. „Da wird man sich ein paar Gedanken machen müssen“, sagt Schatzer.

Andreas Schatzer, Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Vahrn: „Die Aufräumarbeiten werden noch die nächsten Tage in Anspruch nehmen“. Andy Odierno

Die ewige Debatte ums Klima

In einem heute veröffentlichten Social-Media-Video erinnert der Landtagsabgeordnete der Grünen, Zeno Oberkofler, im Zuge des gestrigen Unwetters an eine Diskussionssendung vor den Landtagswahlen 2023 mit Anna Scarafoni (Fratelli d’Italia). Die Rechtspolitikerin behauptete darin gegenüber Oberkofler, dass die globale Erderwärmung nicht von der Luftverschmutzung oder den menschlichen Umweltbelastungen abhänge, sondern „von den Veränderungen der Erdachse bei ihrer Bewegung gegenüber der Sonne“ (im Original „alle variazioni dell’asse terrestre nel suo movimento rispetto al sole“). Eine Studie des italienischen Instituts BiDiMedia zeigt, dass italienische Rechtswähler nicht nur seltener angeben, dass die Sommer heißer werden, sondern den menschgemachten Klimawandel auch deutlich stärker in Zweifel ziehen als Wähler des Mitte-Links-Spektrums.

Oberkofler kritisiert, wer noch heute die Klimakrise leugnet, Wirtschaft, Landwirtschaft und Menschenleben gefährde. Stattdessen müsse man Emissionen senken und sich an die zunehmenden Extremwetterereignisse anpassen.