Im Geiste von Franziskus
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Jetzt S+ abonnierenFranziskus zum Klingen bringen: Zum 800. Todestag treffen (für diesen Artikel) Buch, Film, Musik und Poesie aufeinander. Wolftraud Schreiber de Concini zeichnet einen lebensfrohen, liebenden Franziskus, Rossellini erzählt seine frühen Jahre, Patti Smith folgt seinen Spuren – und in der kleinen Kirche von St. Johann in Bozen gibt es an zwei Abenden ein Konzert zum außergewöhnlichen Heiligen.
E Francesco cammina canta danza
Die im Frühjahr 2026 verstorbene Autorin Wolftraud Schreiber de Concini hat kurz vor ihrem Tod ein Buch über den Heiligen Franziskus mit dem Titel E Francesco cammina canta danza geschrieben. Wenige Tage bevor es in Druck ging, sagte sie im Gespräch mit SALTO anlässlich der Veröffentlichung diverser Auszüge aus ihrem Buch über den Heiligen Franz von Assisi: „Franziskus drückt seine Gedanken und Vorschläge mit Bewegungen aus, die wie ein Tanz wirken“, meinte sie gegenüber SALTO noch vor wenigen Monaten.
Giovanni di Pietro di Bernardone, später Franziskus genannt, wächst als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers auf. Er ist lebenslustig, eitel und träumt zunächst von Ruhm und einem Leben als Ritter. Die Begegnung mit dem Kreuz von San Damiano wird zum entscheidenden Wendepunkt: Franziskus fühlt sich berufen, die Kirche zu erneuern. Er gibt seinen Besitz auf, trennt sich von seinem Vater und entscheidet sich für ein Leben in Armut und nach dem Evangelium. Immer mehr Menschen schließen sich ihm an, darunter Bernardo da Quintavalle, Pietro Cattani und Egidio. 1209 ziehen zwölf Gefährten nach Rom und bitten Papst Innozenz III. um die Anerkennung ihrer Lebensform. Trotz des Gegensatzes zwischen der mächtigen Kirche und den armen Brüdern erhält Franziskus schließlich die mündliche Zustimmung.
Die Autorin beschreibt den Wendepunkt und die radikale Veränderung in seinem Leben, die Entstehung der franziskanischen Gemeinschaft, seine Begegnung mit dem Islam sowie sein Verhältnis zur Kirche, zur Liebe, zur Natur und zur Schöpfung. Diese Haltung findet ihren Höhepunkt im „Cantico delle Creature“ (Sonnengesang). Ein weiterer Schwerpunkt ist die Beziehung zwischen Franziskus und Chiara Scifi, der späteren heiligen Klara.
- Ein Textausszug
Da alcuni anni, da quando me l’ha regalata una monaca clarissa, mia amica, porto al collo una croce in legno a forma di Tau.
La porto tutti i giorni, con qualunque abbigliamento e in qualsiasi occasione, non solo nella convinzione che mi protegga, ma che mi porti pace e fortuna. Delle volte, avendola dimenticata a casa, desisto da progetti ardui, da strade difficili.
Superstizione? Fede?
Vorrei trovare qualcuno che mi illumini sulla differenza.
Solo per questo mio dubbio sarei stata condannata, secoli addietro, come eretica. Forse come strega.
Sotto il segno del Tau, simbolo con cui Francesco d’Assisi amava firmare lettere e benedizioni, ho cominciato a scrivere questo piccolo libro. L’ho fatto dopo un viaggio in Umbria in cui, protetta dal Santo d’Assisi, tutto, ma proprio tutto mi era andato bene.
Il testo è un’interpretazione molto personale della vita di Giovanni di Pietro di Bernardone: questo il vero nome di San Francesco.
Il titolo „e Francesco cammina canta danza“ potrà suonare banale e fuorviante. Invece esprime simpatia per questo Santo, per la sua gioia di vita. E amore, tanto amore per Francesco. Che viveva l’amore in ogni suo gesto.
Che era amore.
Lui, ne sono sicura, avrebbe sorriso di questa mia dichiarazione di affetto.
E forse avrebbe composto una canzone. Magari in lingua provenzale. Che io amo quanto amo, per molta frequentazione, la Provenza.
Prima di entrare, con i testi che seguono, nella vita di Francesco d’Assisi raccontata a tracce, mi preme riportare un ricordo. Alcuni anni addietro ho realizzato un libro fotografico dal titolo „Frati cari fratelli“ sulla vita quotidiana dei frati cappuccini del Trentino. È stata un’esperienza umana straordinaria e tutti loro, in primis Padre Angelico Kessler, mi hanno accompagnato in un periodo non facile della mia vita. Con sensibilità e umiltà francescana. I Cappuccini, infatti, fanno parte della grande famiglia dei Frati Francescani.
Einen weiteren Textauszug und weitere Artikel zum 800. Todestag von Franziskus lesen sie im Rahmen von SALTO Weekend.
Wolftraud Schreiber de Concini zeigt Franziskus als lebensfrohen, singenden, tanzenden und liebenden Menschen, dessen zentrale Botschaft die radikale Hinwendung zu Armut, Einfachheit, Liebe, Frieden und Achtung vor allen Geschöpfen ist. Die Autorin verbindet historische Überlieferungen mit ihrer persönlichen Faszination. Sie zeichnet das Bild eines bewegten, fröhlichen und von Liebe geprägten Franziskus.
Franziskus-Konzert in St. Johann
La Bottega Cattolica organisiert anlässlich des 800. Jahrestages des Heiligen Franz von Assisi eine Veranstaltung in der Kirche St. Johann in Bozen. Mit dabei ist das Moecki-Flötenquartett, bestehend aus Johanna Veit und drei ihrer ehemaligen Schülerinnen. Drei weitere Schülerinnen der Musikschule – Marie Dorfmann, Greta Schacher und Sarah Obrircher, Gewinnerinnen des Wettbewerbs „Prima la Musica“ – bereichern das Programm mit der Zither.
Gustavo Brinholi hat den „Cantico delle creature“ sowie den letzten Brief, den der heilige Franziskus einem Mitbruder diktierte, vertont. Darin bat Franziskus seine Nachfolgerin Jacopa di Settesoli, ihn vor seinem Tod in Assisi zu besuchen und ihm die Mandelgebäckstücke mitzubringen, die er so sehr liebte: das „Mortariolum“, heute bekannt als „Mostaccioli“. Das Konzert findet am 1. und 2. Oktober ab 20 Uhr statt.
Where Francis Walked
„Ein lang erwartetes Wiedersehen mit einer der prägendsten Künstlerinnen unserer Zeit!“, schreibt das Festival Transart auf seiner Website. Im Zeichen von Franziskus lädt das Festival am 29. November zu einem Postludium, zu welchem Patti Smith nach ihrem legendären Auftritt im Jahr 2010 nach Bozen zurückkehren wird. Leider nicht mehr in die alte Bahnhofsremise Bozen, sondern in den NOI Techpark. Dabei hatte Patti Smith vor sechzehn Jahren so eine wahnsinnige Freude mit der Fabrikhalle, in der normalerweise Eisenbahnlokomotiven auf Vordermann gebracht werden, dass sie während ihres damaligen Transart-Auftritts anregte, für den Erhalt solcher Areale wie die Bahnhofsremise zu kämpfen, sie mit Kultur dauerhaft zu besetzen, denn, so Patti Smith: „People have the power.“ Dieser zum Lied gewordene Satz möge nicht vergessen werden. „Never!“ Damit outete sie sich als kulturelle Hausbesetzerin.
Zwei Jahre nach ihrem Auftritt in Bozen besuchte die Ur-Oma des Punk Patti Smith die kleine Stadt Assisi und war beeindruckt. Anlässlich des 800. Todestages schrieb sie auf Einladung der Franziskanergemeinschaft in Assisi das Gedicht Where Francis Walked, das dem Projekt seinen Titel verleiht. Das Akustikkonzert Words and Music – Where Francis Walked verbindet Musik, Lyrik und persönliche Erinnerungen zu einem Porträt ihrer künstlerischen und spirituellen Entwicklung. Das Konzert ist ausverkauft. Aus und Amen.
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