Südtirol für Kinder
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Es klappert, rauscht und spritztEx libris
Questo estratto dal libro di Oswald Stimpfl fa parte del formato „Ex libris“ su SALTO.
Dieser Auszug aus dem Buch von Oswald Stimpfl ist Teil des Formats „Ex libris“ auf SALTO.
INS MÜHLENTAL BEI CAMPILL
Im Herzen der Dolomiten, in Campill bei St. Martin in Thurn im Gadertal, treibt das Wasser des sprudelnden Seresbachs eine ganze Reihe von restaurierten Mühlen und alten Maschinen an. Die Einheimischen nennen dieses besondere Tal „Val di Morins“ – das Tal der Mühlen. Früher liefen die Mühlen ausschließlich im Herbst, nach der Getreideernte, heute werden sie vor allem für Besucher in Betrieb genommen. Eine davon wird im Sommer sogar regelmäßig mittwochs von 10 bis 15 Uhr in Gang gesetzt.
WAS KINDERN GEFÄLLT
Rinnen, Schleusen und Sperren leiten das Wasser des Seresbaches auf die großen, hölzernen Mühlräder. Es klappert, rauscht und spritzt, wenn das Wasser auf die Räder trifft und sie in Bewegung setzt. Die Technik dahinter ist komplex und doch verblüffend einfach. Das Wasser dreht die schweren Mühlräder, die dann über Zahnräder und Wellen die Mahlsteine antreiben. Einige der Mühlen gehören zu den Höfen des kleinen Weilers Seres, andere zu den Häusern von Miscì. Nur die erste Mühle kann von innen besichtigt werden, aber keine Sorge: Die restlichen sieben Mühlenhäuschen sind ebenfalls restauriert und von außen sieht man die spannende Technik sehr gut. Das Wasser saust munter durch die hölzernen Zuflussrinnen und sorgt mit dem richtigen Gefälle für die nötige Kraft, um das Schaufelrad anzutreiben. Der Rundweg durchs Mühlental ist nicht nur ein Ausflug in die Natur, sondern auch eine Reise in die Geschichte: Hier wird das Leben der Bergbauern von einst lebendig – man kann sich gut vorstellen, wie die Menschen früher gearbeitet und gelebt haben, um ihr tägliches Brot zu sichern.
TIPP
An der Forststraße, die kurz vor Miscì westlich abzweigt (Weg Nr. 3, 5), ist in schönstem Wiesen- und Waldgelände am Campiller Bach eine Grillstelle mit Tischen und Bänken eingerichtet; eine Quelle spendet kristallklares Trinkwasser. Ein idealer Platz für eine Jause im Freien.
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Picknick am See
ZUM QUELLENSEE IN GOLDRAIN
Der Quellensee in Goldrain ist ein toller Ort für Familien, die Natur und Ruhe lieben. Obwohl eigentlich nur ein Teich, macht das Gewässer mit seiner schönen Umgebung richtig was her! Rundherum gibt es große Wiesen, die Etsch, Obstbäume und viel Platz zum Spielen. Das Beste: Der Eintritt ist kostenlos, und der See ist ganz einfach zu erreichen.
WAS KINDERN GEFÄLLT
Am Quellensee warten viele Abenteuer! Zwischen Büschen und Bäumen stehen Tische und Bänke – perfekt, um die mitgebrachte Jause zu verzehren. Während die Erwachsenen den Tisch decken, können die Kinder an den Spielgeräten und Rutschen toben, Enten beobachten, oder – wenn sie schon größer sind – am Bolzplatz hinter der Seebar den Ball kicken.
Ein kleiner Uferbereich ist jedoch abgegrenzt, da können die Kids im Sand spielen und nach Herzenslust mit dem Wasser planschen.
Wer Lust aufs Angeln hat, kann sich in der Bar eine Fischerkarte holen und die nötige Ausrüstung ausleihen. Mit etwas Glück beißt ein Fisch an, und wenn der Wirt Zeit und gute Laune hat, grillt er den frischen Fang und serviert ihn! Aber aufgepasst: Der Quellensee ist kein Badesee. Ein kleiner Uferbereich ist jedoch abgegrenzt, da können die Kids im Sand spielen und nach Herzenslust mit dem Wasser planschen. Der Teich liegt günstig in der Nähe vom Bahnhof und direkt am Vinschger Radweg. Wasser gegen den Durst fließt frisch aus einem Brunnen, um den See gibt es Bänke, Tische und Liegen für ein Picknick. Das See- und Bikerestaurant Ban Silvio bietet pfiffiges Essen, Eis, Kuchen und eine Liegewiese für die Erwachsenen zum Entspannen und für alle Fälle eine Toilette!
TIPP
Der Latschanderwaalweg ist einer der beliebtesten Waalwege und mit seinen 8 Kilometern auch einer der längsten im Vinschgau. Außerdem führt er meist Wasser, das er aus der Etsch bezieht. Wer mag, wandert von Goldrain oder dem Weiler Tiss ein Stück auf dem Waalweg.
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Zur Person
Oswald Stimpfl, in Bozen geboren, kennt Südtirol wie seine Westentasche. Als Vater und Großvater weiß er, was Kindern gefällt. Der begeisterte Wanderer und Genießer hat zahlreiche Reiseführer verfasst; bei Folio u. a.: Wandern und Einkehren in Südtirol (2022), Weinwandern in Südtirol (2021),
Südtirols schönste Waalwege (2021) und gem. mit Maria Kampp: Oh! Bozen (2024).
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Über dem Abgrund
DER MONTE DI MEZZOCORONA
Unser Ausflug führt zum Monte di Mezzocorona, einer kleinen Hochfläche im Trentino, nur wenige Kilometer von der Südtiroler Grenze entfernt. Schon der Anblick der gelb-grauen Felswände, die steil emporragen, weckt Abenteuerlust. Ausgangspunkt ist das Dorf Mezzocorona mit dem ersten Höhepunkt, der Seilbahnfahrt. Am Hochplateau erwarten uns eine Hängebrücke und eine Aussichtsplattform mit schönem Blick über das Etschtal.
WAS KINDERN GEFÄLLT
Vom Talboden aus bringt uns die kleine Seilbahn – wie ein Aufzug ohne Seilstützen und mit Platz für gerade mal sieben Personen – in nur 3 Minuten auf 891 m und überwindet dabei 620 Höhenmeter.
Direkt neben der Bergstation der Seilbahn ragt die große Aussichtsplattform „Sky Walk“ mit gläsernem Boden von der Kante der Hochfläche über einen bodenlosen Abgrund hinaus. Der Ausblick auf die Rotaliana-Ebene und das Etschtal ist überragend! Auf einem gut ausgeschilderten Rundweg geht es dann etwa einen Kilometer über Wiesen und durch ein Waldstück zur stählernen
Hängebrücke „Ponte Tibetano“. Diese 123 Meter lange, leicht schwankende Brücke über eine schaurig tiefe Felsschlucht zu überqueren, ist ein Abenteuer für sich! Über den gekiesten Fahrweg geht es dann unter der Brücke hindurch zum Gasthaus Ai Spiazzi und zur Seilbahn zurück. Die gesamte Gehzeit beträgt etwa 45 Minuten bei nur 80 Höhenmetern Aufstieg – ideal auch für den Kinderwagen.
TIPP
Nach dem Rundweg lockt das Gasthaus Ai Spiazzi nahe der Seilbahn mit einer großen Spielwiese, einem gut ausgestatteten Spielpatz sowie Tischen unter schattigen Bäumen. Gute Küche, Trentiner Spezialitäten, darunter „Tortel di patate“, eine besondere Art Kartoffelpuffer mit vielen speziellen Beilagen. Den Kids schmeckt die süße Variante mit der Soße aus Heidelbeeren.
Ob zu Fuß, auf dem Rad oder per Seilbahn: Oswald Stimpfl nimmt uns mit zu 77 spannenden Ausflugszielen im ganzen Land. Es geht in den Hochseilgarten und an den See, zum Vogeldoktor, in den Streichelzoo und zum Lama-Trekking, zum Bogenschießen und in den Stollen, auf den Berg und in die Burg. Wagemutige und Neugierige, Naturfans und Abenteuerlustige werden begeistert sein. Kurze Wege zu verlockenden Zielen lassen selbst Wandermuffel erwartungsvoll den Rucksack schultern. Und immer weiß der Autor Hintergrundgeschichten – zum Schmunzeln oder zum Staunen. Mit allen wichtigen Infos zu Anfahrt, Ausrüstung und den besten Einkehrtipps.
Das Buch ist Folio Verlag erschienen.
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