Politik | Aluminium Bozen

„Da braucht es keinen Stress“

Die Gewerkschaften sorgen sich um Aluminium Bozen und fordern ein Treffen mit Unternehmen und Land. Landeshauptmann verweist auf laufende Gespräche mit dem Unternehmen.
Landeshauptmann Arno Kompatscher: sieht keinen Grund zur Beunruhigung: „Das ist total relaxed“ Bild: Andy Odierno/SALTO

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Die Gewerkschaften FIM-CISL, FIOM-CGIL, UILM-UIL Alto Adige/Südtirol fürchten um die Zukunft von Aluminium Bozen und verlangen dringend Gespräche mit Unternehmen und Land. Landeshauptmann Arno Kompatscher sieht dagegen keinen Grund für Alarmismus: Mit dem Unternehmen sei man bereits in einem „konstruktiven Austausch“.

Die Gewerkschaften: befürchten, dass ohne eine Lösung für die auslaufende Konzession und ohne einen transparenten Industrieplan das Risiko eines Produktionsstillstands und des Verlusts von Arbeitsplätzen bestehe. Seehauserfoto

Gewerkschaften wollen Gespräche

Im Zentrum des Konflikts steht das Gelände der heutigen Gießerei von Aluminium Bozen. Die Fläche gehört dem Land, die entsprechende Konzession läuft 2030 aus. Danach will das Land das Areal für die weitere Expansion des NOI Techpark nutzen. Wie SALTO Anfang September berichtete, sieht der Ausbauplan für den Technologiepark zusätzliche 318.000 Kubikmeter und langfristig eine Ausdehnung auf das derzeit von der Gießerei genutzte Gelände vor.

Genau diese Perspektive sorgt nun bei den Gewerkschaften für Unruhe. Ohne eine Lösung für die auslaufende Konzession und ohne einen transparenten Industrieplan bestehe das Risiko eines Produktionsstillstands und des Verlusts von Arbeitsplätzen, schreiben die Gewerkschaften FIM-CISL, FIOM-CGIL und UILM-UIL.

Diese fordern deshalb ein dringendes Treffen zwischen Gewerkschaften, Eigentümern von Aluminium Bozen und dem Land. Dabei wollen sie unter anderem wissen, welche Pläne das Unternehmen für den Standort verfolgt, wie das Land mit der auslaufenden Konzession umgehen will und wie die Beschäftigung langfristig gesichert werden soll.

SALTO

Kompatscher: „Da braucht sich noch niemand Sorgen machen“

Landeshauptmann Kompatscher weist die Darstellung einer festgefahrenen Situation jedoch zurück. „Wir sind in einem total konstruktiven Austausch mit dem Unternehmen“, sagt Kompatscher gegenüber SALTO. „Aluminium Bozen weiß bereits seit rund zwei Jahrzehnten, dass entsprechende Fälligkeiten bestehen. Das Unternehmen selbst hat sich an das Land gewandt, um zu klären, wie es mit den Flächen weitergeht.“

Derzeit werde gemeinsam nach einer Lösung gesucht. „Da braucht sich jetzt noch niemand Sorgen machen“, so Kompatscher. Dass aktuell kein Treffen mit den Gewerkschaften vorgesehen sei, bedeute nicht, dass sich das Land einem Austausch verweigere. Vielmehr sei zunächst zu klären, welche Lösung zwischen Land und Unternehmen möglich ist. Dabei macht der Landeshauptmann auch deutlich, dass das Land eigene Interessen mit dem Areal verbindet: „Wir möchten den NOI-Techpark weiterentwickeln. Gleichzeitig wollen wir gemeinsam mit dem Unternehmen eine Lösung finden, die für alle gut ist“.

Der Ausbau des NOI Techpark wird vom Land derzeit in mehreren Projekten vorangetrieben. Für 2026 wurden weitere Investitionen beschlossen, zudem befinden sich zusätzliche Labor-, Büro- und Forschungsflächen in Planung beziehungsweise Umsetzung.

Zukunft des Standorts bereits länger Thema

Die Frage nach der Zukunft von Aluminium Bozen ist nicht neu. Bereits im März war sie Gegenstand einer Anfrage im Südtiroler Landtag. Darin wurde unter anderem die Möglichkeit eines Umzugs des Unternehmens thematisiert, um Flächen für eine Erweiterung des NOI Techpark freizumachen.

Während die Gewerkschaften nun rasche Klarheit und eine direkte Einbindung der Arbeitnehmervertretungen fordern, sieht Kompatscher die Lage deutlich entspannter. „Das ist total relaxed. Da braucht es keinen Stress“, sagt der Landeshauptmann. Die Gewerkschaften kündigen in ihrer Aussendung hingegen an, weitere Schritte zu prüfen, sollte in nächster Zeit keine Antwort auf ihre Forderungen folgen.

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