Umwelt | Verkehr

Seiser Alm: Flop der Zufahrtskontrolle

Vor drei Monaten ist die neue Zufahrtskontrolle auf die Seiser Alm in Betrieb gegangen. Die Bilanz falle mehr als ernüchternd aus, kritisiert die Freie Liste Kastelruth.
Verkehr auf der Seiser Alm: Die digitale Verkehrskontrolle scheiterte dieses Jahr an zu wenig Vorbereitung. Bild: Seehauserfoto

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Seit 29. Juni gilt für die Zufahrt zur Seiser Alm bekanntlich eine neue Verkehrsregelung. Die Theorie: Wer mit dem Auto auf die Alm will, muss den Parkplatz online buchen; Kameras an den Kontrollpunkten St. Valentin und Compatsch erfassen die Kennzeichen; eine rote Ampel verwehrt Fahrzeugen ohne Buchung oder Genehmigung die Durchfahrt. „So war es angekündigt. Gekommen ist es völlig anders“, erklärt die Freie Liste Kastelruth in einer Pressemitteilung.

In diesem Sommer hat keine Kamera ein Kennzeichen erfasst und keine Ampel ein Auto aufgehalten. Wer auf die Seiser Alm wollte, den habe nichts und niemand daran gehindert. Dabei sollte die Digitalisierung der Zufahrtskontrolle für weniger unerlaubte Fahrten und mehr Ruhe auf der Alm sorgen. „Dafür ist über eine halbe Million Euro ausgegeben worden – wobei bis heute nicht klar ist, von wem. Aus der Gemeinde heißt es, einen Teil habe das Land übernommen, der zuständige Landesrat sagt, gezahlt habe alles die Gemeinde“, so die Opposition.

Anstatt den Start der Zufahrtskontrolle um ein Jahr zu verschieben, sei die Wirtschaft und Bevölkerung mit chaotischen Zuständen konfrontiert worden. Etwa fehlten noch die Fahrgenehmigungen der Einheimischen für das Passieren der Straße und eine Schranke bei St. Valentin oder Compatsch, um den Verkehr zur Alm zu regulieren. Das führte auch zu Verärgerung der Tourismusorganisationen, deren Telefon nicht stillstand. 

Beliebtes Ausflugsziel: Kastelruth ist dank der Seiser Alm, der größten Hochalm Europas, ein bekannter Tourismusort. Andy Odierno/SALTO

Bei der letzten Gemeinderatssitzung hieß es von der SVP, dass die Umsetzung des neuen Systems „große Schwierigkeiten“ bereitet habe, „viel komplexer“ und „schwieriger als gedacht“ sei. In der kommenden Wintersaison solle das System „ordentlich starten“. Die Opposition fällt in der Zwischenzeit ein erbarmungsloses Urteil: „Das sind peinliche Aussagen nach einer großen Ankündigung, wegen der das ganze Land auf Kastelruth geblickt hat.“ 

Im Frühling dieses Jahres hat auch die Gemeinde Wolkenstein angekündigt, den motorisierten Verkehr auf der Landesstraße in Richtung Grödner Joch mittels Straßensperre probeweise zu reduzieren. Die ursprünglich für den 1. September 2026 geplante probeweise Verkehrsbeschränkung am Grödner Joch wird aber ebenfalls nicht in der ursprünglich vorgesehenen Form umgesetzt. Statt einer tatsächlichen Sperre ist lediglich ein digitaler Testlauf vorgesehen. Während dieser Testphase sollen die Verkehrsströme erfasst und ausgewertet werden, als Grundlage für zukünftige Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf den Dolomitenpässen. (al)

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