Hormone, Haut & Kräuterpower
-
Letzte Woche stehe ich im Supermarkt, Wagen halbvoll mit frischen Zutaten, alles schön sortiert. Was noch fehlt? Genau: Zucchini. Ich strecke die Hand aus, um mir die schönsten rauszusuchen – und stehe plötzlich hinter einem älteren Herrn, der so in den Weg ragt, dass ich gar nicht mehr drankomme. Während er telefoniert, atmet eine junge Frau neben mir so laut ein und aus, dass ich mich frage: ist das diese Frau oder versteckt sich hier im Salat irgendwo ein schnaufendes Nilpferd. Und dann – als ob das noch nicht reicht – schnappt mir jemand die letzte vegane Nutella vor der Nase weg.
Ich blinzele, atme tief durch und frage mich: Sind hier alle bescheuert – oder bin ich heute einfach mega gereizt?
-
Die Autorin
Tamara Seyr ist FNL Kräuterexpertin und Heilpraktikerin. Sie beschäftigt sich oft und auch lange (und oft auch ganz, ganz lange) mit den Kräutern und allem was dazu gehört. Das sind nicht nur die botanischen Namen, die Familienzugehörigkeit und die Inhaltsstoffe, sondern auch die Signaturenlehre.
Mehr Kräuterwissen, -rezepte und -tipps gibt es auf Instagram unter @lieblings_kraeuter
Ihr neues Buch heißt „Kräuterzwillinge“, ihr Erstlingswerk:„Klugscheißerwissen Kräuter“.
Foto: Tamara Seyr -
Dann fällt es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen: Alles klar, meine Tage stehen vor der Tür. Kein Wunder, dass die Nerven blank liegen, die Laune im Keller ist und die Haut ein bisschen protestiert. Hormone, diese kleinen Drama-Queen-Direktoren, haben mal wieder das Kommando übernommen.
Von der Pubertät bis in die Wechseljahre ist es genau so: Haut, Stimmung, Zyklus und das allgemeine Wohlbefinden sind oft die ersten Reporter hormoneller Veränderungen. Kräuter wie Frauenmantel, Schafgarbe, Rotklee und Mönchspfeffer können diese Übergänge sanft begleiten – nicht, um alles zu kontrollieren, sondern um zu regulieren und den Körper beim Sortieren zu unterstützen.
-
Pubertät: Chaos mit Bonuspunkten
In der Pubertät schießen Androgene durch die Decke, Talgdrüsen arbeiten auf Hochtouren und die Haut meldet sich lautstark. Pickel, Spannungen oder Stimmungsschwankungen sind keine Hygienefehler, sondern Ausdruck hormoneller Umstellungen.
• Frauenmantel unterstützt Menstruation und Zyklus, wirkt sanft ausgleichend.
• Schafgarbe reguliert Leber, Darm und Beckenorgane – hilfreich bei Hautreaktionen und Spannungsgefühlen.
Hier geht es nicht ums Unterdrücken, sondern um sanftes Begleiten.
-
Zyklusjahre: Rhythmus mit kleinen Extras
Während der fruchtbaren Jahre zeigt der Zyklus klar, wie stabil das hormonelle Gleichgewicht ist. Hautunreinheiten, Spannungen, Wassereinlagerungen oder Stimmungsschwankungen treten zyklusabhängig auf. Kräuter können hier regulierend wirken:
• Frauenmantel unterstützt Unterbauch und Zyklus.
• Schafgarbe stabilisiert Leber, Darm und hormonelle Abläufe.
• Mönchspfeffer reguliert über die Hypophyse Östrogen- und Progesteronspiegel.
• Rotklee enthält Isoflavone, die hormonelle Übergänge begleiten können.
Kurz gesagt: Kräuter sind wie ein zuverlässiger Freund, der dich erinnert, tief durchzuatmen, während die Hormone ihr Orchester proben.
-
Haut: das unverblümte Tagebuch der Hormone
Östrogene fördern Feuchtigkeit und Elastizität, Progesteron beruhigt, Androgene bringen Talgproduktion in Schwung. Kommt das Gleichgewicht durcheinander, zeigt sich das zuerst in Haut und Schleimhäuten. Kräuter wirken hier indirekt, indem sie Leber, Darm und hormonelle Abläufe unterstützen – die Haut reagiert dann entspannter, Laune und Wohlbefinden steigen.
-
Wechseljahre: Neuordnung mit Stil
In den Wechseljahren verändern sich Östrogen- und Progesteronspiegel. Hitzewallungen, trockene Haut oder Stimmungssprünge sind Ausdruck dieser Anpassung. Kräuter wie Mönchspfeffer, Rotklee, Frauenmantel und Schafgarbe begleiten sanft, regulieren und puffern Übergänge ab – wie ein guter Coach: „Locker bleiben, wir kriegen das hin!“
-
Signale ernst nehmen – und Kräuter einladen
Am Ende des Tages – ob Supermarktchaos, Nilpferd-Atemübungen oder Nutella-Diebstähle – hat alles seinen Rhythmus. Genau wie unser Körper: Haut, Zyklus und Laune schicken ständig kleine Signale, manchmal laut, manchmal subtil.
Kräuter wie Frauenmantel, Schafgarbe, Mönchspfeffer und Rotklee sind dabei wie stille Co-Piloten. Sie sagen: „Alles klar, wir übernehmen kurz die Steuerung, damit die Drama-Queens ein bisschen chillen können.“ Sie beruhigen Haut, unterstützen den Zyklus und helfen, dass Laune und Wohlbefinden nicht völlig aus dem Takt geraten.
Also, beim nächsten Mal, wenn die Laune plötzlich im Keller ist und die Hormone sich wie kleine Supermarkt-Nilpferde aufführen: tief durchatmen, Tee aufbrühen, Kräuter rein – und lachen. Denn Humor, ein bisschen Pflanzenpower und Selbstfürsorge sind die beste Antwort auf jede hormonelle Drama-Queen.
-
Stimme zu, um die Kommentare zu lesen - oder auch selbst zu kommentieren. Du kannst Deine Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.