Gesellschaft | Brennerdemo

SchachMattle am Brenner

Der Kabarettist Markus Koschuh verulkt regelmäßig den Tiroler Landeshauptmann. Nun auch dessen Auftritt am Brenner.
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Foto: Markus Koschuh
  • „Ciao a tutti. Mi chiamo Marco e sono di Innsbruck. Non mi piace stare tutto il giorno a casa come un cane…“ So begann der Sprachkünstler Markus Koschuh vor einigen Jahren seinen Auftritt im Ex-Alumix in Bozen. Er gewann nämlich die in Bozen ausgetragene Österreichische Meisterschaft im Poetry Slam. „Wir haben mit den österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften in Südtirol gezeigt, dass Literatur grenzenlos funktioniert“, meinte er in einem früheren Gespräch gegenüber SALTO.
     

    Schwierige Inhalte mit Humor übersetzen

  • Inzwischen ist Markus Koschuh ein angesagter Kabarettist und Autor. Und er ist auch Vater. Zudem hat er letztens den Asterix-Band Mander, s’isch Zeit! (Originaltitel: Der Kampf der Häuptlinge), in den Tiroler Dialekt übersetzt.

    Seit einigen Monaten ist Markus Koschuh neben den vielen Kulturdingen die er macht, auch für seine Parodie auf den Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle in aller Munde. „Das Format SchachMattle habe ich vor einem halben Jahr ins Leben gerufen“, meint er, „einfach, weil ich eine große Lücke für ein solches Format ortete. Die bisher 1,4 Millionen Views sind toll und zeigen, dass man oft schwierige Inhalte mit Humor gut übersetzen kann.“ 

  • Bozner „Koschuh“-Erinnerungen: Erster und einziger Österreich-Landesmeister in Italien. Markus Koschu beim Sieg des Ö-Slam 2010 in Bozen. Foto: Foto: Gregor Khuen Belasi

    Die jüngste Ausgabe zeigt den Künstler als Landeshauptmann, wie er den Brenner erklärt und dabei nichts anbrennen lässt. „Seit 25 Folgen bekomme ich eine automatische Antwort vom Instagram-Account des Landeshauptmanns, dass er sich in Kürze melden wird“, erzählt Koschuh SALTO. Er sei auch gespannt, wann Mattle „dieses Versprechen“ tatsächlich einhalten werde. SchachMattle selbst war – im Unterschied zum Original Mattle – nicht bei der Demo am Brenner „Ich verstehe die Brenner-Demo weniger als Anti-Transit-Demo denn als Aufschrei der dortigen Bevölkerung, vor allem gegen den Pkw-Ausweichverkehr“, sagt Markus Koschuh. Er sei „deswegen und auch aus familiären Gründen nicht zugegen“ gewesen.
     

    Eine Portion eigenen Senf dazugeben


    „Aber wenn ich dort dort gewesen wäre“, betont er, „wäre ich als Künstler und Privatmensch gekommen“. Dass ein Landeshauptmann da einen Unterschied macht, „ist ein kabarettistisches Lehrbubenstück.“