„Stellenanzeigen, die alle erreichen“
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Neue Vorgaben zur transparenten Darstellung des Entgelts bei Stellenangeboten gelten in Italien dem 7. Juni 2026. Mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie wird Unternehmen künftig verbindlich vorgeschrieben, Gehaltsinformationen offenzulegen und Stellenausschreibungen geschlechtergerecht zu formulieren.
Für Südtirol gibt es dafür nun schon mal ein konkretes Instrument: die Leitlinien für geschlechtergerechte Stellenausschreibungen, die von der Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer gemeinsam mit der Handelskammer Bozen und Eurac Research erarbeitet wurden. Es handle sich um den ersten Leitfaden dieser Art in Italien.
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Beseitigung von Lohn- und Geschlechterungleichheiten
Die neuen Vorgaben gehen auf die EU-Richtlinie 2023/970 zurück. Ziel ist es, faire Arbeitsbedingungen zu fördern und Lohnungleichheiten zwischen Frauen und Männern sichtbarer zu machen. „Wer künftig eine Stelle ausschreibt, muss Bewerberinnen und Bewerber vor dem Vorstellungsgespräch über das vorgesehene Entgelt beziehungsweise die Gehaltsspanne informieren“, erklärt Gleichstellungsrätin. Grundsätzlich gelte die Vorgabe für alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Für Unternehmen ab 100 Beschäftigten kommen zusätzliche Berichtspflichten zum betrieblichen Gender-Pay-Gap hinzu.
Doch die neuen Regeln betreffen nicht nur die Bezahlung, sondern auch die Sprache. „Eine geschlechtergerechte Stellenausschreibung ist weit mehr als eine sprachliche Feinheit“, betont Hofer. Sprache beeinflusse, wer sich angesprochen fühle, wer sich bewerbe und wer sich von vornherein ausgeschlossen sehe. Das habe Auswirkungen auf die Chancengleichheit und die Vielfalt in Betrieben und letztlich auch auf die Qualität der Bewerbungen.
„Transparenz kann helfen, strukturelle Ungleichheiten sichtbar zu machen und langfristig zu mehr Vertrauen und nachvollziehbaren Kriterien in Betrieben beitragen.“
In Südtirol bleibt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern deutlich: Laut ASTAT liegt der Gender Pay Gap derzeit bei 17,5 Prozent.
Mehr Offenheit bei Gehältern kann in Betrieben allerdings auch Diskussionen auslösen – vor allem dort, wo Entgelte bisher individuell verhandelt oder wenig transparent begründet wurden. Hofer sieht darin keinen Einwand gegen die neuen Regeln, sondern einen Teil des Veränderungsprozesses. Transparenz könne helfen, strukturelle Ungleichheiten sichtbar zu machen und langfristig zu mehr Vertrauen sowie zur Entwicklung nachvollziehbarer Kriterien in Betrieben beitragen. „Natürlich kann es anfangs auch zu Diskussionen oder Unsicherheiten kommen, wie bei jeder Veränderung. Aber es ist ein Weg zu einem modernen Betrieb und wird für alle einen Vorteil bringen“, so die Gleichstellungsrätin.
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