Ausflug | Wandertipp

Schneeberg: ein Sommerabenteuer

Geführte Touren, Ausstellungen, Vorträge und ein Konzert beleuchten im Sommer 2026 die Geschichte und Gegenwart des Bergbaus am Schneeberg.
Armin Terzer

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Am Schneeberg erinnert das Landesmuseum Bergbau an die jahrhundertelange Bergbaugeschichte. Im Sommer 2026 kann die atemberaubende und vom Bergbau gezeichnete Landschaft in verschiedenen spannenden Touren erkundet werden. Ergänzt wird das Sommerprogramm durch Sonderausstellungen, ein Konzert des Südtirol Jazzfestivals Alto Adige sowie Vorträge und Diskussionen zur Geschichte und Zukunft des Bergbaus am Schneeberg.

Jahrhundertelang wurde am Schneeberg zwischen dem Ridnauntal und dem Passeiertal Erz abgebaut, zunächst mit Schlägel und Eisen, später mit schwerem Gerät. In der hochalpinen Knappensiedlung St. Martin lebten zeitweise mehrere hundert Menschen völlig abgeschieden oberhalb der Waldgrenze. Die Siedlung gilt als eine der höchstgelegenen Dauersiedlungen Europas und war bis in die 1960er-Jahre bewohnt. Noch heute durchziehen rund 150 Kilometer Stollen das Bergmassiv.

Wie sehr der Bergbau Landschaft und Menschen geprägt hat, vermittelt heute das Landesmuseum Bergbau an seinem Standort Schneeberg. Für Besucherinnen und Besucher steht unter bergbaumuseum.it ein kostenloser Audioguide zum Download bereit, der Orientierung im weitläufigen Gelände bietet. In 22 kurzen Hörgeschichten erzählt er vom Leben und Arbeiten am Schneeberg, von Bergleuten und Erzklauberinnen bis hin zu Priestern und Adeligen.

Das Areal kann individuell oder im Rahmen zahlreicher Führungen erkundet werden. Neben den Standardführungen „Abenteuerschicht“, „Erlebnis Bergbau“, „Erlebnis Erzrevier“ und „Abenteuer Schneeberg“ bietet das Museum heuer auch mehrere Sonderführungen an: Am 4. Juli „Bergbaugeschichte am Schneeberg“ über die jahrhundertelange Erzgewinnung und das Leben im höchstgelegenen Knappendorf Europas, am 11. Juli „Pilze im Bergwerk“ über Schimmelpilze und andere Lebensformen in völliger Dunkelheit unter Tage, am 18. Juli die Kinderführung „Glitzersteine“, am 8. August „Schicht für Schicht – Montanarchäologie am Schneeberg“ über archäologische Spuren des Bergbaus, am 22. August „Unter der Erde – Geologie am Schneeberg“ zu den geologischen Besonderheiten des Reviers und am 19. September „Pflanzen lesen – Zeigerpflanzen am Schneeberg“ über die alpine Pflanzenwelt.

 

Darüber hinaus zeigt das Museum an den Standorten Ridnaun und Schneeberg die Sonderausstellung „Seelen der Berge“ des Fotokünstlers Luca Berti mit Fotografien von Landschaften und Menschen aus dem Ridnauntal und vom Schneeberg.

Am 5. Juli macht außerdem das Südtirol Jazzfestival Alto Adige Station am Schneeberg: Das Konzert von Matthias Schriefl & Brazilian Motions versteht sich als musikalische Begegnung über geografische und gesellschaftliche Grenzen hinweg: Zwei Gruppen von Musikerinnen und Musikern steigen von unterschiedlichen Talseiten zum Knappendorf St. Martin auf und treffen am Gipfel zu einem gemeinsamen Konzert aufeinander.

Am 9. September folgt im Kultursaal in Moos in Passeier sowie online die Diskussionsrunde „Ein Comeback für den Schneeberg?“ zur Zukunft des Bergbaureviers im Spannungsfeld der Rohstoffpolitik. Den Abschluss bildet am 16. September im Museum HinterPasseier und online der Vortrag „Lost and Found – Neuentdeckte Dokumente zum Bergbau im Hinterpasseier“.

Dieser Ausflugtipp stammt vom Landesmuseum Bergbau. Infos und Anmeldung unter: www.bergbaumuseum.it  

Landesmuseum Bergbau