Gesellschaft | Offener Brief

Das Meraner „Niemandsland“

Die Anrainerinnen und Anrainer des Plankensteinviertels in Meran klagen in einem offenen Brief über die Diskothek „Club La Perla“. Mehrmals pro Woche soll es zu schlaflosen Nächten, Lärm und Gewalt kommen.
Das Plankensteinviertel in Meran: „Wir verbringen einen Großteil der Nacht wach – entweder, um unser Eigentum zu schützen, oder weil der Lärm uns schlicht nicht schlafen lässt.“ Bild: ManfredK/ Wikimedia

Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!

Jetzt S+ abonnieren

Als „Niemandsland“ bezeichnen die Anwohnerinnen und Anwohner in einem offenen Brief das Plankensteinviertel in Meran. Grund ist die im März wieder eröffnete Diskothek „Club La Perla“, in der manche Veranstaltungen auch unter der Woche bis 5 Uhr morgens andauern. 

Es sei allerdings nicht nur die Musik der Diskothek, die ihnen mehrmals die Woche den Schlaf raube, beklagen die Anwohnerinnen in dem Schreiben mit rund 50 Unterschriften: „Es ist ein ganzes Viertel, das von Verwahrlosung, Unsicherheit, Schlägereien, nächtlichem Lärm, Drogen und Gewalt geprägt wird. Wir verbringen einen Großteil der Nacht wach – entweder, um unser Eigentum zu schützen, oder weil der Lärm uns schlicht nicht schlafen lässt.“ 

Nächtliche Unruhe:: Die Anwohner berichten von Lärm, Gewalt und Spuren von Drogenkonsum. privat

Dabei unterstreichen sie, dass ein vielfältiges Nachtleben für Meran wichtig sei: „Eine lebendige Stadt braucht Begegnung, Musik und Orte zum Ausgehen. Aber sie braucht ebenso Rücksicht, Verantwortung und Regeln. Ein nachhaltiges Nachtleben kann aber nur dann bestehen, wenn diese Interessen miteinander in Einklang gebracht werden.“ 

 

Laut den Anwohnern sei den zuständigen Behörden das Problem bekannt: „Wir wenden uns hilfesuchend an die Gemeinde, das Land, die Polizei und alle anderen zuständigen Stellen. Immer und immer wieder. Doch am Ende geschieht nichts“, heißt es im Brief. Nun fragen sie sich, wer die Verantwortung für die Geschehnisse übernehmen wird und für die wirtschaftlichen Schäden sowie Mietausfällen aufkommen werde.

Dennoch äußern die Anwohnerinnen die Hoffnung, dass das Viertel wieder zu einem ruhigen und einladenden Wohn- und Geschäftsviertel werden könne. 

Das Gerichtsverfahren wegen Lärm

Die Gemeinde Meran hatte wegen der Beschwerden bereits eine Verfügung zur Schließung ausgestellt, die von der Diskothek vor Gericht erfolgreich angefochten wurde. Bis zur Verhandlung am Verwaltungsgericht Mitte September wird wohl weiter ohne Rücksicht gefeiert werden.