Klima Club fordert radikale Wärmewende
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Jetzt S+ abonnierenIn einer Pressemitteilung spricht der Klima Club Südtirol den Betroffenen der jüngsten Extremwetterereignisse in Europa ihr Mitgefühl aus. Angesichts von mehr als 10.000 zusätzlichen Todesfällen durch die Westeuropa-Hitzewelle Ende Juni und mehr als 300.000 Menschen in Europa, die laut aktuellen Daten aufgrund von Waldbränden derzeit auf der Flucht sind, fordert der Verein eine „radikale Wärmewende“.
Konkret drängt der Klima Club auf einen schnellen Ausstieg aus fossilen Heizungen in Südtirol – und verweist dabei auf die Landesförderung, die bis zu 80 Prozent der Kosten übernimmt.
Die jüngsten Extremereignisse würden die immer gravierender werdenden Auswirkungen des Klimawandels zeigen: Katastrophen wie Hitzewellen und Waldbrände nehmen aufgrund der fortschreitenden Erderwärmung zu, wie wissenschaftliche Studien belegen. Um die schlimmsten Folgen der Klimakrise abzuwenden, brauche es daher jetzt „entschlossenes und rasches Handeln“. Der Verein verweist darauf, dass rund 80 Prozent der Erderwärmung auf die Verbrennung fossiler Energieträger zurückzuführen sind.
„Großer Handlungsbedarf“ in Südtirol
Auch bei uns müssten mehr Gegenmaßnahmen gesetzt werden, mahnt der Klima Club: Mehr als 50 Prozent aller Heizungen in Südtirol werden noch immer mit fossilen Energieträgern betrieben – insbesondere mit Erdgas. Deswegen fordert der Verein „einen konsequenten und möglichst schnellen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen“. Innerhalb der Südtiroler Bevölkerung zeige sich auch Interesse daran: Immer mehr Haushalte im Land ersetzen ihre Gasheizung durch klimafreundliche Alternativen. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach Landesförderungen für Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen deutlich gestiegen. Bis Ende Juni seien bereits 1.750 Förderanträge eingereicht worden – „rund 450 mehr als ursprünglich erwartet“, hieß es von Seiten der Provinz in der vergangenen Woche. Gegenüber dem Vorjahr entspreche dies einem Anstieg von 16 Prozent, im Vergleich zu 2024 sei das eine Verdoppelung.
Der Klima Club merkt an, dass das Land Südtirol bereits mit mehr finanziellen Mitteln auf diese Entwicklung reagiert habe: Aus dem Nachtragshaushalt des Landtages – der am 22. Juli beschlossen wurde – seien aufgrund der hohen Nachfrage 32 Millionen Euro in die Aufstockung der Fördermaßnahmen im Energiebereich abgezweigt worden.
Der zuständige Landesrat Peter Brunner (SVP) zeigt sich erfreut über die zusätzlichen Gelder: „Für 2026 haben wir die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, damit alle Anträge, die die Förderkriterien erfüllen, berücksichtigt werden können“, sagt Brunner. Über die Ausgestaltung der Förderungen in den darauffolgenden Jahren werde jeweils im Rahmen der Haushaltsplanung und unter Berücksichtigung der verfügbaren Mittel entschieden. Der Landesrat erklärt, dass die derzeitige Förderquote Teil der aktuell geltenden Förderregelung sei, die auf mehrere Jahre angelegt wurde.
Immer mehr Extremwetterereignisse
Auch zu den Murenabgängen am vergangenen Wochenende äußert sich Landesrat Brunner: „Die Bilder und Berichte der vergangenen Tage haben mich tief betroffen gemacht. Mein erster Gedanke galt den betroffenen Menschen, den Einsatzkräften und allen, die in kurzer Zeit mit einer äußerst schwierigen Situation konfrontiert waren.“ Extremwetterereignisse werden künftig aller Voraussicht nach häufiger und intensiver auftreten. Darauf verwies auch der Klimaexperte und Wissenschaftler Georg Kaser in einem SALTO-Artikel: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass in naher Zukunft lokale extreme Niederschläge Hochwasser, Muren und Steinschläge nach sich ziehen, vor denen verbaute Zonen nicht mehr schützbar sein werden.“
Kasers Forderung, „Schutzstrategien neu denken“ zu müssen, scheint Landesrat Brunner nachkommen zu wollen: „Für ein gebirgiges Land wie Südtirol bedeutet das, dass wir uns noch stärker mit Fragen der Klimaanpassung und des Risikomanagements auseinandersetzen müssen“.
Deshalb verfolge die Landesregierung zwei Ansätze: Einerseits müsste der Klimaschutz konsequent vorangetrieben werden. „Andererseits müssen wir unsere Gemeinden, Infrastrukturen und Siedlungsräume widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen“, so Brunner. Dazu zähle eine vorausschauende Raumplanung, Investitionen in Schutzmaßnahmen, die Sicherung natürlicher Retentionsräume sowie eine fundierte Analyse von Naturgefahren.
Der konkrete Appell
Der Klima Club Südtirol wiederholt diesbezüglich die Empfehlung, dass alle Südtiroler Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer „möglichst rasch auf erneuerbare Heizsysteme“ umsteigen und die „sehr großzügigen Landesförderungen von bis zu 80 Prozent in Anspruch“ nehmen sollten. Vor allem beim Heizen habe das Land alle Voraussetzungen für eine schnelle Energiewende – von ausgereifter Technik über Fachwissen bis hin zu starken Förderungen. „Jetzt gilt es, diese Chancen konsequent zu nutzen – für den Klimaschutz, für mehr Versorgungssicherheit und für die kommenden Generationen“, schließt der Klima Club.
Herr Brunner und die…
Herr Brunner und die Umsteiger von Heizöl auf Fernheizwärme gehen mit Beiträgen leer aus,warum? Erklären sie das dem Südtiroler Volk mal KONKRET???? Zockt da jemand gewaltig ab mit Wärmepumpen und Strom????????
Ist ja sehr nett, die…
Ist ja sehr nett, die Förderung für Wärmepumpen. Aber bei einem bestehenden Haus bzw. Wohnung geht es ja nicht nur darum, eine Heizung gegen eine andere auszutauschen, sondern um die Änderung des Heizungssystems. Im gegebenen Falle also von einer Hochtemperaturheizung auf eine Niedertemperaturheizung, was bedeutet, dass man eine weitaus größere Heizfläche braucht. Also reiße ich alle Böden heraus und verlege eine Bodenheizung (mit allem was dazu gehört) oder ersetze die bestehenden Heizkörper durch solche für Niedertemperatur, brauch dann aber viel größere Heizkörper. Ist dann aber meist nicht möglich, da die Heizkörper in Nischen verbaut sind. Aber auch wenn sie offen an der Wand verbaut sind, ist es entweder nicht möglich z.B. bis zur Decke reichende Heizkörper zu montieren oder die ganze Raumbreite zu nutzen. Also ist die Wärmepumpe praktisch nicht für bestehende Gebäude geeignet. Nebenher ist die Wärmepumpe mit dem besten Wirkungsgrad eine Erdwärmepumpe, was noch mehr Probleme mit sich bringt. Und bitte nicht Schweden zitieren, da dort ganz andere Bedingungen herrschen (und ich rede nicht von den klimatischen Bedingungen).
Antwort auf Ist ja sehr nett, die… von Robert Hölzl
Heizkörper in der Nische…
Heizkörper in der Nische sind energetisch eine Katastrophe völlig unabhängig von der Heizungsart. Und auch Ihre ganzen ander Bedenken sind schon längst widerlegt.
Einfach mal mit einem unabhängigen Fachmann/-frau sprechen 😉
Antwort auf Heizkörper in der Nische… von Stefan S
Sorry, aber Physik lässt…
Sorry, aber Physik lässt sich schwer widerlegen. Niedrigere Temperatur ist gleich größere Fläche. Und gehen sie Mal in einen Altbau, dann werden Sie genug Heizkörper in Nischen finden. Sprechen Sie Mal mit einem Fachmann, der etwas versteht und nicht nur verkaufen will.
Antwort auf Sorry, aber Physik lässt… von Robert Hölzl
Richtig, und diese Physik…
Richtig, und diese Physik weist deutlich nach, dass Wärmepumpen ca. 4x effektiver sind als fossile Heizungssysteme, völlig unabhängig von der Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes.
Das Problem bei solchen Diskussionen ist nicht die Physik sondern nach wie vor die Narrative welche von der fossilen Lobby ständig und stetig gestreut werden. Gleiches auch beim E-Auto.
Nebenbei, ein „unabhängiger“ Fachmann will mir nichts verkaufen, ansonsten ist er nicht unabhängig.
Die Wärmepumpe erreicht mit…
Die Wärmepumpe erreicht mit ihren um 30 - 35 °, nicht die Temperatur um für herkömmliche Heizkörper (70 °) ausreichend mit Wärme zu liefern.
Antwort auf Die Wärmepumpe erreicht mit… von Josef Fulterer
Wow, 70° am Heizkörper…
Wow, 70° am Heizkörper bedeutet so um die 80° im Vorlauf. 🤦♂️
Was hier vom „Klima Club…
Was hier vom „Klima Club Südtirol“ verbreitet wird, ist schlichtweg unrealistischer Aktionismus von selbsternannten Freizeit-Physikern und Nachwuchs-Weltrettern.
> Und was macht die Politik? Ein Landesrat Peter Brunner speist die Bürger bei der drängenden Frage der Trinkwasserknappheit mit leeren Floskeln ab. Anstatt echte, technische Lösungen für unsere Wasserinfrastruktur vorzulegen, prahlt er lieber gönnerhaft mit millionenschweren Fördergeldern. Gleichzeitig werden zukunftsweisende Praxis-Innovationen in der Landwirtschaft und beim Wasserschutz von der Politik und ihren Systemträgern – ob Brunner, Schuler oder Walcher – seit jeher ignoriert oder aktiv blockiert. Das ist keine Zukunftspolitik, sondern reine Schaufensterpolitik und Besitzstandswahrung.
> Die Ursachen des Klimawandels lassen sich keineswegs in ein billiges, vereinfachtes Schema pressen. Natürlich hat das Handeln des Menschen Einfluss, aber viel gravierender und unmittelbarer ist unser rücksichtsloser Raubbau an der Natur. Auf das Erdklima selbst wirken gewaltige, globale und kosmische Prozesse ein, die wir noch gar nicht vollends deuten können. Eis- und Warmzeiten folgten nie einer starren Zyklik, sondern wurden immer wieder von gewaltigen Naturereignissen geprägt – von Asteroideneinschlägen bis hin zu Sonnenstürmen. Am Ende werden wir das Erdklima weder mit Gesetzestexten noch mit Verboten kontrollieren. Die Art und Weise, wie wir unseren Planeten ausbeuten, dagegen schon.
> Unser größtes und unmittelbarstes Problem ist die Überfischung der Meere, die exzessive industrielle Landwirtschaft, die Mikroplastikschwemme, PFAS und die Eintragsmengen von Giftstoffen. Fossile Brennstoffe sind im Grunde genommen Teil des natürlichen Kreislaufs, und CO2 sowie Stickstoff sind primär Pflanzendünger. Doch die Art und Weise, wie wir Raubbau an Böden und Gewässern betreiben, wird uns noch weit mehr schaden als jede Temperaturverschiebung.
> Die Behauptung, es gäbe nicht genug Land, um die Menschheit zu ernähren, ist völliger Blödsinn – die Landwirtschaft müsste schlicht mit den natürlichen Kreisläufen arbeiten und nicht gegen sie.
> Ein wärmeres Klima bringt zweifellos Herausforderungen mit sich. Doch historisch betrachtet lagen die Blütezeiten der Menschheit und der Artenvielfalt stets in Warmzeiten. Dezimiert wurde das Leben durch Asteroiden, Vulkane und Eiszeiten. Heute dezimieren wir es selbst – mit Fischernetzen, Chemikalien, dem Pflug und der Mähmaschine.
> Hier könnten wir sofort konkret ansetzen: Stattdessen mähen wir das Gras, bevor es blüht, vernichten die Mikroorganismen im Boden mit schwerem Gerät und zerstören die Biodiversität mit Glyphosat, indem wir Schmetterlingsblütler ausrotten. Die Meere werden leergefischt, der Regenwald abgeholzt.
> Das Klima ist bei all dem unser kleinstes Problem. Der Meeresspiegel verändert sich und Unwetter gehören zur Naturgeschichte, während noch nicht einmal sicher ist, ob wir uns langfristig nicht sogar wieder auf eine kältere Phase zubewegen. Was uns der Klima Club und die Politik hier verkaufen, ist gefährliches Halbwissen als Binsenweisheit – während die echten, handfesten Ursachen der Umwelt- und Wasserkrise konsequent ignoriert werden.
> Dabei hätte Südtirol die einmalige Chance auf echte Pionierarbeit:
> Durch unsere geografische Lage und die geballte Expertise in der Landwirtschaft – vom Anbau im ehemaligen Etschschwemmland bis hin zu den extremen Bedingungen in den hohen Berglagen – könnten wir weltweit Maßstäbe setzen. Ganzheitliche Lösungsansätze wie das Agrarkurtsystem könnten die Landwirtschaft radikal revolutionieren: durch dezentralen grünen Strom via Agrivoltaik, drastische Reduzierung von Pestiziden und Abdrift, massive Wassereinsparung sowie die Reduktion fossiler Brennstoffe. Doch echte Innovationen und Pioniere wie Kurt Raffl werden vom politischen System ausgebremst und ignoriert – obwohl genau solche Technologien nachweislich und direkt zu einem positiven Mikro- und Makroklima beitragen würden.
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Ja, wird so schon sein. Die…
Ja, wird so schon sein. Die Fokussierung auf das CO2 der fossilen Energien ist politisch halt irgendwie vertretbar, da es ja auch ein Geschäft ist. Kein Geschäft und politisch deshalb unmöglich ist hingegen Handanlegen an den noch größeren menschlichen Beitrag (wie groß der ev. natürliche ist, weiß niemand) zum Klimawandel. Alexander Schiebel schreibt in seiner Analyse und Zusammenfassung der aktuellen Krisenfaktoren in seinem Substack:
„Das untrennbar integrierte System aus intensiver Landwirtschaft und industrieller Tierproduktion ist der Hauptverursacher unserer ökologischen Krisen. Nachdem wir seinen verheerenden Einfluss auf die Artenvielfalt bereits im Detail angesehen und seine Auswirkung auf die planetaren Belastungsgrenzen im Überblick beleuchtet haben, wenden wir uns nun der vielleicht größten Bedrohung zu: der Rolle der intensiven Landwirtschaft als zentraler Motor der Erderhitzung. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass dieses System nicht nur ein Klimafaktor unter vielen ist; es ist vielmehr die zentrale Hitzemaschine, die das Klimasystem an mehreren Fronten gleichzeitig und mit besonderer Wucht angreift.“
(https://alexschiebel.substack.com/p/die-hitzemaschine?r=69hnny&utm_camp…)