Auf dem Schnalser Waalweg
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Jetzt S+ abonnierenEin alter Bewässerungskanal wird zum Wanderweg: Der Schnalser Waalweg gehört zu den schönsten historischen Waalwegen im Vinschgau. Er beginnt bei Hof am Wasser am Eingang des Schnalstals und führt auf der steilen Westseite des Tales, meist sanft abwärts, über Juval bis nach Tschars. Der historische Waal wurde bereits im 16. Jahrhundert angelegt, um Wasser aus dem Schnalstal in die trockenen Hänge und landwirtschaftlich genutzten Flächen des Vinschgaus zu leiten.
Lange Zeit war das Wandern hier allerdings nicht so einfach: Der Schnalser Abschnitt musste wegen Steinschlag und Hangrutschungen über Jahre gesperrt werden. Nach umfangreichen Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten ist der Weg nun wieder durchgehend begehbar. An einigen Stellen quert der Weg steile Bachrinnen – bei Regen ist hier wegen Steinschlag Vorsicht geboten. Warnschilder fordern auf, einzeln und schnell diese Stellen zu queren.
Infos in Kürze
Einfache, aber landschaftlich und kulturgeschichtlich sehr interessante Streckenwanderung, ideal für Familien
Schwierigkeit: mittel, einige holprige Steigstücke nach dem Sonnenhof
Startpunkt: An der Schnalstaler Straße, Haltestelle „Hof am Wasser“
Strecke: 9 km
Gehzeit: 3 h
Höhenmeter: keine Anstiege, etwa 330 Höhenmeter bergab
Anfahrt: mit Bus zur Haltestelle „Hof am Wasser“ im Schnalstal
Rückfahrt: mit Bus oder Bahn ab Tschars, Fahrplan unter suedtirolmobil.info
Vom Einstieg bei Hof am Wasser folgt man dem Weg Nr. 3. Mal verläuft der Waal offen neben dem schmalen Steig, meistens verschwindet das Wasser in Rohren oder wird durch Stollen im Berg geleitet. Der Weg führt durch Wald und über lichte Hänge, immer wieder mit schönen Blicken hinunter ins Vinschgau. Nach etwa einer Stunde erreicht man den Bereich von Schloss Juval, dem Sommersitz von Reinhold Messner. Direkt darunter liegt der Schlosswirt, eine ideale Gelegenheit für eine erste Einkehr.
Weiter geht es am Waal entlang zum Sonnenhof, der zweiten Einkehrmöglichkeit der Wanderung. Ab Juval verläuft das Wasser offen im schmalen Kanal, sein Plätschern begleitet den Wanderer. Die Landschaft verändert sich dabei allmählich: Aus dem engen, felsigen und bewaldeten Hang des Schnalstals wird die trockene Sonnenberglandschaft mit Weinbergen, Obstgärten und weitem Blick über den Vinschgau. Kurz vor dem Dorf Tschars verschwindet das Wasser in unterirdischen Rohrsystemen, es wird zur Bewässerung genutzt. Auf schmalem Asphaltweg geht es durch das Dorf Tschars und führt schließlich hinunter zur Vinschgauer Straße.
Einkehrtipp
Schlosswirt
Am schönsten ist es hinter dem Haus auf den kleinen Terrassen mit Sonnenschirmen. Südtiroler Hausmannskost, saisonale Gerichte und Eigenprodukte vom Hof. Ein gut ausgestatteter Spielplatz macht den Ort auch für Familien attraktiv.
Juval 2, Tel. 392 868 3244. oberortlhof-juval.com. Mi Ruhetag
Buschenschank Sonnenhof
Großer Gastgarten, Tische unter Bäumen, einfache Speisekarte: Brettlmarende, hofeigener Rot- und Weißwein, Suppen. Berühmt sind die üppigen Blechkuchen.
Juval 9, Kastelbell-Tschars
+39 366 3101483, Fr Ruhetag
Schlossbesuch
Schloss Juval befindet sich heute im Besitz der Familie Messner. Reinhold Messner kaufte die mittelalterliche Burg 1983, restaurierte sie und machte sie zu seinem Sommerwohnsitz und zum Standort des Messner Mountain Museum Juval. 2025 zog er mit seiner Frau Diane nach Sexten. Das Schloss und das Museum blieben im Familienbesitz. Heute befindet sich in den öffentlich zugänglichen Bereichen das MMM Juval, eines der Messner Mountain Museen.
Im Museum geht es vor allem um die mythische und spirituelle Bedeutung der Berge. Zu sehen sind unter anderem Tibetika, Masken, Kunstwerke und eine umfangreiche Sammlung zum Thema „heilige Berge“. Die privaten Wohnräume bleiben allerdings weitgehend privat.
Öffnungszeiten 2026: vom 4. Sonntag im März bis zum 1. Sonntag im November, täglich 10–17 Uhr, mittwochs geschlossen. Vom Parkplatz Juval P1 fährt außer mittwochs ein Shuttle bis zum Schlosswirt; von dort sind es noch etwa 15 Minuten zu Fuß.
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