Kultur | Bibliophile Fragen

„Lieber ein paar Kilo mehr im Gepäck“

Eva Maria Resch ist nicht nur die Gewinnerin des literarischen Wettbewerbs ZOOM-ED 2026, sie hat auch „die immer gleichen Fragen“ von SALTO beantwortet.
Bild: Ahmad Alaqra

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SALTO: Welches Buch hat Sie in Ihrer Kindheit nachhaltiger geprägt, als Sie damals je geglaubt hätten?

Eva Maria Resch: Nicht in der Kindheit aber als Jugendliche, Oriana Fallacis „Ein Mann“ 

Welcher letzte Satz eines Romans ist und bleibt für Sie ganz großes Kopfkino?

„Es ist zu spät. Zumindest dort, am Rand meiner Stadt, zwischen dem Abfall und den Sonnenblumen meiner Stadt, ist es viel, viel, viel zu spät.“  Tonbi Morrison - Sehr blaue Augen.

währenddessen: Das Buch von Eva Maria Resch, der Gewinnerin des literarischen Wettbewerbs ZOOM-ED 2026, wurde gestern in der Stadtbibliothek Brixen erstmals vorgestellt. Am 14. Oktober gibt es eine Buchvorstellung in Meran im Rahmen der Sprachspiele im Ost West Club Est Ovest um 19.30 Uhr, am 22. Oktober in der Bibliothek in Pfalzen, am 26. November in Bozen. Edition Raetia

Reimen ist doof, Schleimen ist noch doofer… Auf welches – anscheinend gute – Buch konnten Sie sich nie wirklich einen Reim machen?

Den Fänger im Roggen fand ich richtig schlimm.

Ein Fall für Commissario Vernatschio. Wie erklären Sie einem Außerirdischen die geheimnisvolle Banalität von Lokalkrimis?

Ich fürchte, die muss man mir erst selbst erklären.

Gewichtig! Welchen Buch-Tipps schenken Sie noch uneingeschränkt Vertrauen?

Thekla vom Buchladen in Bruneck. Sie gibt mir einfach immer das passende Buch. 

Was für ein Fehlschlag! Welches Buch würden Sie auf einer einsamen Insel zurücklassen?

„Unterwerfung“ von Michel Houellebecq, weil es alle Stereotypen reproduziert, die ich verachte.  

Das Rauschen des Blätterns. Welches Buch würden Sie auf keinen Fall am E-Book-Reader lesen?

Für mich gilt bei jedem Buch: lieber ein paar Kilo mehr im Gepäck, als auf E-reader zu lesen. 

Welches Buch zu Südtirol oder eines/einer Autors/Autorin aus Südtirol würden Sie unbedingt weiterempfehlen?

Miriam Unterthiners Blutbuch, weil es eine Seite von Südtirol zeigt, die wir lieber vergessen würden. Wirklich wichtig, wirklich unangenehm, so wie mir das gefällt. 

Eva Maria Resch ist in Südtirol aufgewachsen und lebt in Berlin. Studium der Politik und der Internationalen Beziehungen in Florenz, Istanbul, Palästina und London. Danach in der Internationalen Zusammenarbeit aktiv, zuletzt im Irak. Neben dem Schreiben Mitarbeit an Film- und Videoprojekten. Mit „währenddessen“ ist sie Gewinnerin der sechsten Ausgabe der ZOOM-ED, des Wettbewerbs für literarische Debüts der Südtiroler Autorinnen- und Autorenvereinigung (SAAV) und Edition Raetia.

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