Mein Dialekt ist mein Kaschtl
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„Ich verschwand, hinunter zum Totentanz, unter jene freundliche Kuppel, die die Lebenden einlädt, mit den Toten Zwiesprache zu halten. Hier betete ich eine seltsame Litanei aus Dialektwörtern: ich sagte Engelsteine für Krokus, Kuckuckhandschuhe und Schusterstühlchen für Enzian, Königäuglein für Primeln, Pfutschkönig für Zaunkönig, Fógazze (...) für jenes germanische Fruchtbarkeitsbrot, das die Taufpaten uns Kindern nach altem Brauch zu Ostern geschenkt hatten, einen Hahn den Buben, eine Henne den Mädchen; ich sagte Gingge für Hügel und Gungge für Mulde und afóure für draußen und awáus für hinunter und Himmlatzn für Wetterleuchten. Ich sprach sie für den Jörgl, die Litanei dieser Wörter. Und jedes Wort klang wie ein Vers, voll und rund und sich reimend auf das heitere Traumwunder unserer Kindheit.
Ich schrie sie alle laut in mir, damit ich Pallers dröhnende Rede nicht hörte.“
Es ist die schönste Passage eines der wichtigsten Bücher der Südtirol-Literatur, nämlich „Schönes Land, böse Leut“ von Claus Gatterer. Ich habe über dieses Buch (und viele andere Bücher zu Option und Nazifaschismus) meine Diplomarbeit geschrieben.
Diese Sätze habe ich immer geliebt, und im Zuge der „Dialektdebatte“, die in Südtirol derzeit ausgebrochen ist, ist mir die Passage wieder eingefallen.
Dabei hatte ich ein wichtiges Detail vergessen. Denn Gatterer „betet“ seine Litanei aus Dialektwörtern nicht, wie man meinen könnte, gegen die Faschisten herunter, obwohl ein großer Teil des Buches von der faschistischen Unterdrückung der Südtiroler:innen in den 20er und 30er Jahren handelt. Nein, es ist anders.
Gatterer spricht die Litanei der Dialektwörter, um die Nazirede seines Dorfkollegen (!) Paller nicht mehr hören zu müssen.
Das passt sehr gut in die aktuelle Debatte, finde ich, und wir können es uns genau das vergegenwärtigen, wenn wir erleben, wie der Dialekt derzeit von den Patrioten vor sich hergetragen wird.
Wie der Dialekt benutzt, ja missbraucht wird, um damit rassistische Sprüche von sich zu geben, sozusagen im Namen des „Südtiroler Volkes“.
Dabei ist unser Dialekt tatsächlich etwas Wunderbares. Ich liebe ihn seit meiner Kindheit. Aufgezogen von einer Mutter, die ihr Leben lang „schöne alte Dialektwörter“ in einem Büchlein sammelte, um sie uns vorzulesen, hänge ich außerordentlich an meinem Unterlandler Dialekt. Ich liebe Wortspiele im Dialekt, ich integriere Dialektwörter in meine Reden und Texte.
Jetzt sind wir in einer Art Kulturkampf gelandet, rund um den Dialekt.
Die Fakten scheinen harmlos: Ein Abgeordneter weigert sich, im Landtag Hochdeutsch zu sprechen. Er begründet das damit, dass er reden wolle, „wie ihm der Schnabel gewachsen ist.“ Im Namen der Selbstbestimmung, sagt sein Fraktionschef.
Es geht aber um mehr. Die Süd-Tiroler Freiheit wandelt sich schon seit einiger Zeit von einer Partei die sich dem Patriotismus und der Sezession von Italien verschrieben hatte, zu einer offen rassistischen, fremdenfeindlichen und rechten Partei. Mit anderen politischen Kräften kämpft sie darum, wer die AfD in Südtirol ist, aktuell gewinnt sie diesen Kampf „a mani basse“.
Das Beharren auf dem Dialekt im Landtag ist Teil eines Diskurses, der a priori ausschließt. Die italienischen Kolleg:innen zum Beispiel. (Sven Knoll: Ah was dürfen wir jetzt nicht mehr unsere Muttersprache sprechen, nur weil die Italiener nicht deutsch können?)
Es bedeutet auch, viel subtiler, die Herstellung und Afirmation eines „Wir“, das – völlig beliebig konstruiert – dazu dient, anderen Rechte zu nehmen. „Wir“, das sind je nach Kontext, die „daitschen Südtiroler“, wenn es um die Sprache geht, oder die „Einheimischen“, wenn es um die Emarginierung von Menschen mit Migrationshintergrund geht.
Es ist normal geworden, im Südtiroler Landtag, davon auszugehen, dass „unsere Leute“ mehr Rechte haben als andere. Jeder Mensch ist gleich an Rechten und Würde geboren? Gilt längst nicht mehr für alle.
Deshalb sage ich, dass unser Dialekt hier missbraucht wird. Einer der Gründe, warum ich dagegen bin, dass wir in der höchsten Institution des Landes während der Sitzung Dialekt reden.
Es gibt noch andere.
Erstens den bereits genannten: Wir sind ein mehrsprachiges Land. In solchen Kontexten ist es normal, dass sich eine „Lingua Franca“ etabliert (wie etwa das Englische in der Europäischen Union), über die man sich sprachübergreifend verständigt. Bei uns gibt es deren zwei: das Italienische und das Standarddeutsch. Der Dialekt, die Dialekte gehören nicht dazu. Es ist nicht verlangbar, dass die 5 Italiener:innen im Landtag die 29 deutschen Dialekte und das Ladinische verstehen. Ja, es gibt Übersetzung, aber einander verstehen, und einander entgegen kommen, das sollte uns ein Anliegen sein, wenn wir schon gemeinsam dieses Land politisch vertreten und lenken.
Zweitens, weil uns nicht unser Dialekt, sondern die Hochsprache den Anschluss an den deutschen Sprachraum sichert. Wir sind eine Minderheit im italienischen Staat und zugleich Teil eines großen Sprach- und Kulturraum, an dessen südlichem Rand wir leben. Wir sollen unseren Dialekt hegen und pflegen – wenn wir in Berlin, Hamburg oder Frankfurt unsere deutschen Sprachkolleg:innen treffen, brauchen wir das Hochdeutsche (da ist es sicher auch für den Herrn Abgeordneten aus Villanders kein Problem, Hochdeutsch zu sprechen). Also, ganz im Sinne der patriotischen Rechten (und ihrer langjährigen Galionsfigur Eva Klotz, die bestimmtes Getue tatsächlich nicht nötig hatte!): Hegen und pflegen wir die Hochsprache – und nutzen wir die wenigen Gelegenheiten, wo wir sie überhaupt noch benutzen können. Außer in der Schule, in internationalen Konferenzen und im Fernsehen gibt es ja eh fast keine Gelegenheiten mehr, Standarddeutsch zu sprechen.
Drittens: Die Institution Landtag ist das höchste Organ des Landes, unser Landesparlament. Wenn wir sprechen, stehen wir auf. Wir bedanken uns beim Landtagspräsidenten für das Wort. Wir wissen um unsere Rolle, um die Ehre und die Würde der Volksvertretung. Wir sind ein Vorbild oder sollten es zumindest sein. Es gilt im Landtag wie in jeder Organisation die Grundregel, dass nur das gut oder schlecht ist, was auch dann gut oder schlecht ist, wenn alles es tun (Meine Mutter sagte dazu: Wenn des alle tatn…?). Solange einer Dialekt spricht, mag das noch Folklore sein. Wenn das alle täten, wie klänge das? Auf den Villanderer Dialekt würde der Gsieser folgen, auf den Malser der Unterlandler, auf das Boznerische das Laivesott'. Es könnte auch ganz lustig sein, an Würde würde unsere Rede und unser Haus sicher verlieren, an Verständlichkeit sowieso.
Daher bin ich unverbrüchlich für den Schutz und die Pflege und die Förderung unseres Dialekts. Und ebenso unverbrüchlich bin ich gegen des Missbrauch unseres Dialekts für Ausgrenzungsphantasien und Miar-sein-Miar-Argumentationen.
Auch ich bete manchmal still in mir Dialektlitaneien herunter – gegen Nazis, gegen Ausgrenzung und Rassismus und für ein freundliches Südtirol, das sich gegenseitig verstehen will.
Ich finde, wir haben kein…
Ich finde, wir haben kein Recht, anderen vorzuschreiben, wie sie sprechen sollen.
In dem Moment, in dem wir das tun, verletzen wir seine Menschenwürde.
Die Südtiroler Dialekte sind die zweitälteste Sprache in diesem Land. Gibt es ein Landesgesetz das es schützt und fördert?
Zum Beispiel im Aostatal wird das Francoprovençal geschützt und gefördert, während das Französische und Italienische als Amtssprachen verwendet werden.
Bei uns scheint es, als sollten sich Dialektsprecher ihrer eigenen Sprache schämen und sie nur im Geheimen sprechen.
Antwort auf Ich finde, wir haben kein… von Evelin Grenier
Wenn das, was Sie hier…
Wenn das, was Sie hier wünschen, Realität würde, bräuchten wir ab jetzt keine DeutschlehrerInnen mehr.
Auch keinen Duden und kein Wörterbuch.
Jede/r kann in der Schule schreiben wie und was er/sie will.
Es wäre die totale Entfremdung vom deutschen Sprachraum, hin zu einem Kauderwelsch hinter dem Brenner.....
Antwort auf Wenn das, was Sie hier… von Sigmund Kripp
Wo haben Sie in meinem…
Wo haben Sie in meinem Kommentar einen Wunsch gelesen?
Ich als nicht Muttersprachlerin habe keine Wünsche (spreche keinen Dialekt), sondern erlaube mir nur die Situation objektiv zu analysieren.
In Deutschland werden die Dialekte als Mehrwert bezeichnet und geschätzt. In Österreich und der Schweiz sind sie sowieso Teil des Alltags. Nur in Südtirol wird man für den Dialekt beschimpft.
.https://www.zeit.de/news/2025-11/12/foerderverein-bairisch-als-minderhe…
Ps: Weder Sie noch Frau Foppa müssen einen Dialekt sprechen, es würde reichen es anderen nicht zu verbieten.
Antwort auf Ich finde, wir haben kein… von Evelin Grenier
Mir scheint das ganz und gar…
Mir scheint das ganz und gar nicht so. Es gibt wunderbare Dialektdichter:innen, es gibt Kulturförderung (bei weitem nicht genug), und niemandem wird was vorgeschrieben.
Antwort auf Ich finde, wir haben kein… von Evelin Grenier
„Wir verletzten seine…
„Wir verletzten seine Menschenwürde“? Echt jetzt? Wenn man verlangt, dass sich EIN Abgeordneter von 35 im gesetzgebenden Organ des Landes, das viele Aspekte unseres Lebens bestimmt, für alle verständlich ausdrücken solle, dann verletzen wir seine Menschenwürde? Bei diesem Aspekt sitzen manche offenbar immer dem Irrtum auf, es gehe um ein generelles Vorgehen gegen den Dialekt als Ausdrucksform. Abgesehen vom mangelnden Respekt, der sich darin äußert darauf zu pfeifen, ob ich von meinem Gegenüber verstanden werde, schadet es nicht, wenn sich jemand, der dazu gewählt wurde, die Geschicke des Landes zu leiten, dezent ausdrückt.
Ihr Vergleich mit Aosta ist genauso fehl am Platz wie die Aussage, es bestehe die Absicht den Dialekt zur Geheimsprache zu degradieren. Ist es wirklich nötig, dass manche Südtiroler Sturheit zur Religion erheben? Da muss man sich gar nicht wundern, dass wir pauschal als hinterwäldlerisch bezeichnet werden. Oder wie Heinrich Heine schrieb „von unergründlicher Geistesbeschränktheit“.
Antwort auf Ich finde, wir haben kein… von Evelin Grenier
So zu sprechen, dass der…
So zu sprechen, dass der Zuhörer mich versteht, ist ein Akt der Bildung.
Das Gegenteil davon ist: „mir sein mir“, und der Rest interessiert nicht.
(Dass ich ein Befürworter der Umgangssprache bin, brauche ich nicht mehr zu erwähnen; aber alles an seinem Platz).
Es schreibt ja eh jeder wie…
Es schreibt ja eh jeder wie er will ohne regeln zu beachten.
Der Rat der deutschen Rechtschreibung z.B. sieht keine Sonderzeichen wie Doppelpunkt Unterstrich oder Sternchen vor, wie sie im obigen Artikel verwendet werden.
Wenn man schon die deutsche Hochsprache so hochhält dann sollte man sich auch an die Regeln die im Schriftlichen vorgesehenen sind, halten (sozusagen als GEMEINSAME Grundlage ).
Antwort auf Es schreibt ja eh jeder wie… von Milo Tschurtsch
Es geht um die Frage ob die…
Es geht um die Frage ob die Benutzung eines Dialekts in einer legislativen Institution annehmbar ist, oder nicht und Sie schweifen auf eines Ihrer Lieblingsthemen ab: Das rote Tuch „Gendersprache“. Diesbezüglich ist Ihre Aussage „Es schreibt ja eh jeder wie er will ohne regeln zu beachten“ aber falsch. Es gibt dafür sehr wohl anerkannte Leitfäden für die Benutzung geschlechtergerechter Sprache, wenn auch keine einheitliche gesetzliche Normierung. Auch der Rat für deutsche Rechtschreibung wird sich früher oder später anpassen müssen, denn die Sprache entwickelt sich weiter und es ist auch Aufgabe dieses Gremiums dieser Entwicklung Rechnung zu tragen.
Antwort auf Es geht um die Frage ob die… von Manfred Klotz
„Zweitens, weil uns nicht…
„Zweitens, weil uns nicht unser Dialekt, sondern die Hochsprache den Anschluss an den deutschen Sprachraum sichert.“ Und dass man auch in Berlin verstanden wird......
Mit ging es um DIESEN Aspekt in Frau Foppas Artikel , wo ich eben der Meinung bin dass eine gemeinsame Standardsprache im deutschen Sprachraum auch eine gemeinsame Rechtschreibung beinhalten sollte, denn wenn jeder schreibt wie er möchte ist das eben auch keine einheitliche Sprache in Wort und Schrift , die eben ausufern kann.
Deshalb gibt es ja den Rat der deutschen Rechtschreibung der die Regeln festlegt und ggf. nachjustiert. Und dieser sieht eben bis jetzt (was alles noch kommt weiß man nicht) nur Doppelnennungen aber eben keine Sonderzeichen vor. Und ich bin der Meinung dass wenn man eine Standardsprache propagiert (eben nicht nur für das Hohe Haus, wo ich übrigens zustimme, sondern wie Frau Foppa sagt als Anschluss an den deutschen Sprachraum), dann sollte das auch für die Standard-Schreibweise gelten, denn wie gesagt wenn jeder seine eigenen Regeln anwendet, die irgendjemand erfunden hat und täglich neue hinzukommen, dient das der gemeinsamen Sprache am allerwenigsten.
Neues entsteht immer aber es muss institutionalisiert werden, sonst droht Wildwuchs.
Antwort auf „Zweitens, weil uns nicht… von Milo Tschurtsch
Genau weil Ihre Behauptung…
Genau weil Ihre Behauptung falsch ist hatte ich geschrieben „Es gibt dafür sehr wohl anerkannte Leitfäden für die Benutzung geschlechtergerechter Sprache“, die übrigens von Universitäten und Bildungsinstitutionen erarbeitet wurden, also nicht von Hinz und Kunz. Die anerkannten Regeln für Gendersprache gelten also sehr wohl für den gesamten deutschen Sprachraum, aber eben nur für diejenigen, die Gendersprache anwenden wollen.
Antwort auf Genau weil Ihre Behauptung… von Manfred Klotz
Universitäten und…
Universitäten und Bildungsinstitutionen sind aber nicht die „Instanz“ für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung. Diese lassen ggf. zu, bzw, regen an, legen aber nichts verbindlich fest. Der „Rat der deutschen Rechtschreibung“ gibt aber Regeln vor.
Grundsätzlich kann jeder privat schreiben (und sprechen ) wie er will, wenn es aber um die gegenseitige Verständigung und vor allem in Hinblick auf die Erlernbarkeit! der deutschen Sprache geht ist eine gemeinsames Regelwerk unerlässlich wozu es eben eine Institution braucht und für die verpflichtende Anwendung (evtl. in Schulen und Verwaltung) können politische Institutionen auf den Rat der deutschen Rechtschreibung verweisen.
Und mein Hinweis bezog sich darauf, dass wenn man schon eine gemeinsame Hochsprache propagiert sollte sich diese nicht nur auf die gesprochene sondern auch auf die geschriebene Sprache beziehen. Alles andere wäre inkohärent.
Hier die Begründung:
https://www.rechtschreibrat.com/DOX/rfdr_PM_2023-12-15_Geschlechtergere…
Antwort auf Universitäten und… von Milo Tschurtsch
Deshalb haben Universitäten…
Deshalb haben Universitäten und Bildungsinstitutionen auch keine Bestimmungen erlassen, sondern Anwendungsanleitungen mit dem Ziel auch die Gendersprache für Anwender zu vereinheitlichen. Vereinheitlichung ist auch das Ziel der Arbeit des Rates für deutsche Rechtschreibung. Auch dieser wird früher oder später der sprachlichen Entwicklung Rechnung tragen müssen. Es ist nur eine Frage der Zeit. Geschlechtergerechte Sprache wird sowieso zu häufig mit dem Binnen-I, Doppelpunkt oder Sternchen identifiziert, geschlechtergerechte Sprache drückt sich aber auch einfach in der Doppelnennung aus und die widerspricht in keinem Fall der deutschen Rechtschreibung. Weshalb also die generelle Ablehnung für Sichtbarkeit des Weiblichen zu sorgen, ist und bleibt - außer für Konservative - unverständlich.
Antwort auf Es schreibt ja eh jeder wie… von Milo Tschurtsch
Zitat: „Es schreibt ja eh…
Zitat: „Es schreibt ja eh jeder wie er will ohne regeln zu beachten“:
Sie tun das vielleicht (so wie jetzt: Großschreibung?), „jeder“ nicht!
Das ist eine unwahre Behauptung.
Antwort auf Zitat: „Es schreibt ja eh… von Peter Gasser
Wieder einmal ein Beitrag…
Wieder einmal ein Beitrag aus dem Hause „Möchtegern-gescheit“.
Wennschon hätten Sie das Wort „Regeln“ beanstanden müssen, wo mir ein Tipp-bzw. Flüchtigkeitsfehler bei der Großschreibung unterlaufen ist, der keineswegs auf fehlende Rechtschreibkenntnisse zurückzuführen ist, was für jedermann !! offensichtlich ist. Alles andere ist korrekt geschrieben.
„Unwahres“ ist halt nicht immer unwahr, auch wenn es behauptet wird.
https://languagetool.org/insights/de/beitrag/jeder-gross-oder-klein/
Jedermann / jedermann | Beliebte Fehler – korrekturen.de
„Jedermann“ wird immer klein geschrieben, da es sich um ein Indefinitpronomen handelt. Dies gilt ebenso für ähnliche Wörter wie „alle“ oder „jeder“.
www.korrekturen.de
Antwort auf Wieder einmal ein Beitrag… von Milo Tschurtsch
Das hat Peter Gasser auch…
Das hat Peter Gasser auch getan. Das jeder unter Anführungszeichen ist nicht ein Hinweis auf einen Fehler, sondern auf eine falsche Pauschalisierung ihrerseits.
Antwort auf Das hat Peter Gasser auch… von Manfred Klotz
Danke für die korrekte…
Danke für die korrekte Erläuterung an das Anonym Milo ....
Antwort auf Danke für die korrekte… von Peter Gasser
Ok, dann erklären Sie mit…
Ok, dann erklären Sie mit vielleicht den Hinweis auf die „Großschreibung“ bzw. worauf dieser sich bezieht.
Im Übrigen versteht es sich von selbst dass wenn der Begriff „jeder“ in einem bestimmten Kontext (wie hier) verwendet wird, dies sicherlich nicht wörtlich (grundsätzlich alle) zu verstehen ist, sondern auch im Sinne von „sehr viele.......eine Mehrheit “ verwendet werden kann . Z. B. „Das hat jeder schon einmal gehört..... oder: “ Das weiß ja jeder....." .bedeutet auch nicht dass es ausschließlich ALLE betrifft.
Ja das sind eben die Feinheiten bei der Anwendung der deutschen Sprache , die man kennen sollte.
Denn dass nicht wörtlich genommen JEDER ( ALLE) schreibt wie er will ist wohl logisch, mit „wahr“ oder „unwahr“ hat das nichts zu tun, sondern wie gesagt mit den Feinheiten der Sprache.
Antwort auf Ok, dann erklären Sie mit… von Milo Tschurtsch
Im besten Dialekt würde man…
Im besten Dialekt würde man auf Ihren Kommentar antworten: Schneller an Ausred', wia die Maus a Loch. Wenn Sie nicht alle meinen, weshalb schreiben Sie dann nicht „viele“, oder „ein beträchtlicher Teil“? Ihre Unfähigkeit Fehler einzugestehen, bringt Sie noch um den Verstand.
Antwort auf Im besten Dialekt würde man… von Manfred Klotz
Um meinen Verstand brauchen…
Um meinen Verstand brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, übrigens warum nennen Sie oder andere nicht eine konkrete Zahl wenn Sie z.B. sagen: „ Das habe ich dir schon hundertmal gesagt.“
Auch hier ist hundertmal nicht wörtlich sondern im Sinn von „sehr oft“ gemeint.
Die Sprache ist eben nicht immer eindeutig wörtlich zu verstehen, was auch JEDER ?! der Sprache anwendet weiß.
Übrigens könnten Sie mir als Peter Gassers Sprecher der Sie offenbar sind, die Frage beantworten was er mit der Anspielung auf die „Großschreibung“ gemeint hat, wenn sie nicht auf das Wort „jeder“ gemünzt war?
Antwort auf Um meinen Verstand brauchen… von Milo Tschurtsch
Zitat: „Übrigens könnten Sie…
Zitat: „Übrigens könnten Sie mir ... die Frage beantworten was er mit der Anspielung auf die “Großschreibung„ gemeint hat, wenn sie nicht auf das Wort “jeder„ gemünzt war?“
Krass... aber gut, ein Ratespiel, nochmal: welches Wort im gegenständlichen Kommentar ist grammatikalisch falsch (Hinweis: klein statt groß geschrieben)?
Antwort auf Zitat: „Übrigens könnten Sie… von Peter Gasser
„Zitat: “Es schreibt ja eh…
„Zitat: “Es schreibt ja eh jeder wie er will ohne regeln zu beachten":
Sie tun das vielleicht (so wie jetzt: Großschreibung?), „jeder“ nicht!
Das ist eine unwahre Behauptung."
Aus einem Tippfehler den JEDER ( hier wörtlich gemeint, nämlich ALLE) eindeutig als solchen erkennt, zu folgern dass zwar nicht jeder aber ICH schreiben würde ohne die (Rechtschreib-) Regeln zu beachten und dann noch eine „unwahre Behauptung“ davon abzuleiten ist echt krass.
Kleiner Tipp: Begeben Sie sich akribisch auf die Suche, dann finden Sie eine Menge solcher Flüchtigkeitsfehler, bei mir bei anderen und auch bei Ihnen. Das sind schlicht und einfach Versehen und haben mit der Diskussion um eine einheitliche Rechtschreibung NULL zu tun.
Antwort auf „Zitat: “Es schreibt ja eh… von Milo Tschurtsch
aja... im vorletzten Absatz…
aja... im vorletzten Absatz oben fehlen so ungefähr 5 Beistriche... bitte beachten Sie die Rechtschreibregeln, so meine Meinung.
Antwort auf aja... im vorletzten Absatz… von Peter Gasser
Sie werden es nicht…
Sie werden es nicht mitbekommen haben, aber seit der großen Rechtschreibreform 1996 gelten viele Veränderungen, wobei eben auch viele Kommaregeln OPTIONAL gemacht wurden.
Weitere Neuregelungen gelten seit 2006 und eine erneute Anpassung bezüglich Kommasetzung erfolgte mit der Rechtschreibreform 2025.
Sie sehen also dass da einiges im Fluss ist, vieles optional gemacht wurde und vor diesem Hintergrund jetzt andere belehren zu wollen, schnell ein Schuss in den Ofen werden könnte.
Aber so grundsätzlich würde ich Ihnen empfehlen sich bei SALTO als Fehlerdetektiv zu melden, vor allem bei Tippfehlern gäbe es da einiges zu tun. Bei der deutschen Rechtschreibung insgesamt, könnte es da allerdings schon schwieriger werden.
Antwort auf Um meinen Verstand brauchen… von Milo Tschurtsch
Und wieder „Schneller an…
Und wieder „Schneller an Ausred', wia die Maus a Loch“. Herr Gasser hat keinen Sprecher nötig, es geht mir darum Ihnen verständlich zu machen, dass Ihre Behauptungen bei vielen (ich könnte jetzt, nach Ihrer Anschauung auch „jedem“ schreiben) auf Widerspruch stoßen. Sonst glauben Sie noch es steht 1:1 unentschieden.
Ihr Verweis auf „hundert Mal“ ist in diesem Zusammenhang übrigens fehl am Platz. Da ich mir um Ihren Verstand keine Sorgen machen muss, wie Sie schreiben, verstehen Sie sicher weshalb.
Antwort auf Im besten Dialekt würde man… von Manfred Klotz
Die Unfähigkeit Fehler…
Die Unfähigkeit Fehler einzugestehen, ist ein verbreitetes Symptom hier im Forum.
Brigitte Foppa hat eine sehr…
Brigitte Foppa hat eine sehr gute und überlegte Stellungnahme abgegeben. Dialekt ist wichtig, Schriftsprache ist wichtig, für uns sogar überlebenswichtig. Es soll kein Gegeneinander sein, sondern ein friedliches Neben- und Miteinander, jede Sprachvariante dort,, wo sie hingehört.
Antwort auf Brigitte Foppa hat eine sehr… von Hartmuth Staffler
Wobei die Standardsprache…
Wobei die Standardsprache dem Dialekt immer übergeordnet sein muss und ist. Auch der Dialekt verwendet letztlich Wörter aus der Standardsprache und integriert sie - mehr oder weniger verändert - in seine Regeln. Wenn wir in Südtirol die Standardsprache vernachlässigen bzw. verlernen, geht die deutsche Sprache langfristig unter und das Italienische wird noch mehr zur Lingua Franca bzw. zur Amtssprache, schlicht deswegen, weil der Dialekt seine Quelle verlieren würde, aus der auch er lebt.
Hätten Sie ein oder zwei…
Hätten Sie ein oder zwei Reden im Dialekt aushalten können, dann hätte sich der Dialektsprecher als akzeptiert gefühlt können und mit der Zeit hätte er versucht sich ganz spontan zugehörig zu fühlen und Standarddeutsch im Landtag wie alle anderen zu sprechen.
Sie erziehlen nichts durch Repression und Gewalt.
Mit Akzeptanz und Respekt erzielen Sie viel mehr, liebe Frau Foppa.
Ich schreibe nur weil ich Sie als Politiker sehr schätze.
In Südtirol gibt es 2 Amtssprachen und 2 Minderheiten Sprachen : die Ladinische und die Sudbairische Dialekte.
Sie könnten vorschlagen dass einmal in 6 Monaten, ganz symbolisch, ein paar Reden im Landtag im Ladinischen und im Sudbairischen gehalten werden können.
Glauben Sie mir, der Landtag wird viel weltoffener und demokratischer werden.
Sie gewinnen mehr als Sie verlieren.
Antwort auf Hätten Sie ein oder zwei… von Evelin Grenier
Verzeihung, aber das ist…
Verzeihung, aber das ist totaler Quatsch. Rabensteiner benutzt ja seit Anbeginn seinen Dialekt, sonst wäre diese Diskussion gar nicht entstanden. Also Empathie oder Verständnis braucht man ihm nicht entgegenzubringen. Die Forderung nach Einhaltung bestimmter Spielregeln als „Repression und Gewalt“ zu bezeichnen ist der absolute Hammer. Der Landtag wird nicht durch Reden im Dialekt weltoffener, genau das Gegenteil ist der Fall und zwar aus Gründen der allgemeinen Verständlichkeit und des Gesamtbildes, das dabei entsteht. Dialekte sind Umgangsprache und für dessen Verwendung gibt es Zeiten und Orte.
Antwort auf Hätten Sie ein oder zwei… von Evelin Grenier
Nur zur Klärung: Ich halte…
Nur zur Klärung: Ich halte den Dialekt des Kollegen sehr gut aus. Wir hatten auch in der Vergangenheit Abgeordnete im Landtag, die zu Beginn im Dialekt sprachen, und sich dann den Gepflogenheiten des Hauses angepasst haben. Das war beim Abg. Rabensteiner anders. Er hat es zur Kampfansage gemacht, dem „Schnabel nach“ zu reden. Wir diskutieren nun, und das ist in einem mehrsprachigen Land vollkommen in Ordnung, darüber, ob das dem Zusammenleben dient oder nicht. Ich finde: Nein. Und ich finde vor allem, dass es der Anschlussfähigkeit der deutschen Sprachgruppe nicht gut tut. Von Repression oder Gewalt, wie Sie sagen, kann gar keine Rede sein.
Das Jahr ist 2040 und…
Das Jahr ist 2040 und Südtirol hat den ersten albanischen Landtagsabgeordneten (größten ausländischen Bevölkerungsgruppe). Der Abgeordnete spricht im Landtag Albanisch, damit ihn seine Konstituenten besser verstehen. Ich wette eine Pizza: Frau Foppa wird sich dafür einsetzen, dass er im Landtag Albanisch sprechen darf. Plötzlich wird eine „Lingua franca“ zu haben rassistisch, rechtsextrem und diskriminierend sein.
Dem gesagt, Herr Rabensteiner ist ein Schwachkopf. Seinen Kollegen im Kollegium das Leben bewusst schwer machen, nur um billige politische Punkte zu sammeln, bringt dem Land nichts. Er soll das Recht haben, Dialekt zu sprechen, aber wenn er es tut, zeigt das Verantwortungslosigkeit.
Dem gesagt, um in 90% der Fälle auf der „richtigen Seite der Geschichte“ zu stehen, reicht es generell die Gegenposition zur Politik von Frau Foppa bzw. den Grünen einzunehmen. Es ist bemerkenswert, wie man in so vielen Bereichen von Migration und Energiepolitik bis hin zu Wohnbau und Wirtschaftsförderung konsequent falsch liegen kann.
Antwort auf Das Jahr ist 2040 und… von J Libra
1. Sie sollten sich auch mit…
1. Sie sollten sich auch mit Standarddeutsch beschäftigen! Was sind „seine Konstituenten“?
2. Frau Foppa will ja gerade, dass Rabensteiner im Landtag Standarddeutsch spricht!
Was haben Sie wo verwechselt?
Antwort auf Das Jahr ist 2040 und… von J Libra
Es wäre interessant zu…
Es wäre interessant zu erfahren, was Sie denn so als die „richtige“ Seite der Geschichte zu betrachten belieben... Immer Ihre eigene, vermutlich. Und weil Prognosen bekannterweise schwierig sind, wenn sie die Zukunft betreffen, lassen Sie uns doch gemeinsam in die Vergangenheit zurückprognostizieren: Wo wäre denn eine grüne Politik an zentralen neuralgischen Stellen der jüngeren Geschichte gestanden? Und wo aber Sie?
Antwort auf Das Jahr ist 2040 und… von J Libra
Apropos „richtige Seite“…
Apropos „richtige Seite“ jlibra:
https://www.barfuss.it/meinung/ehre-wem-keine-ehre-gebuehrt/
Antwort auf Das Jahr ist 2040 und… von J Libra
Dass jemand, der solche…
Dass jemand, der solche Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat, glaubt über sprachliche Aspekte dozieren zu können, ist ein gutes Beispiel für den Dunning-Krüger-Effekt. Von dem Quatsch der „richtigen Seite“ ganz zu schweigen.
Antwort auf Das Jahr ist 2040 und… von J Libra
Ah, so einfach ist das!…
Ah, so einfach ist das! Einfach immer das Gegenteil von dem, was die Grünen sagen, ist richtig. Das letzte Mal, das ich diesen Impetus hatte (damals natürlich gegenüber dem, was meine Eltern sagten, aber das Prinzip bleibt dasselbe), war in meiner Pubertät.
Das Problem das ich aus…
Das Problem das ich aus meiner Sicht sehe ist, dass viele Menschen sich mit dem Standarddeutsch nicht identifizieren.
Also, wer sich mit dem Standarddeutschen identifiziert, fühlt sich von der Regel im Landtag diese Sprache zu sprechen, respektiert.
Wer sich hingegen mit dem Standarddeutschen nicht identifiziert, fühlt sich von der Regel den Dialekt zu verbieten, diskriminiert.
Es braucht mehr Offenheit und Demokratie um auch die Menschenwürde der Dialektsprecher zu schützen.
Antwort auf Das Problem das ich aus… von Evelin Grenier
Das haben Regeln so an sich!…
Das haben Regeln so an sich! Sie werden in einer Demokratie mit Mehrheitsbeschluss gesetzt und gelten dann.
Natürlich kann sich nicht jeder mit den Regeln „identifizieren“.
Gelten tun sie für den/die Betreffende/n trotzdem. Das hat nichts mit entzogener Menschenwürde zu tun!
Wenn sich der Landtag - aus guten Gründen - Standarddeutsch als Regel setzt, gilt das für alle 35 Abgeordneten, die sich innerhalb des Plenums artikulieren.
Draußen können sie reden, wie sie wollen!
Antwort auf Das haben Regeln so an sich!… von Sigmund Kripp
Wenn die italienisch- oder…
Wenn die italienisch- oder ladinisch- sprachige Abgeordneten angefeuert werden zu bestimmen, wie ein deutschsprachiger zu sprechen hat, ist es keine Demokratie.
Es grenzt an Mobbing.
Antwort auf Wenn die italienisch- oder… von Evelin Grenier
Ihre Fähigkeit einen…
Ihre Fähigkeit einen eigentlich normalen Aspekt zu dramatisieren, ist sagenhaft.
Antwort auf Das Problem das ich aus… von Evelin Grenier
Ihr inflationärer Gebrauch…
Ihr inflationärer Gebrauch des Begriffs „Menschenwürde“ ist wirklich krass.
Herr Kripp, Sie haben das…
Herr Kripp, Sie haben das Kauderwelsch erwähnt.
Ich verstehe Ihre Bedenken hinsichtlich der Qualität des Dialekts.
Viele Leute verwechseln Dialekt mit Umgangssprache.
Die Umgangssprache ist oft ungepflegt und mit vielen Lehnwörter aus anderen Sprachen gefüllt.
Wenn Sie hingegen einen gepflegten Dialekt der Bairischen Sprache sprechen wollen, können Sie auf jeden Fall umgangsprachliche Begriffe vermeiden.
Je mehr die Sprecher einer Sprache stigmatisiert und diskriminiert werden, desto höher das Risiko, dass diese Sprache oder Dialekt verarmt und zu einer unverständlichen Umgangssprache degradiert.
Der Südtiroler Dialekt ist…
Der Südtiroler Dialekt ist ein Dialekt der Bairischen Sprache (auch Bairisch-Österreich genannt).
Die bairische Dialektgruppe wird von der Internationalen Organisation für Normung als eigenständige Einzelsprache klassifiziert (der Sprachcode nach der Norm ISO 639-3 ist bar) und von der UNESCO seit 2009 im Atlas der gefährdeten Sprachen aufgelistet. Mit einer bis zum älteren bairischen Stammesherzogtum zurückreichenden über 1000-jährigen Geschichte ist Bairisch also ein historisch entstandener, eigenständiger Dialektverbund der deutschen Sprache (wie Alemannisch), der jedoch nie standardisiert wurde. Bairisch ist kein Dialekt der standardhochdeutschen Schriftsprache, die sich erst deutlich später als künstliche Ausgleichssprache entwickelt hat und ebenfalls einen Dialekt der deutschen Sprache darstellt. Der Unterschied zwischen Bairisch und Standardhochdeutsch ist z. B. größer als der zwischen Dänisch und Norwegisch oder zwischen Tschechisch und Slowakisch.
Wie problematisch es ist,…
Wie problematisch es ist, wenn man in den verschiedenen Dialektvarianten verharrt und sich nicht auf eine Standardsprache einigen kann, sehen wir an den Rätoromanen in Graubünden. Das in fünf verschiedene Talschaftsvarianten zersplitterte Rätoromanisch ist dort dauernd im Rückzug, die Standardsprache Rumantsch Grischun konnte sich nicht durchsetzen. Wir Südtiroler haben eine Standardsprache zur Verfügung, die unsere Sprache und Kultur retten kann. Wenn wir darauf verzichten, werden wir zu einer Bevölkerung mit aussterbender Reservatskultur. Unsere Dialekte sind dann höchstens noch eine Kuriosität für Sprachwissenschaftler oder eine Lachnummer für italienische TV-Shows.
Antwort auf Wie problematisch es ist,… von Hartmuth Staffler
In meinem Bekanntenkreis…
In meinem Bekanntenkreis sprechen einige deutschsprachige Eltern mit ihren Kindern nur Italienisch. Die Kinder wachsen dann mit Deutsch als Fremdsprache auf.
Meinen Beobachtungen zufolge führt die Stigmatisierung von Dialekten dazu, dass das Sprechen von Deutsch aufgegeben und endgültig zu einer anderen Sprache gewechselt wird.
Gerade weil man in einem mehrsprachigen Land andere Sprachen zur Verfügung hat.
Wird eine Person in einem einsprachigen Land aufgrund ihres Dialekts diskriminiert, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich der herrschenden Sprache anzupassen.
Wenn diese Person jedoch aufgrund ihres Dialekts in einem mehrsprachigen Land Diskriminierung erfährt, wird sie sich dafür entscheiden, definitiv zu einer anderen Sprache zu wechseln.
Die…
Die Standardsprachenideologie ist die Überzeugung, dass eine standardisierte Form der Sprache (Hochdeutsch) die einzig „richtige“, logische oder wertvolle Varietät ist, während Dialekte oder andere Sprachformen als minderwertig betrachtet werden. Diese Ideologie ist eng mit sprachlicher Diskriminierung verbunden, da sie Sprecherinnen und Sprecher abwertet, die nicht der Norm entsprechen, und somit Menschen aufgrund ihrer Dialekte benachteiligen kann.
Standardsprachenideologie (Definition): Die Vorstellung, dass die Standardsprache der Maßstab für sprachliche Richtigkeit ist und als Einheits- oder Nationalsymbol dient. Sie beinhaltet oft den „Homogenismus“ (die irrige Annahme, es gäbe nur eine richtige sprachliche Lösung) und die Vorstellung einer idealisierten Einheitssprache.
Sprachliche Diskriminierung:
Abwertung von Varietäten: Menschen werden benachteiligt, wenn sie Dialekt, Regiolekt oder einen Akzent sprechen, der als „falsches Deutsch“ stigmatisiert wird.
Soziale Ungleichheit: Die Standardsprache dient oft als Zugangsschlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe, wodurch Sprecher anderer Varietäten systematisch benachteiligt werden.
Verstoß gegen Menschenwürde: Sprachliche Diskriminierung ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde, da Sprache ein Fundament der Identität ist.
Die …
Die „Standardsprachenideologie“ ist, sofern es sie überhaupt gitbt, keineswegs der Meinung, dass eine standardisierte Form der Sprache die „einzig richtige, logische oder wertvolle“ Varietät einer Sprache ist. Wer, ganz ohne Ideologie, für die Verwendung der Standardsprache in gewissen Situationen eintritt, der weiß ganz genau, dass die Standardsprache eine Kunstsprache ist. Man kann sie auch als künstlich geschaffenen universellen Dialekt betrachten. Sinn der Standardsprache ist es nicht, andere Dialekte zu diskriminieren, sondern eine Basis für gemeinsame Kommunikation zu schaffen, die nicht nur Muttersprachlern, sondern auch Menschen anderer Muttersprache offensteht. Standardsprache ist daher ein Synonym für Inklusion im Gegensatz zu Dialekt, der Ausgrenzung bedeutet.
Wer will wen vom Landtag…
Wer will wen vom Landtag ausschließen?
Es sind die Befürworter der Standardsprachenideologie, die keine Dialektsprecher im Landtag tolerieren wollen.
Nicht das Gegenteil.
Antwort auf Wer will wen vom Landtag… von Evelin Grenier
Der Landtag ist die…
Der Landtag ist die Legislative, das gesetzgebende Organ, wo es eine klare und präzise Sprache braucht, um Gesetze gut zu formulieren! (Südtirol leidet jetzt schon unter schlecht geschriebenen Gesetzestexten!) Und die Zuhörer sind hauptsächlich die anderen 34 Abgeordneten, die in Südtirol eben auch andere Muttersprachen haben! Nachgeordnet natürlich auch das Publikum, das direkt oder indirekt zuhört, auch über die Presse und Medien. (Und auch Letztere sollten die Texte verstehen, gerade, wo die rechten Fraktionen in letzter Zeit unmögliche Sätze von sich geben, die vor Rassismus und Menschenverachtung nur so strotzen!)
Antwort auf Der Landtag ist die… von Sigmund Kripp
Der Landtag ist die…
Der Landtag ist die Legislative, das gesetzgebende Organ, wo es eine klare und präzise Sprache braucht, um Gesetze gut zu formulieren!
Dafür gibt es die Schriftsprache. Nämlich der Standarddeutsch als Schrift- bzw Gesetzsprache.
Was geschrieben ist und jahrelang eine präzise Interpretation bieten soll, muss selbstverständlich auf jeden Fall auf Standarddeutsch sein.
Die gesprochene Sprache dient hingegen zur momentanen Verständigung.
Wenn ein Sprecher etwas zu sagen hat, ist es in seinem Interesse sich verständlich zu machen. Deswegen liegt auch die wahl der Sprachvarietät in seiner vollen Verantwortung.
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