Umwelt | Offener Brief

„Ihre Auftritte hatten Hoffnung geweckt“

Mit Unverständnis reagiert der Umweltring Pustertal auf das genehmigte Variantenprojekt der Kronplatz AG und fordert eine Aussprache mit Landesrat Peter Brunner.
Peter Brunner
Foto: USP/Bruccoleri
  • Der Umweltring Pustertal fordert Umweltlandesrat Peter Brunner (SVP) in einem offenen Brief zur Aussprache auf: Das genehmigte Variantenprojekt der Kronplatz AG löse Bestürzung aus, denn Kompromisse dürften „nicht zu einer Aushöhlung zentraler Instrumente des Umweltschutzes und der Bürgerbeteiligung führen“, so die Umweltorganisation in dem Schreiben. Der Umweltbeirat sei als „eines der wichtigsten partizipativen Umweltgremien des Landes“ offenbar übergangen worden, um einem privaten Unternehmen die ausführliche Umweltprüfung zu ersparen.

    Der Umweltbeirat des Landes hatte das erste Bauprojekt abgelehnt, doch die Landesregierung hat es in Teilen trotzdem genehmigt. Nun legten die Betreiber eine Variante der neuen Mittelstation mit einem zusätzlichen Skiweg vor: Das Gutachten des Beirats fiel erneut negativ aus, doch die Landesregierung sei auch dieses Mal darüber hinweggegangen und genehmigte die Variante. Auch die Grünen hatten das bereits kritisiert. Brunner hatte gegenüber der Rai erklärt, der zuständige Ressortdirektor Alexander Gruber habe das Projekt nochmals geprüft. 

  • Das Skigebiet am Kronplatz: Die Erweiterung und das neue Speicherbecken lösen im Tal nicht nur Begeisterung aus. Foto: Seehauserfoto
  • Dieses Vorgehen ist für den Umweltring Pustertal Auslöser, sich an den Landesrat zu wenden. „Insbesondere Ihre Auftritte im Stakeholderforum zum Klimaplan sowie in anderen öffentlichen Zusammenhängen hatten bei uns die Hoffnung geweckt, mit Ihnen einen datenbasierten, bürgernahen und konsequenten Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz erhalten zu haben“, so die Initiative. 

    „Wir haben diesen Berg für die Natur noch nicht aufgegeben“, erklären die Mitglieder und fordern einen verbindlichen Biodiversitätsplan für den Brunecker Hausberg, den die Kronplatz AG erfüllen soll, um den sensiblen Naturraum zu schützen. Bereits im Frühling war das Skigebiet wegen eines neuen Speicherbeckens in die Kritik geraten, das am 31. März im Brunecker Gemeinderat mit 14 Ja-Stimmen und neun Nein-Stimmen genehmigt worden war.