Politik | Gesundheitsreform

Versorgung vor Ort

Das Gemeinschaftshaus in Naturns und das Gemeinschaftskrankenhaus in Meran sind in Betrieb gegangen. Der Bau des Meraner Gemeinschaftshauses stockt nach wie vor.
Bild: Sabes

Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!

Jetzt S+ abonnieren

Der Umbau der Gesundheitsversorgung im Burggrafenamt kommt weiter voran. Gesundheitslandesrat Hubert Messner erklärt die Vision des „neuen Kapitels im Gesundheitswesen“ bei seinen Besuchen im neuen Gemeinschaftshaus Naturns und im Krankenhaus Meran.

Landesrat zu Besuch in Naturns: Gesundheits- und Sozialdienste sollen in den Gemeinschaftshäusern gebündelt werden. LPA

Entlastung für die Krankenhäuser

Ziel sei es, Gesundheits- und Sozialleistungen in wohnortnahen Anlaufstellen zu vereinen und Notaufnahmen sowie Krankenhäuser nicht unnötig zu belasten. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden zeigen, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Messner.

Im Gemeinschaftshaus Naturns, das vor Kurzem seinen Betrieb aufgenommen hat, standen vor allem die neuen Aufgaben der Einrichtung und die Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Sozialdiensten im Mittelpunkt. Die Hausärzte bleiben laut Messner weiterhin das Fundament der Versorgung. Ergänzend dazu sollen Gemeinschaftshäuser vor allem bei der Betreuung chronisch kranker Menschen eine zentrale Rolle übernehmen. Fachärztliche Visiten und weitere Leistungen sollen dort vernetzt angeboten werden. Das neue Gemeinschaftshaus Naturns soll demnächst offiziell eröffnet und mit seinen Diensten vorgestellt werden.

Inbetrienahme des Gemeinschaftshaus' Meran steht noch in den Sternen

Auch in Meran wird die Versorgung neu aufgestellt. Im Krankenhaus ist seit Anfang des Monats ein Gemeinschaftskrankenhaus aktiv, das derzeit über zehn Intermediärbetten verfügt. Diese Betten sollen eine Lücke zwischen Krankenhaus und Zuhause schließen: Sie sind für Menschen gedacht, die Pflege und ärztliche Betreuung benötigen, aber kein Akutbett im Krankenhaus brauchen. „Intermediärbetten entlasten die Krankenhäuser und ermöglichen eine Betreuung zwischen Krankenhaus und Zuhause“, so Messner.

Direkt gegenüber dem Krankenhaus Meran entsteht zudem das neue Gemeinschaftshaus Meran. Vorgesehen ist dort ebenso ein Ambulatorium für kleinere Anliegen, das Patientinnen und Patienten mit dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden rasch versorgen soll, um die Notaufnahme im Krankenhaus zu entlasten.

Der Bau des Gemeinschaftshauses Meran hatte sich in den vergangenen Monaten verzögert, aufgrund von Versäumnissen der Baufirma, die vom Ministerium beauftragt worden war. Eine verfahrene Situation, denn eine Vertragsauflösung durch das Land ist nicht möglich, da die Auftragsführung beim Staat liegt. In der jüngsten Pressaussendung heißt es nun, dass das Gemeinschaftshaus nach Möglichkeit im Laufe des kommenden Jahres fertiggestellt werden soll.