Versorgung vor Ort
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Jetzt S+ abonnierenDer Umbau der Gesundheitsversorgung im Burggrafenamt kommt weiter voran. Gesundheitslandesrat Hubert Messner erklärt die Vision des „neuen Kapitels im Gesundheitswesen“ bei seinen Besuchen im neuen Gemeinschaftshaus Naturns und im Krankenhaus Meran.
Entlastung für die Krankenhäuser
Ziel sei es, Gesundheits- und Sozialleistungen in wohnortnahen Anlaufstellen zu vereinen und Notaufnahmen sowie Krankenhäuser nicht unnötig zu belasten. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden zeigen, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Messner.
Im Gemeinschaftshaus Naturns, das vor Kurzem seinen Betrieb aufgenommen hat, standen vor allem die neuen Aufgaben der Einrichtung und die Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Sozialdiensten im Mittelpunkt. Die Hausärzte bleiben laut Messner weiterhin das Fundament der Versorgung. Ergänzend dazu sollen Gemeinschaftshäuser vor allem bei der Betreuung chronisch kranker Menschen eine zentrale Rolle übernehmen. Fachärztliche Visiten und weitere Leistungen sollen dort vernetzt angeboten werden. Das neue Gemeinschaftshaus Naturns soll demnächst offiziell eröffnet und mit seinen Diensten vorgestellt werden.
Inbetrienahme des Gemeinschaftshaus' Meran steht noch in den Sternen
Auch in Meran wird die Versorgung neu aufgestellt. Im Krankenhaus ist seit Anfang des Monats ein Gemeinschaftskrankenhaus aktiv, das derzeit über zehn Intermediärbetten verfügt. Diese Betten sollen eine Lücke zwischen Krankenhaus und Zuhause schließen: Sie sind für Menschen gedacht, die Pflege und ärztliche Betreuung benötigen, aber kein Akutbett im Krankenhaus brauchen. „Intermediärbetten entlasten die Krankenhäuser und ermöglichen eine Betreuung zwischen Krankenhaus und Zuhause“, so Messner.
Direkt gegenüber dem Krankenhaus Meran entsteht zudem das neue Gemeinschaftshaus Meran. Vorgesehen ist dort ebenso ein Ambulatorium für kleinere Anliegen, das Patientinnen und Patienten mit dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden rasch versorgen soll, um die Notaufnahme im Krankenhaus zu entlasten.
Der Bau des Gemeinschaftshauses Meran hatte sich in den vergangenen Monaten verzögert, aufgrund von Versäumnissen der Baufirma, die vom Ministerium beauftragt worden war. Eine verfahrene Situation, denn eine Vertragsauflösung durch das Land ist nicht möglich, da die Auftragsführung beim Staat liegt. In der jüngsten Pressaussendung heißt es nun, dass das Gemeinschaftshaus nach Möglichkeit im Laufe des kommenden Jahres fertiggestellt werden soll.
Man würde es dem Hubert…
Man würde es dem Hubert Messner weiss Gott vergönnen, wenn das mit den Gemeinschaftshäusern in seinem Sinne funktioniert. Wenn aber die Basismediziner die Initiative sabotieren, dann freilich muss man Zweifel daran haben.
Antwort auf Man würde es dem Hubert… von Hans Punter
Die sogenannten …
Die sogenannten „Basismediziner“ „sabotieren“ das Vorhaben nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Wir Allgemeinmediziner haben zahlreiche Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge gemacht, um einen Erfolg zu gewährleisten, da das Konzept in der jetzigen Form einige Rahmenbedingungen und Prozesse vorsieht, die in der Realität wenig Aussicht auf erfolgreiche Umsetzung haben oder mit einer qualitativen Verschlechterung der Versorgungsqualität einhergehen.
Daher ist es inhaltlich nicht korrekt, die Kritik aus der Ärzteschaft als „Sabotage“ hinzustellen, da die Kritik genau das Gegenteil davon ist!
Gegen die eigenen…
Gegen die eigenen Mitarbeiter verliert man jede Auseinander-Setzung ... ...
Würde „sabotieren“ dann doch…
Würde „sabotieren“ dann doch lieber mit „wenig Kooperationsbereitschaft“ ersetzen.
Antwort auf Würde „sabotieren“ dann doch… von Hans Punter
Ich nenne die zwei aus…
Ich nenne die zwei aus meiner Sicht vordergründigen Prbleme und deren Lösung:
Lösung 1: fixes ärztliches Personal statt Rotationssystem.
Warum:
- echte Entlastung für Hausärzte anstatt Zusatzbelastung durch Dienstplan
- die Öffnungszeiten der Hausärzte und deren Ressourcen für Heim- und Hausbesuche bleiben unangetastet
- bessere Kommunikation zwischen den Ärzten und Gesundheitsberufen im Gemeinschaftshaus und besserer Aufbau von Expertise durch Wiederholung
2. Keine 24/7 - Öffnung, sondern Fokus auf Mo-Fr(-Sa) 7-19.
Warum:
- deutlicher finanzieller Vorteil durch Ersparnis von Personal und Nachtzuschlägen
- attraktivere Arbeitszeiten für Personal (in Zeiten von Fachkräftemangel entscheidend)
- die nächtlichen Fallzahlen geben eine Nachtöffnung nicht her, außerdem werden viele Fälle in der Nacht dann sowieso in die Erste Hilfe weiter verwiesen, weil es z.B. weiterführende Diagnostik bräuchte.
Ergänzend sei hier gesagt: in graz gab es eine solche hausärztliche Nachtambulanz, sie wurde dann aber u.a aus obigen Erkenntnissen wieder geschlossen.
Die wahre Entlastung durch Gemeinschaftshäuser entsteht durch die Qualitätssteigerung in der Versorgung chronisch kranker Patienten. Diese profitieren von der interdisziplinären Betreuung, die ein (gutes) Gemeinschaftshaus gewährleisten kann, ein normaler Hausarzt aber nicht. Dadurch reduzieren sich dann auch die Krankenhauskontakte.
Auch hier kommen wir wieder zu Punkt 1. Diese interdisziplinäre Betreuung funktioniert nicht, wenn die Gesundheitsberufe jeden Tag mit einem anderen Arzt zusammenarbeiten müssen. Ein fixes Ärzteteam könnte hingegen Expertise aufbauen und dadurch auch zu einem wichtigen Ansprechpartner für die Hausärzte in der Peripherie werden.
Ich sage das als Allgemeinmediziner, der für etwa 3-4 Jahre in so einem Zentrum in Österreich gearbeitet hat.
Ich habe meine Kritik auch schon vor über einem Jahr über interne Kanäle und etwas später öffentlich zum Ausdruck gebracht, da ich es bedauern würde, wenn die an sich gute Idee daran scheitert, dass man das unausgegorene italienische Konzept (das sehr schnell entstanden ist, um die Gelder vom PNRR kassieren zu können) nicht anpasst, nur weil man dann auf ein paar Milliönchen verzichten würde.