Ausflug | Wandertipp

Vom Tal in die Almlandschaft

Wanderung von Aschbach über das Vigiljoch zur Naturnser Alm: Waldsteige, Alpenrosen, Aussicht und Einkehr mit Panoramablick über das Etschtal.
Oswald Stimpfl

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Im Westen von Meran steigt der dunkle Buckel des Vigiljoch-Berges auf. Auf seiner Nordseite liegt das kleine verträumte Dörfchen Aschbach auf einer Geländeterrasse und schaut zur gegenüberliegenden Texelgruppe und in den Vinschgau hinein. Eine moderne Seilbahn verbindet Rabland im Tal (525 m) in wenigen Minuten mit Aschbach (1342 m) und überwindet dabei beachtliche 817 m Höhenunterschied. An der Bergstation beginnt unsere Wald-, Wiesen- und Almenwanderung zur Naturnser Alm, einer gut geführten, aussichtsreichen und viel besuchten Almhütte. Der Weg führt dabei zuerst aufs Vigiljoch, einer einzigartigen, autofreien Berglandschaft mit zauberhaften Lärchenwäldern, Zirbelkiefern und weiten Almwiesen. Im Juni blühen hier dichte Büsche von pinken Alpenrosen.

Infos in Kürze

Lange Wanderung von der Berg- in die Almregion, dazu gibt es eine interessante Höhenkirche, großartige Aussicht und gute Wirtshäuser.

Schwierigkeit: mittel

Startpunkt: An der Bergstation der Seilbahn Aschbach

Strecke: 10,7 km

Gehzeit: 3 h 55 Min

Höhenmeter im Aufstieg und Abstieg: 611 m

Anfahrt + Parkplatz:  Mit dem PKW zur Talstation der Seilbahn Aschbach in Rabland, Ortsteil Saring, am Etsch Ufer, dort Parkplätze. 

Oder noch besser mit den Öffis: Mit der Vinschger Bahn, Haltestelle Rabland. Die Talstation der Seilbahn liegt nur wenige Meter entfernt. Fahrplan Bahn unter suedtirolmobil.info. Info Seilbahn Talstation Tel. 0473 967198, www.aschbach.it

Zum Wegverlauf

Von der Bergstation aus folgen wir den Wegweisern an Gasthaus und Kirchlein vorbei zum Vigiljoch und nicht zur Naturnser Alm, es geht bergauf, ein Waldsteig schneidet mehrmals eine breite Forststraße ab, nach einer ¾ Stunde wird der Weg flacher und in einer guten Stunde sind wir am Sattel angekommen, der den Hügel mit dem Kirchlein und den Bergausläufern von Hochwart und Hochjoch trennt. Dieses Vigiljoch (1743 m) markiert den Übergang vom Vinschgau ins vordere Ultental. Der Weg wird jetzt breiter und führt als Forstweg in nordwestlicher Richtung durch schütteren Wald stetig bergauf. 

Bei einer Wegteilung bleiben wir links auf Weg Nr. 9, mit wunderbarer Aussicht über das Etschtal bis zu den fernen Dolomiten geht es unterhalb des Rauhen Bühels auf breit trassiertem Weg durch helle Lärchenwälder auf die Naturnser Alm zu. Gehzeit bis hierher von Aschbach gut 2 1/2 Stunden. Nach der wohlverdienten Einkehr, gestärkt mit üppiger und besonders präsentierter Hüttenkost, machen wir uns auf den Rückweg. Die breite Forststraße geht bald in einen schön trassierten und gut markierten Waldsteig über, der uns in einer guten Stunde nach Aschbach zurückbringt.

Steinzeit am Vigiljoch

Kaum zu glauben: Das Gebiet wurde bereits in grauer Vorzeit von Jägern und Sammlern begangen, zahlreich sind die mittelsteinzeitlichen Fundplätze am Nordkamm von Ulten, an den Übergängen in Richtung Vinschgau. Funde von Steinwerkzeugen und Silexabschlägen am Jochweg und um die Naturnser Alm werden der frühen Mittelsteinzeit, der mittleren bis späten Phase des Sauveterrien (ca. 8000–7000 v. Chr.) zugewiesen. 

Zum Nachlesen: „Zur Besiedlungsgeschichte von Ulten“ von Günther Kaufmann, in: Der Schlern 82/9 (2008), 38-57.

Einkehrtipp

Naturnser Alm

Stattliche, urige Almwirtschaft, große Sonnenterrasse, typische Almkost. Aschbach, Algund, Von Mitte Mai bis Ende September / Mitte Oktober geöffnet. WhatsApp-Nachricht an +39 334 280 1114. www.naturnseralm.com

 

Gasthaus Aschbacherhof

Die Riesenportionen, die aufgetischt werden, sind legendär und rekordverdächtig, herausragend die große Auswahl an Torten. Aschbach, 39022 Algund, Tel. 0473 967 419 oder 338 474 0728 www.aschbacherhof.it Ostern bis Anfang November. Mo. Ruhetag.