Arbeiterwohnheim statt Obdachlosenheim
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Die Südtiroler Gewerkschaftsbünde fordern von der Landesregierung in einer Aussendung die würdevolle Unterbringung von Arbeitern ohne Obdach. Vor allem nach der Schließung der Kältenotzentren stünden viele dieser Menschen auf der Straße. SALTO warf Anfang April einen Blick auf das ehemalige Schwefelbad-Hotel in Bozen. Während der Flüchtlingskrise wurde das Hotel bereits als Flüchtlingsheim genutzt. Ein geeigneter Raum also für bedürftige Menschen, möchte man vermuten. Wohnbaulandesrätin Ulli Mair achtet jedoch präzise auf die Wortwahl: „Bozen braucht dringend leistbaren Wohnraum für Arbeitnehmer – keine als Arbeiterwohnheim deklarierte Obdachlosenunterkunft“.
Im Ex-Alimarket in Bozen, waren 67 Personen untergebracht. 53 davon waren erwerbstätig, 14 davon hatten einen unbefristeten Arbeitsvertrag.
Laut Landesrätin soll im Schwefelbad-Hotel ein gemeinnütziges Mietwohnbauprojekt mit Schwerpunkt für Arbeitnehmer aus dem Bozner Einzugsgebiet verwirklicht werden. Die Zuweisung von zukünftigen Arbeiterunterkünften im Schwefelbad, so Mair, soll über Ranglisten erfolgen. Zugangsvoraussetzungen seien eine mindestens fünfjährige Ansässigkeit oder ein gültiger Arbeitsvertrag. Damit soll sich das Projekt ausdrücklich an Personen wenden, die zwar arbeiten, aber keine leistbare Wohnung finden.
Der Bozner Grünen-Gemeinderat Rudi Benedikter forderte zur Monatsmitte eine rasche Lösung für die Unterbringung von obdachlosen Menschen nach der Schließung des Ex-Alimarket. Laut Angaben des Roten Kreuzes waren dort 67 Personen untergebracht – von denen 53 als erwerbstätig und 14 als vulnerabel eingestuft wurden, wie die Grüne Gemeinderätin Chiara Rabini anführt. Von jenen, die erwerbstätig sind, haben 14 Personen sogar einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Vier von fünf Menschen, die im ehemaligen Ex-Alimarket untergebracht waren, kämen also auch im Schwefelbad unter. Warum also die Aufregung?
Ihre Aussendung, antwortet Ulli Mair, sei als Klarstellung auf eine missverständliche Berichterstattung zu verstehen, bei der die Begriffe „Arbeiterwohnheim“ und „Dienst für Obdachlosigkeit“ durcheinander gebracht wurden.
Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati betont derweil gegenüber der RAI, die Arbeiten zu beschleunigen. Ein ambitioniertes Projekt, blickt man auf die generelle Lage derartiger Bauprojekte. Laut Landesrätin Mair gelte es zudem, erst einen geeigneten gemeinnützigen Partner für die Umsetzung einer Arbeiterunterkunft zu finden, um langfristig eine tragfähige und sozial ausgewogene Nutzung sicherstellen zu können.
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