Kleine Großveranstaltungen
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Der 8. Mai steht symbolisch nicht nur für das Ende eines der verheerendsten Konflikte der Geschichte und den Beginn eines neuen Kapitels in Europa, sondern im gegenwärtigen Jahr auch für den Auftakt dreier voneinander unabhängiger Festivals im lokalen Kulturbereich mit internationaler Wirkkraft.
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Alpine Poesie
Zu den Mitwirkenden zählen: Rut Bernardi, Antonio Cosimo De Biasio, Nina Dazzi, Stefen Dell'Antonio, Marco Dibona, Romana Ganzoni, Lucia Gazzino, Silvia Liotto, Stefano Moratto, Silvio Ornella, Iaco Rigo, Leo Tuor, Benedetto Vigne, Giacomo Vit und Jessica Zuan. Foto: ZeLTDas Festival Alpine Poesie der Gegenwart findet am 8. und 9. Mai 2026 in der Stadtbibliothek Brixen statt. An zwei Tagen präsentieren 15 Autorinnen und Autoren aus Ladinien, Graubünden und Friaul ihre Texte, die von Literaturwissenschaftlern vorgestellt und von Live-Musik begleitet werden. Das Festival bietet eine besondere Gelegenheit, die literarischen und sprachlichen Traditionen dieser drei alpinen Sprachräume kennenzulernen und sich darüber auszutauschen. Die Gedichte werden mehrsprachig vorgetragen und auch in einer deutsch- und italienischsprachigen Anthologie veröffentlicht. Das genaue Programm findet sich auf der Internetseite von ZeLT (Europäischen Zentrums für Literatur und Übersetzung)
200 Jahre FotografieViele Historikerinnen und Historiker datieren den Beginn der Fotografie auf das Jahr 1826, als es Nicéphore Niépce gelang, das erste dauerhaft erhaltene Foto zu machen. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums lud der Verein am heutigen Vormittag zur ersten Pressekonferenz der Vereinsgeschichte überhaupt, in die Ausstellungsräume des FotoForums ein.
Das am 8. Mai beginnende Foto Forum Festival (FFF) versteht sich als Plattform für vielfältige – historische, technische, soziale, philosophische und künstlerische – Zugänge. Ein zentraler Programmpunkt ist der Vortrag des Fotohistorikers Walter Guadagnini, der sich mit der Rolle von Frauen in der Fotografiegeschichte beschäftigt. Dabei wird aufgezeigt, wie bedeutende Fotografinnen oft übersehen wurden.
Neben Vorträgen umfasst das Programm Workshops, Ausstellungen und Diskussionsrunden. Die Angebote richten sich sowohl an Fachpublikum als auch an Kinder und Interessierte. Künstlerinnen und Experten vermitteln praktische Zugänge, etwa zur Gestaltung von Fotobüchern; eine Podiumsdiskussion widmet sich dem Thema Lebensräume im Wandel.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Fotokunst, etwa durch den Fotografen Gregor Sailer, der in seinen Arbeiten schwer zugängliche Orte erforscht und dokumentiert. Dem Nordtiroler wurde vor wenigen Tagen der mit 10.000 Euro dotierte Paul-Flora-Preis 2026 zugesprochen. Außerdem war er im vergangenen Juni mit einer großen Ausstellung in der Festung Franzensfeste zu sehen. In Bozen wird er zum Talk am 16. Juni kommen. Weitere Beiträge thematisieren die gegenwärtige Fotografie sowie die Bedeutung von Bildern in einer Zeit der Post-Fotografie, in der künstlich erzeugte Bilder reale Wirkungen entfalten und gesellschaftliche Entwicklungen lenken.
Das Programm im Detail findet sich auf der Internetseite vom Foto Forum. Das Festival dauert bis Ende Juni und endet mit einem Fest.
Topographie des FühlensEbenfalls am Freitag startet die diesjährige Ausgabe von LanaLive. Unter dem Titel Topographie des Fühlens geht das Festival der Frage nach, was – und wie – die Großgemeinde fühlt und wie Emotionen das kollektive Gedächtnis prägen.
Um die Scham geht es am Freitag im partizipativen Projekt „l’h per vergognArti“ von Mona Lisa Tina. In privaten Wohnräumen entstehen intime Gespräche über „familiäre Scham“ – über jene oft unausgesprochenen Gefühle, die innerhalb von Familien weitergegeben und verborgen werden. Man darf gespannt sein.
Das Programm verdichtet sich mit der Ausstellung Hinterbühne der Gefühle im kulturellen Bauch von Lana, dem von Willy Gutweniger geplanten und 1973 eröffneten Raiffeisenhaus (ehemals Kulturhaus). Kurz vor Beginn der Umbauarbeiten kuratieren Hannes Egger und Annika Terwey hier „ein immersives Ausstellungserlebnis, das bildende Kunst, Video, Musik und Performance miteinander verwebt. In Umkleiden, Lagerräumen und Gängen entfaltet sich ein sinnlich erfahrbares Spektrum menschlicher Emotionen“ – von Angst und Liebe bis hin zu Freude, Ekel und Trauer.
Die Künstler*innen Laurin Böhm, Franziska Egger, Mariam Giunashvili, En Kitane, Amanda SRGE Lindsay, Sabrina Mandelli, Sofia Margesin, Mahsa Naraghipour, Hyunjin Park, Nadia Tamanini, Mona Lisa Tina, Sissel Tolaas und Cass Yao verweben in ihren Arbeiten persönliche, gesellschaftliche und politische Gefühlslagen zu einem dichten Erfahrungsraum.
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