Preisverdächtiger Juni
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Jetzt S+ abonnierenDie Jury der XIII. Ausgabe des Literaturpreises Casinò di Sanremo – Antonio Semeria (unter dem Vorsitz von Stefano Zecchi) hat die italienische Fassung des Romans Zona Cesarini von Kurt Lanthaler zur besten Übersetzung ausländischer Belletristik gekürt. Die Preisverleihung findet am heutigen Samstag um 16 Uhr im Opernsaal des Casinòs von Sanremo statt.
„Ich freue mich sehr darüber, vor allem weil das Buch dadurch hoffentlich noch ein Stück weiter seinen Weg zum italienischen Lesepublikum findet“, meint ein zufriedener Stefano Zangrando auf Nachfrage von SALTO. „Es war eine vielfältige und aufwendige Arbeit, denn es ging nicht nur um das eigentliche Übersetzen. Ich erinnere mich noch, wie Kurt Lanthaler mir über ein Internet-Tool mehrere Dutzend Megabyte an Materialien geschickt hat: Originaldokumente, Videos und verschiedenste weitere Quellen, die ich für die Arbeit benötigte.“
... ist aber mehr als wohl verdient ...
[Kurt Lanthaler]
Der Originalroman Lanthalers enthält viele historische Dokumente und bezieht sich auf Bilder und Materialien aus der Zeit vor rund hundert Jahren. Zangrando musste diese Inhalte in der Übersetzung beschreiben, nacherzählen oder teilweise sogar zurückübersetzen. „Vor allem musste ich eine passende Sprache für Cesarini finden“, sagt er. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm eine der letzten Arbeitsphasen, als Aldo Mazza „als eine Art Mit-Lektor eingesprungen ist und mir geholfen hat“. Mazza habe der Figur „zusätzlich noch eine Prise Neapolitanisch verliehen, denn Cesarinis Vater stammte aus der Gegend“.
Zangrando sei es gelungen, „die außergewöhnliche sprachliche und erzählerische Komplexität von Lanthalers Werk auf Italienisch wiederzugeben und dabei die Vielfalt der Register, die Mehrsprachigkeit – das deutsche Original vermischt sich mit dem kampanischen Dialekt, dem Grecanico, dem Lunfardo und vielem mehr – sowie die besondere Musikalität der Prosa zu bewahren“, heißt es in der Begründung der Jury. „Das Ergebnis ist eine Übersetzung von seltener stilistischer Finesse, die die Ironie, die kulturelle Vielschichtigkeit und die mündliche Energie des Originals bewahrt und so zu einem vollendeten literarischen Werk wird.“
Zangrandos „Bozner Kollegin“ Cristina Vezzaro hat den Preis bereits vor einigen Jahren für die Übersetzung eines Romans von Wolf Wondratschek erhalten. „Ich bin also nicht der erste Übersetzer Südtiroler Herkunft, der diesen Preis erhält“, betont der nun ausgezeichnete Übersetzer in der Kategorie Internationale Belletristik.
Die Lyrikerin (und SALTO-Gastbeiträgerin) Roberta Dapunt erhält am 16. Juni um 18 Uhr in der Biblioteca Sormani in Mailand den diesjährigen Montale-Preis für Poesie, der heuer zum 31. Mal vergeben wird.
Custodire questo stimolo è già il traguardo più bello.
[Roberta Dapunt]
„Bei Roberta Dapunt fallen Poetik und Leben zusammen – in einem intensiven Dialog, der sich stets erneuert und immer tiefer geht“, heißt es in der Begründung des Montale-Preises. „Ihre Verse entspringen den Räumen und der Zeit der Existenz: der Natur, dem Bauernhof, dem eigenen und dem fremden Blick, dem Körper, dem Schmerz, dem Krieg. In einer Zeit, in der die Würde des Menschen oft missachtet und moralische Werte verspottet werden, erhebt sich ihre Dichtung als Stimme von Vernunft und Ethik, getragen vom Geist des Zeugnisgebens und frei von jeder Rhetorik.“
Tre domande alla vincitrice del premio
SALTO: Quando ti è venuto in mente per la prima volta il nome di Eugenio Montale?
Roberta Dapunt: Ho incontrato i versi di Montale alle medie con il libro Ossi di seppia, quando leggevamo la poesia I limoni. Ero adolescente. Più tardi ho approfondito la sua opera da sola, spinta dalla curiosità e dal desiderio di capire meglio i testi di quel periodo.
E com’è stato ricevere un premio intitolato a lui?
Credo di poter dire che il Premio Montale non sia solo un riconoscimento letterario, ma la conferma di una profonda sintonia con la visione civile e intellettuale di questo grande poeta. Il suo impegno si esprimeva nella resistenza morale, nella lucidità critica e nella difesa della dignità umana di fronte alla complessità della storia. Pertanto, sono molto onorata di poter ricevere questo premio, perché mi sento in affinità con il suo pensiero.
Hai già ricevuto diversi premi e riconoscimenti. Quanto sono importanti per la scrittura? In che modo influenzano il tuo continuo lavoro sulla tua lingua...
Per me, il Premio Viareggio e il Premio Montale sono soprattutto un incoraggiamento a continuare. Non modificano la costanza del mio impegno con la parola, ma rappresentano una forte motivazione a proseguire il cammino. Custodire questo stimolo è già il traguardo più bello.
„Roberta Dapunt ist eine der angesehensten Lyrikerinnen Italiens und mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Sie schreibt in italienischer und ladinischer Sprache. Ihre Werke gehörten 2012, 2021 und 2022 zu den zehn Lyrik-Empfehlungen, ihre Gedichte wurden mehrfach für Musik, Theater und Film bearbeitet“, schreibt der Folio Verlag in seiner Aussendung und verspricht Nachschub: „Im Herbst erscheint der neue Gedichtband Das Wort gegenüber in der Übersetzung von Alma Vallazza.“