Südtirol schwitzt
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Jetzt S+ abonnierenIm Zuge der andauernden Hitzewelle in Südtirol und Europa suchen Politik und Genossenschaften nach Lösungen.
In Bozen begrüßt das Team K die Ankündigung des Stadtrates Marco Caruso, mehrere Begrünungsmaßnahmen auf den Bozner Plätzen zu starten. Er hat verschiedene Baustellen und Projekte angekündigt, unter anderem die Entsiegelung des Parkplatzes der ehemaligen Motorisierung, Eingriffe in der Torricelli-Straße und die neue Baumreihe in der Sernesi-Straße bis zum Dominikanerplatz. Hinzu kommen kleinere punktuelle Maßnahmen in verschiedenen Stadtteilen.
Das Team K hatte bereits im Juli 2025 einen Antrag mit Programm zur Entsiegelung und Bepflanzung eingebracht. Zu den heißesten Plätzen in Bozen gehören unter anderem der Mazzini-Platz, der Dominikanerplatz und der Gerichtsplatz. Dort solle, basierend auf einer Studie der Universität Bozen, das sogenannte „Schwammstadt-Prinzip“ angewendet werden.
Schwammstadt-Prinzip
Das Schwammstadt-Prinzip stammt aus Skandinavien. Es schafft Bäumen unter befestigten Flächen mehr Platz für ihre Wurzeln und sichert so ihr Überleben in Stadtgebieten. Gleichzeitig kann so Regenwasser im Untergrund gespeichert und langsam abgegeben werden, um die Gefahr von Überschwemmungen bei Starkregen zu verringern.
Doch auch Kritik an der Gemeinde äußert das Gemeinderatsmitglied des Team K, Thomas Brancaglion: „Gut, dass sich endlich etwas bewegt, doch bei diesem dringenden Thema ist die Gemeinde um Jahre im Rückstand: Es handelt sich vorerst um Ankündigungen, die wir aufmerksam und kritisch auf ihre konkrete Umsetzung prüfen werden.“ Aufgrund der häufigeren und intensiveren Hitzewellen sei es dringend notwendig, konkret zu handeln, um die Städte lebenswerter zu machen.
Protokoll zum Arbeiten bei Hitze
Ein ähnliches Ziel verfolgen auch die Südtiroler Obstgenossenschaften und Gewerkschaften. Sie unterzeichneten in dieser Woche ein gemeinsames Protokoll, das einen einheitlichen Handlungsrahmen zum Schutz der Beschäftigten bei Arbeiten bei großer Hitze schafft.
So sollen hitzebedingte Risiken frühzeitig erkannt und Maßnahmen getroffen werden. Dazu gehören etwa ausreichende Trinkwasserversorgung, zusätzliche Pausen und die Sensibilisierung der Vorgesetzten hinsichtlich hitzebedingter Beschwerden. Unterzeichnet wurde das Protokoll vom Generaldirektor des Raiffeisenverbandes Südtirol Christian Tanner sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaften ASGB, FLAI AGB/CGIL, FAI SGB/CISL und UILA. „Die klimatischen Veränderungen bringen neue Herausforderungen für die Arbeitswelt mit sich. Dieses Phänomen gilt es zu erfassen, zu bewerten und mit geeigneten Maßnahmen darauf zu reagieren. Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat für unsere Obstgenossenschaften höchste Priorität“, betont Tanner. (vk)