Weg mit der Remise
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Jetzt S+ abonnierenNoch ist nichts passiert. Noch steht die Remise. Nur den Beschluss gibt es, der das Ende besiegelt. Am 22 Juli 2026 entschied der Gemeindeausschuss, das Unternehmen Darman N. KG mit dem Abbruch der alten Bahnremise zu beauftragen, gegen ein Entgelt von 25.900 Euro plus Mehrwertsteuer.
Also weg damit. Das passt der Opposition naturgemäß nicht.
In Kaltern hat man vor einem Monat vollendete Tatsachen geschaffen und die rund 130 Jahre alte Remise der Überetscher Bahn in Schutt und Asche gelegt. Doch während die Kalterer Remise baulich in Ordnung war, wäre die Toblacher Remise ohnehin nicht mehr lange gestanden, sagt Bürgermeister Martin Rienzner: „Die Remise war baufällig, das Dach zum Teil eingebrochen. 40 Jahre lang war nichts getan worden, die Remise wäre früher oder später von allein zusammengefallen. Dann wäre vielleicht jemand gefährdet worden, führt doch der Radweg genau daran vorbei.“
Also weg damit. Das passt der Opposition naturgemäß nicht. Sowohl die Bürgerbewegung Toblach als auch die Südtiroler Freiheit des Ortes haben Einspruch gegen den Beschluss eingelegt.
Museum statt Abriss?
Die Remise liegt zwischen Bahnhof und Grandhotel Toblach und schaut in der Tat nicht aus wie der junge Frühling. Erbaut in der Zwischenkriegszeit ist sie rund 100 Jahre alt. Sie steht nicht unter Denkmalschutz, aber die Gemeinde selbst hat sie vor 20 Jahren als architektonisch bedeutsam und erhaltenswert bezeichnet.
„Wo sollen denn die Touristen hin, wenn’s regnet?“
Wolfgang Stauder von der Bürgerbewegung fragt sich, wieso man erst 20 Jahre nichts tue und es dann plötzlich eilig habe. Daniel Schönegger von der Süd-Tiroler Freiheit kritisiert ebenso, dass abgerissen werde, ohne dass man wisse, was danach kommt.
Stauder und Schönegger wollen in der Remise lieber ein Museum sehen. Themen gäbe es genug: den Krieg in den Dolomiten, die Toblacher Bahngeschichte, die legendäre Radiofabrik Unda oder der Toblacher Skihersteller Viertler, dessen Skier es bis zu Olympia schafften.
„Wir haben in Toblach kein Museum. Wo sollen denn die Touristen hin, wenn’s regnet?“, fragt Schönegger. Aber das Museum interessiere die Gemeinde nicht, weil der Vorschlag nicht von „ihnen kommt“, meinen die Oppositionspolitiker.
Ideen, aber keine Pläne
Bürgermeister Rienzner sagt, er sei für Vorschläge offen, aber die Remise sei nicht zu retten. Da öffentliche Bauvorhaben gern länger dauern sei es sinnvoll, das Gebäude abzutragen, dann sei das schon mal erledigt.
Auf jeden Fall solle eine öffentliche, möglichst selbstreinigende Toilette hineinkommen.
Für einen Nachfolgebau habe man zwar einige Ideen, aber keine konkreten Pläne. Auf jeden Fall solle eine öffentliche, möglichst selbstreinigende Toilette hineinkommen. Der Radweg könnte zwischen Gebäude und Wald geführt werden, weg von der Straße. Man werde das Bauwerk mit einer Drohne vermessen lassen. Der Neubau könne ähnlich werden, aber kein Nachbau sein.
Die Remise habe kein Fundament und keinen Keller, sagt Rienzner, und sei in diesem Zustand jedenfalls nicht brauchbar. Also - wie bereits gesagt - weg damit. Aber nicht sofort, nicht in der Hochsaison, eher im Herbst oder Winter.
Die Remise bekommt also eine Galgenfrist. Ob es sie im nächsten Sommer noch gibt?
Toblach wie Kaltern ohne…
Toblach wie Kaltern ohne Remise und Kaltern immer noch ohne Zug!
Anstatt, dass investiert…
Anstatt, dass investiert wird um das bestehende Gebäude sicherheitstechnisch zu sanieren um darauffolgend der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen (Kunst, Kultur, Jugend, Vereinsgebäude...was auch immer), wird wieder mal abgerissen, Abfall produziert, Emissionen erzeugt und im Idealfall auch noch an einer anderen Stelle im Dorf ein ähnliches Gebäude für denselben Zweck für viel mehr Geld neu gebaut. Stichwort: Nach- und Zwischennutzung. Nicht nur Großstädte sollten sich mit diesem Thema auseinandersetzen dürfen!!