Gesellschaft | Mumienforschung

Eurac im National Geographic Magazin

Das National Geographic Magazin widmet dem Institut für Mumienforschung von Eurac Research eine ausführliche Reportage.
Eurac Research/Andrea De Giovanni

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Bozner Forschung auf internationaler Bühne. Das Magazin National Geographic hat dem Institut für Mumienforschung von Eurac Research eine umfangreiche Reportage gewidmet. Der Beitrag erschien in der Juli-Ausgabe des renommierten Magazins und zeichnet nach, wie Forschende aus Bozen mit modernen Methoden das Leben früherer Bevölkerungen rekonstruieren.

Die Journalistin und Autorin Nicola Twilley begleitete dafür gemeinsam mit dem Fotografen Davide Monteleone und dessen Bozner Assistenten Manuel Montesano ein den Mikrobiologen und Leiter des Instituts für Mumienforschung der EURAC, Frank Maixner, und seinen Kollegen Mohamed Sabry Sarhan bei ihrer Arbeit im Feld und im Labor. Die Reise führte unter anderem in die Stollen des prähistorischen Salzbergwerks Hallstatt in Österreich sowie auf die Hochebenen der bolivianischen Anden.

„Fenster in die Vergangenheit“

Im Salzbergwerk Hallstatt untersuchten Forschende von Eurac Research gemeinsam mit Partnerinstitutionen aus Österreich sogenannte Paläofäkalien aus der Eisenzeit. Die Proben sind für die Wissenschaft hochinteressant: Aus ihnen lassen sich Rückschlüsse auf Ernährung, Gesundheitszustand und Mikrobiom der damaligen Bergleute ziehen. Das klingt ein bisschen eklig, aber für Maixner sind diese Proben „Fenster in die Vergangenheit“. Die Bozner Forschenden gelten als führend darin, aus jahrtausendealten Überresten neue Informationen zu gewinnen – etwa lesbare DNA-Spuren von Parasiten, Krankheitserregern und Mikroben. Die Reportage zeichnet nach, wie sich das Institut für Mumienforschung seit seiner Gründung im Jahr 2007 international einen Namen gemacht hat – nicht ohne Kontroversen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Reportage liegt auf präkolumbianischen Mumien in Bolivien. Das Bozner Institut arbeitet dort seit Jahren mit dem Nationalmuseum für Archäologie Boliviens zusammen. Ziel ist es, die Mumien zu konservieren, ihre DNA zu analysieren und ihre Gesichter zu rekonstruieren. Eine der bedeutendsten Entdeckungen war der Nachweis des Krankheitserregers Streptococcus pyogenes in den Geweben einer Mumie. Ein solcher Fund war zuvor bei einem präkolumbianischen Menschen aus Südamerika noch nicht gelungen.