Ein Wolfs-Thriller in Gfrill
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Jetzt S+ abonnierenDie Stille der Berge wird in diesen Wochen von einer ungewöhnlichen Geschäftigkeit unterbrochen. Ein Filmteam verwandelt das Areal der Tierwelt Rainguthof in Gfrill, aber auch Orte in Tisens und Margreid in komplexe Filmsets. Hinter dem Projekt steht die Münchner Produktionsfirma „Elfenholz Film“, die von den Schwestern Natalie und Sandra Hölzel geführt wird. Dabei setzt das Team auf bewährte Partnerschaften: Erneut arbeitet Elfenholz Film mit der Bozner „Albolina Film“ zusammen. Die beiden Firmen kooperierten bereits erfolgreich bei Nancy Camaldos erstem Langfilm „Windstill“.
Wir sind totale Fans. Martin und seine Familie vom Rainguthof helfen uns überall, wo es geht.
Dass die Dreharbeiten, die am 20. April begonnen haben, trotz logistischer Hürden – wie nächtlicher Einsätze oder Szenen mit Tieren – so reibungslos verlaufen, ist maßgeblich der lokalen Unterstützung zu verdanken. „Wir sind totale Fans. Martin und seine Familie vom Rainguthof helfen uns überall, wo es geht“, schwärmt Produzentin Sandra Hölzel. „Wenn wir mit den Tieren drehen, brauchen wir jemanden, dem sie vertrauen. Das können wir nicht machen, das muss jemand von dort tun. Martin macht das sehr einfach.“ Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit ist für das Team das Herzstück des Projekts.
Ein Genremix mit Tiefgang
„Wolf“ (Arbeitstitel) ist das Langfilm-Debüt der Klausner Regisseurin Nancy Camaldo. Die Geschichte handelt von einer Wildparkbesitzerin, deren Tiere von einem Wolf gerissen werden. Was als Rachefeldzug beginnt, entwickelt sich zu einem Genrefilm mit Horrorelementen. „Wir behandeln das Thema der Rückkehr des Wolfes, das ja ein Riesenthema ist, und stellen die verschiedenen Blickwinkel darauf dar. Wir wollen alle Meinungen ernst nehmen, ohne irgendwas vorzuverurteilen. Letztlich ist die Geschichte aber rein fiktiv“, erklärt Hölzel.
Ein besonderes Anliegen war dem Team die Inklusion.
Für die schauspielerische Umsetzung sorgt ein Ensemble aus erfahrenen Darstellern wie Mercedes Müller (Hauptdarstellerin), Felix Krasser und Victoria Trauttmansdorff. Ein besonderes Anliegen war dem Team die Inklusion: Der Südtiroler Schauspieler Felix Grünbacher, der das Down-Syndrom hat, spielt eine tragende Rolle. Um trotz der internationalen Besetzung ein authentisches Lokalkolorit zu wahren, wurde ein Dialekt-Coach aus Südtirol engagiert, der einen eigenen, fiktiven Dialekt, angelehnt ans Südtirolerische, mit den Schauspieler:innen entwickelte. „Wenn die Leute in den Bergen wohnen und dann Hochdeutsch aus Berlin sprechen, passt das nicht“, so Sandra Hölzel.
Zur Regisseurin
Nancy Camaldo ist eine Südtiroler Filmemacherin mit Wohnsitz in München. Sie studierte Regie an der renommierten Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF), die sie mit ihrem ersten Langfilm „WINDSTILL“ abgeschlossen hat. Dieser wurde ebenfalls größtenteils in Südtirol gedreht und von der IDM Südtirol gefördert. In ihrer Arbeit konzentriert sie sich auf filmisches Erzählen und die Entwicklung authentischer Charaktere. „Wolf“ ist ihr Debütfilm außerhalb der Universität.
Südtirol-Effekt und Infrastruktur
Die Produktion wird von der IDM Südtirol unterstützt, was an strenge Auflagen gebunden ist. Produzenten müssen den sogenannten „Südtirol-Effekt“ nachweisen. „Es ist schon umfangreich. Man muss einiges erfüllen“, erklärt Hölzel. „Wir haben viele Leute aus Südtirol im Team und auch Nancy als Kreative. Das ganze Kostüm-Department ist komplett aus Südtirol.“ Warum Südtirol als Drehort derart an Bedeutung geworden hat, liegt laut der Produzentin an einer Synergie aus professioneller Infrastruktur und landschaftlicher Vielfalt. „Man hat hier alles: Berge, Wälder, Seen. Wenn man drehen möchte, hat man hier vor Ort einfach alles, was man braucht.“
Infos zum Film
Titel: „Wolf“ (Arbeitstitel)
Genre: Mystery-Thriller mit Horrorelementen.
Inhalt: Im idyllischen Bergdorf der Wildparkbesitzerin Tilda bringen Wölfe die Dorfgemeinschaft in Aufruhr. Als ihr seltener weißer Hirsch, die Hauptattraktion des Parks, gerissen wird, schwört Tilda Rache. Gemeinsam mit ihrem Bruder Eddi kämpft sie darum, das Erbe ihrer verstorbenen Mutter zu schützen. Die Bürgermeisterin Pina hingegen verfolgt eine andere Vision: ein friedliches Zusammenleben mit dem
Ausblick und Komparserie-Suche
Die gesamte Drehzeit des Projekts ist auf sechs Wochen angelegt. Nach Abschluss der Dreharbeiten steht eine aufwendige Postproduktion an. Schnitt, Sound, Color Grading und Visual Effects (VFX) sind zeitintensiv. Das Ziel des Teams ist ambitioniert: Eine Festivalstrategie mit einem A-Festival wie Cannes oder Venedig als Wunsch-Destination, bevor der Film voraussichtlich 2028 in die Kinos kommt.
Aufruf zur Komparserie: Für einen Nachtdrehtag vom 13. auf den 14. Mai in Margreid wird aktuell noch Komparserie gesucht. Bei Interesse meldet Euch bitte bei: [email protected]