Umwelt | In der Streitergasse

„Diktatoren drehen unsere Gashähne zu“

Kriege und Krisen zeigen Europas Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Braucht es gerade deshalb trotz stockender Klimawende mehr „Wandel-Optimismus“?
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Foto: Andy Odierno/SALTO
  • Die Klimakrise ist längst Realität, doch die Umsetzung der Klimawende scheint ins Stocken geraten zu sein. Es werden ambitionierte Ziele formuliert, dennoch steigen Emissionen weiter an. Zudem scheiden sich die Geister über die Wirksamkeit unseres Klimaplans. 

    In der neuen Folge unseres Podcasts „In der Streitergasse“ diskutieren der Energieberater und Präsident des Klimaclubs Thomas Egger, der Leiter des Instituts für erneuerbare Energien an der Eurac Wolfram Sparber und Neurowissenschaftler und Klimaaktivist bei Climate Action South Tyrol David Hofmann darüber, ob Südtirol bei der Klimawende noch auf Kurs ist.

  • Thomas Egger: „Bestimmte Sachen sind längst entschieden“ Foto: Andy Odierno/SALTO
  • Für Energieberater und Klimaclub-Mitglied Thomas Egger fehlt Südtirol vor allem eines: eine langfristige Gesamtstrategie. Eine umfassende Simulation darüber, wie die Energieversorgung in den kommenden Jahrzehnten konkret aussehen soll, gebe es bislang nicht.

     

    „Wir werden zukünftig eine Elektrogesellschaft sein“

     

    Dabei wäre das nützlich, um frühzeitig den Bedarf und den unausweichlichen technischen Wandel zu erkennen. Am Beispiel des geplanten Pumpspeicherwerks im Ultental zeigt der Klimaclub-Präsident, wie entscheidend gute Kommunikation für die Energiewende ist. Bereits im Jahr 2024 entfielen über 90 Prozent des gesamten Zubaus an Stromkapazität auf erneuerbare Energien. Hat Südtirol den Anschluss bereits verpasst – oder können wir noch auf den Zug aufspringen?

  • Wolfram Sparber: „Die Energiewende ist kein 100-Meter-Sprint“ Foto: Andy Odierno/SALTO
  • Wolfram Sparber, Leiter des Instituts für Erneuerbare Energien an der Eurac, warnt davor, die Klimawende ausschließlich als Belastung wahrzunehmen. Gerade Europa könne wirtschaftlich massiv profitieren, wenn Wertschöpfung, Infrastruktur und Arbeitsplätze stärker regional aufgebaut würden. Vor allem in Zeiten internationaler Krisen.

     

    „Die Frage ist nur: Wollen wir mitgestalten oder nur mehr Käufer sein?“

     

    Milliardenbeträge flössen derzeit jedes Jahr für fossile Energieträger ins Ausland – Geld, das stattdessen in lokale Unternehmen, Innovation und Arbeitsplätze investiert werden könnte.

  • David Hofmann: „Es gilt das Wirtschaftswachstum infrage zu stellen, das wird viel zu wenig gemacht.“ Foto: Andy Odierno/SALTO
  • Für Neurowissenschaftler und Climate-Action-Mitglied David Hoffmann liegt das zentrale Problem weniger im fehlenden Wissen als im mangelnden politischen Handlungswillen. Der Treibhausgasausstoß steigt weiter an, während politische Maßnahmen oft zu langsam umgesetzt werden.

     

    „Wir können nicht Politik betreiben, als gäbe es nur drei, vier Jahre Zukunft.“

     

    Auch Projekte wie der Brennerbasistunnel seien nicht die eine Lösung. Bei einem stetig wachsenden Güterverkehr wird dieser wohl nur kurzfristige Entlastung bringen. Er ermutigt dazu, Wandel-Optimismus zu wagen, und ermahnt die Politik, nicht nur in Legislaturperioden zu denken, sondern deutlich langfristiger zu planen.

  • Die technischen Mittel sind vorhanden, aber oft stockt die Umsetzung. Ist Südtirol bereit, die notwendigen Veränderungen auch politisch und gesellschaftlich mitzutragen, oder bleibt die Klimawende am Ende vor allem ein ambitioniertes Versprechen?

  • Es diskutieren in der Streitergasse:

    • Thomas Egger, Energieberater und Mitglied des Klimaclubs Südtirol
    • Wolfram Sparber, Leiter des Instituts für Erneuerbare Energien an der Eurac
    • David Hofmann, Wissenschaftler und Mitglied bei Climate Action South Tyrol
  • Zur Folge - all'episodio:

     

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