Mit dem Meisterbrief an die Uni
-
Mit einem neuen Bildungsomnibus will die Südtiroler Landesregierung auf aktuelle Herausforderungen im Schulbereich reagieren. Das Sammelgesetz, das nun dem Landtag vorgelegt wird, bündelt mehrere Änderungen – von Sprachförderung über Inklusion bis hin zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus. Ziel sei es, Schulen mehr autonome Spielräume zu geben und bürokratische Hürden abzubauen, erklärten die Bildungslandesräte Philipp Achammer und Marco Galateo bei der heutigen Pressekonferenz in Bozen.
-
Die Neuerungen
Als wichtigste Neuerung erscheinen die individuellen Bildungspläne zur Sprachförderung. Bei der Sitzung des Landesschulrats fiel das Gutachten zum Sammelgesetz negativ aus, aus Sorge vor einer Überlastung des Unterrichts. Hier beschränkt die Landesregierung nun im Landesgesetzentwurf das Angebot auf „Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund“.
Auch in der Oberschule sind Neuerungen vorgesehen. Geplant ist die Einführung eines individualisierten Klassenrats, der flexibler auf Fähigkeiten und Lernrhythmen eingehen soll. Damit wolle man Jugendliche besser auf Studium und Beruf vorbereiten. Unterrichtsmodelle könnten dadurch stärker an einzelne Bildungswege angepasst werden.
Künftig soll gesetzlich festgeschrieben werden, dass Eltern bestimmte Pflichten erfüllen müssen, zum Beispiel die Teilnahme an Elternsprechstunden.
Darüber hinaus sieht das Gesetzespaket mehrere Anpassungen im Bereich der Inklusion vor. Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung sollen in verschiedenen Gremien stärker eingebunden werden. Gleichzeitig soll auch die Rolle der Mitarbeitenden für Integration ausgebaut werden. Weitere Maßnahmen betreffen die Aufholung von Lernrückständen sowie die Prävention von Schulabbrüchen. Änderungen sind außerdem beim Taschengeld für Praktika im Bildungsbereich vorgesehen, unter anderem an der Freien Universität Bozen.
Wie Achammer immer wieder betont, wird auch auf die stärkere Mitwirkungspflicht der Eltern gepocht. Bildung sei eine gemeinsame Verantwortung von Schule und Familie, argumentiert Achammer. Künftig soll deshalb gesetzlich festgeschrieben werden, dass Eltern bestimmte Pflichten erfüllen müssen, zum Beispiel die Teilnahme an Elternsprechstunden. Wenn Kinder zu wenig Unterstützung erhielten, müsse die Schule auf klare rechtliche Grundlagen verweisen können, so der Landesrat.
Eine weitere Neuerung betrifft den Zugang zur Universität. Absolventinnen und Absolventen mit Handwerks-Meisterbrief sollen künftig die Möglichkeit erhalten, ein fachnahes Studium an der Freien Universität Bozen aufzunehmen. Laut Achammer orientiert sich Südtirol damit an Modellen aus dem deutschsprachigen Raum, wo Handwerkerinnen und Handwerker mit Meisterausbildung bereits Zugang zu Universitäten haben.
Hier ist jedoch noch nicht Schluss. Weitere Reformen sollen nach Abschluss des laufenden Bildungsdialogs folgen. Zunächst wird nun der Südtiroler Landtag über das Maßnahmenpaket beraten.
-
Weitere Artikel zum Thema
Politik | Gehaltsverhandlungen„Unlauteres“ Vorgehen des Landes
Gesellschaft | LehrerprotestVom Tisch ist das Misstrauen noch nicht
Gesellschaft | Lehrerproteste"Abwarten, wir wurden oft hintergangen"
Gut, dass es die Möglichkeit…
Gut, dass es die Möglichkeit gibt, bald mit Meisterbrief an Fachhochschulen und Universitäten zu studieren.
Ansonsten gilt es das vorgestellte Sammel-Gesetz wohl genau im Einzelnen zu prüfen und sich zu fragen: Wie werden denn bzw. wie können mit diesem Gesetz all die Erwartungen hier konkret lebensnah ausgestaltet oder im Alltag auch erfolgreich umgesetzt (werden)?
Südtirols Bildungsrefent für die dt. Minderheitenschule benennt zwar auch Probleme bei der Umsetzung. Nur. Er führt aufgesetzte Prozesse gesamtsystemisch dann aber keiner stimmigen Lösung zu, wie z.B. mit erprobten Konzepten in geteilter und gemeinsamer Verantwortung aller in heutiger auszugestaltender Bildungspolitik.
Scharfkantige Ankündigung von Überwachen und Strafen u.a. deuten wohl eher auf Handlungssimulation.
Endlich werden den…
Endlich werden den Praxisausbildungen die nötige Akzeptanz bescheinigt!
...Theoretik alleine hat schon zuviel Unheil angerichtet
Die Theorie hat sich schon…
Die Theorie hat sich schon zu oft auf sehr teuren Abwegen verlaufen ...