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Südtirols Banken in der Kritik

Der Verbraucherschutzverein Robin stellt eine Schieflage fest: Gebühren, Provisionen und Zinsen bei Krediten würden Betriebe und Haushalte übermäßig belasten.
Geldscheine, Euro
Foto: John Vid / Unsplash
  • Der Verbraucherschutzverein Robin sieht angesichts der aktuellen Gewinnzahlen der Südtiroler Banken eine deutliche Schieflage zwischen Finanzsektor und Realwirtschaft. „Während die Institute hohe Gewinne erwirtschaften, bleibt die finanzielle Belastung für viele Haushalte und Betriebe spürbar“, so der Verein in einer Medienmitteilung.

     

    „Ein funktionierender Wettbewerb, mehr Transparenz und ein aktiveres Verhalten der Kunden sind entscheidend.“

     

    Laut Robin haben die großen Banken im Land auch im Geschäftsjahr 2025 außergewöhnlich gut verdient: Die Südtiroler Volksbank weist einen Gewinn von 131 Millionen Euro aus, die Südtiroler Sparkasse 87,5 Millionen Euro. Das Raiffeisen-System Südtirol erzielte zuletzt ein Gesamtergebnis von rund 232 Millionen Euro und dürfte für 2025 zumindest stabil die Zahlen halten, wenn nicht sogar ausbauen.

    Damit erreicht das Bankensystem insgesamt eine Gewinndimension von deutlich über 400 Millionen Euro jährlich. Aus Sicht von Robin handelt es sich dabei nicht nur um betriebswirtschaftliche Erfolge, sondern auch um Mittel, die der regionalen Wirtschaft und den privaten Haushalten entzogen werden – daran würden auch Beiträge oder Sponsorings der Banken für Sport, Kultur oder soziale Initiativen nichts ändern.

  • System zulasten der Haushalte?

    „Die Erträge der Banken entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie werden maßgeblich von den eigenen Kunden getragen – über Gebühren, Provisionen und die Kosten von Finanzprodukten ebenso wie über die Zinsbelastung bei Krediten. Die Verbraucher tragen somit doppelte Kosten: direkte und indirekte“, kritisiert der Verbraucherschutzverein. Auch wenn sich das Zinsniveau seit 2025 etwas stabilisiert hat, bleibe die finanzielle Belastung für viele Kreditnehmer.

    „Ein funktionierender Wettbewerb, mehr Transparenz und ein aktiveres Verhalten der Kunden sind entscheidend, um die Balance zwischen Banken, Verbrauchern und Realwirtschaft wieder herzustellen“, erklärt Verbraucherschutzverein Robin.