Die Umweltmaut am Brenner konkret
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Die von der EUSALP in Auftrag gegebene Studie zu den externen Kosten des Transports in den alpinen Korridoren hat detailliert erhoben, wieviel die externen Kosten des Verkehrs auf den wichtigsten transalpinen Transitstrecken ausmachen. Das sind Auswirkungen in mindestens 6 Bereichen: CO2-Emissionen, Luftschadstoffe, Lärm, Staus, Unfälle und die Kosten durch die Be- und Entladung beim Bahntransport. Diese Kosten gehen üblicherweise in den Preis einer Fahrt mit dem LKW oder mit dem PKW nicht ein, belasten aber nachweislich die Gesundheit von Mensch und Tier, das Gesundheitswesen, das Klima, die Umwelt und die Infrastruktur.
Die Topografie und die meteorologischen Bedingungen in den Alpen verstärken die Luftschadstoff- und Lärmbelastung. Aufgrund steiler Talflanken können die Schadstoffe nicht entweichen. Im Winter liegt die meiste Zeit kalte Bodenluft über dem Talboden, aus der die Luftschadstoffe nicht nach oben entweichen können (Bodeninversion). Die Schadstoffkonzentration kann aufgrund dieser engen Raumverhältnisse weit über das normale Belastungsniveau im Flach- und Hügelland hinausgehen. Dieser sogenannte Alpenfaktor verstärkt auch den Lärm, da der Schall an den Bergflanken reflektiert wird.
Die Studie der EUSALP (EU-Strategie für die Alpenregion) hat den Umfang dieser Kosten nicht nur für die Brennerroute erfasst, sondern für die 8 wichtigsten alpenquerenden Verkehrsschneisen von Ventimiglia bis zum Tauerntunnel. Weil der Brenner vor allem beim Gütertransport den relativ größten Teil des Verkehrs aufnimmt (2025 fast drei Mal so viel wie alle 4 Schweizer Pässe zusammen), ist er auch für die höchsten externen Kosten verantwortlich. Der Gesamtumfang der externen Kosten am Brenner erreicht 2,096 Mrd. Euro, deutlich mehr als jene am Gotthard (797 Mio Euro) und jene auf der Tauernroute (877 Mio Euro). Warum? Zum einen, weil am Gotthard weniger Gütervolumen transportiert wird; zum anderen, weil die Schweiz drei Viertel des alpenquerenden Güterverkehrs auf die Schiene verlagert hat. Am Brenner ist der Modal Split genau umgekehrt: 2025 erfolgten nur 25% auf der Schiene, 75% auf der Straße.
96% der gesamten externen Kosten des Verkehrs sowohl am Brenner wie im ganzen Alpenbogen gehen auf den Straßenverkehr, nur 4% auf den Bahnverkehr zurück. Bei der Brennerroute liegen die externen Kosten pro transportierten Tonnenkilometern auf der Straße vier Mal höher als bei der Bahn. Pro gefahrenen Personenkilometern liegen die externen Kosten auf der Brennerroute 9,6 Mal höher als bei der Bahn. Insgesamt produziert der Personentransport auf der Straße durch die Alpen acht Mal mehr externe Kosten pro Person als die Bahn.
Wieviel müsste nun eine Durchfahrt mit dem LKW über die Brennerroute kosten, wenn man all diese externen Kosten für reale Schäden an Mensch, Tier, Umwelt und Klima einpreisen würde? Dies lässt sich anhand der 2025 erfolgten Durchfahrten errechnen: am Brenner sind 2025 2,42 Mio. LKW und 10,94 Mio PKW gezählt worden. Wenn ein gefahrener Tonnenkilometer auf der Brennerautobahn 6,50 Cent an externen Kosten verursacht, müssten die 286 Km von Kufstein bis Ala für einen typischen 40-Tonnen-LKW mit 743,60 Euro mehr belastet werden. Bei kürzeren Strecken für Ziel oder Quelle in Südtirol entsprechend weniger. Je nach Anzahl der Achsen, der CO2-Emissionsklasse, der EURO-Abgasnorm und der Lärmkategorie zahlt ein typischer 40-Tonner heute auf dieser Strecke nur zwischen 110-165 Euro für die einfache Fahrt Kufstein-Ala.
Ein PKW mit einer Person hätte für die Autobahnmaut von Kufstein bis Ala 32,69 Euro mehr draufzulegen. Für kürzere Strecken etwa im Südtirol-internen Verkehr oder andere Teilabschnitte der Strecke Kufstein-Ala wären es entsprechend weniger. So wären z.B. für eine Fahrt von Bozen nach Innsbruck z.B. 13,60 Euro an Umweltmaut zu berappen. Dies liefert eine greifbare Vorstellung davon, wie hoch eine echte Umweltmaut bemessen sein müsste, wenn sie den Anspruch erheben will, die erfassbaren realen Schäden einzupreisen.
Eine Umweltmaut in diesem Ausmaß würde beim Güterverkehr für einen teilweisen Ausgleich der Gebührendifferenz zwischen der teuren Schweiz und der viel zu billigen Brennerroute sorgen. Ein Teil des Umwegverkehrs würde auf den kürzesten Weg (Bestweg) gelenkt. Gleichzeitig könnte die Schweizer Bahnkapazität besser genutzt werden, zumal der Gotthard- und der Lötschbergtunnel 2025 nicht mal zur Hälfte ausgelastet waren. Die Schweiz könnte dadurch finanziell gewinnen, die Bevölkerung an der Brennerachse an Lebensqualität. Nicht zu vergessen auch das Klima: denn Millionen im Umwegverkehr zurückgelegte LKW-Kilometer – mindestens 700.000 LKW-Fahrten pro Jahr auf Umweg - sorgen für eine völlig unnötige Klimabelastung. Am 30. Mai 2026 hat die Bevölkerung im Nordtiroler Wipptal auf der Brennerautobahn eindrucksvoll für solche Forderungen demonstriert. Es ist Zeit, dass die Politik handelt.
die Nordtiroler verlangen…
die Nordtiroler verlangen schon lange, dass die Maut in Alto Adige und Trentino angehoben wird.
Die Maut in „Alto Adige“…
Die Maut in „Alto Adige“ anheben? Richtig, Frau Walt Raud, das verlangen aber seit Jahrzehnten auch viele Südtiroler und Trentiner selbst. Am besten sollte sie zur „Korridormaut“ werden, die halbwegs ausgeglichen die gesamte Transitstrecke angemessen bemautet, nicht wie heute, wo die Maut pro Kilometer auf der Südzufahrt der Brennerautobahn nicht einmal ein Drittel der Maut in Nordtirol beträgt. Bemerkenswert an jener Studie der EUSALP ist aber auch, dass sie bisher von der Politik kaum aufgegriffen worden ist, obwohl die EUSALP eine EU-Institution ist. Wo bleiben die Südtiroler und Trentiner Verantwortlichen, wenn ihnen eine EU-Einrichtung Daten, Fakten und Argumente für die Umweltmaut frei Haus liefert und sie dieses Problem in Brüssel und Rom mit mehr Nachdruck auftischen könnten?
Die Belastungen für die…
Die Belastungen für die Tragstruktur + die Schäden an der Fahrbahn sind deutlich höher wie die Maut.
Dazu kommen noch die Belastungen mit dem Lärm, Asfalt- + Brems-Abrieb, auch die CO2 geschwängerte Luft (... jeder Liter Treibstoff verbrennt den Sauerstoff von 15 m3 Luft) ...!
Den politikern fehlt der mut…
Den politikern fehlt der mut zu unangenehmen aber für das gesamtwohl notendigen entscheidungen, sie hängen an iher machtposition u haben angst vor dem wählerwillen. Aber die zunehmenden naturkatastrophen werden sie früher oder später in die kniee zwinschen