Durchbruch in Causa Valbruna
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Jetzt S+ abonnierenAm gestrigen 6. August gelang nach langem Tauziehen die Einigung: Im Palais Widmann trafen sich laut einer Aussendung des Landepresseamts die Vertreter der Landesregierung mit den Vertreterinnen und Vertretern des Unternehmens Valbruna. Sie konnten sich über die Inhalte des neu abzuschließenden Konzessionsvertrages für die Nutzung des Geländes der Bozner Stahlwerke einigen. Vorgesehen ist eine Konzessionslaufzeit von 30 Jahren – mit der Option auf Verlängerung um weitere drei Jahrzehnte.
Der Hintergrund
Die Wurzeln des Konflikts liegen im Streit um das ehemalige Falck-Areal in Bozen, das die Stahlwerke Valbruna seit 1995 nutzen. Als das Land Südtirol im November 2025 die Konzession für 50 Jahre zum Preis von 150 Millionen Euro öffentlich ausschrieb, forderten Unternehmen, Gewerkschaften und die Region Venetien umgehend den Abbruch des Verfahrens. Der Grund: Die festgelegten Konditionen – darunter eine mehr als verdoppelte Pacht sowie extrem teure Zahlungsmodelle – galten für das Stahlwerk als wirtschaftlich unzumutbar. Man befürchtete das Aus für das Werk in Bozen, was das Ende von 1.800 Arbeitsplätzen vor Ort und Risiken für weitere 1.500 Stellen im Zulieferbereich bedeutet hätte.
Weil das Land die Forderungen nach einer sofortigen Verhandlung zunächst ablehnte und Venetien an der Seite von Valbruna vor das Verwaltungsgericht zog, kam es zu Protesten der Belegschaft. Die Ausschreibung blieb mangels Angeboten schließlich ohne Ergebnis. Erst Ende Mai 2026 folgte die Wende: Gestützt auf ein Gutachten der Staatsadvokatur entschied das Land, das Areal in öffentlichem Eigentum zu belassen, die Konzession jedoch über Direktverhandlungen an Valbruna zu vergeben und so die Zukunft der Industrieproduktion abzusichern.
Landeshauptmann Arno Kompatscher, der für die Industrieproduktion zuständige Landesrat Marco Galateo und Vermögenslandesrat Christian Bianchi äußerten laut Pressemeldung „ihre Genugtuung darüber, dass mit dem neuen Konzessionsvertrag das Eigentum des betreffenden Industrieareals in Landeshand bleibt und gleichzeitig strategische Industrieproduktion und Beschäftigung gesichert werden“. Man habe nicht nur eine Konzession erneuert, sondern man sichere „die Zukunft eines Unternehmens und gibt seinen Arbeitnehmern und einer Produktionstätigkeit Gewissheit, die seit Jahrzehnten einen wichtigen Teil des industriellen Gefüges unserer Stadt und unseres Landes darstellt“, unterstreicht Bianchi.
Voraussetzung dafür sei die nachweisliche Einhaltung der im Konzessionsvertrag festgelegten Auflagen, insbesondere betreffe dies die Beibehaltung des Beschäftigungsniveaus und die Fortführung der Stahlproduktion. Die jährliche Konzessionsgebühr – die sich aus dem errechneten Schätzwert des Industrieareals durch die zuständigen Landesämter ergab – wurde vom Unternehmen Valbruna akzeptiert. Bei der Festlegung der Gebühr sei berücksichtigt worden, dass „das Unternehmen auch sämtliche Kosten für die notwendigen außerordentlichen Instandhaltungsarbeiten selbst trägt“. Außerdem unterliege die zu entrichtende Gebühr einer jährlichen Inflationsaufwertung.
Die nächsten Schritte
Als nächstes werde der Konzessionsvertrag detailliert verschriftlich und anschließend die verwaltungsrechtliche Genehmigung durch die Landesregierung einholt. Die formelle Unterschrift solle „wunschgemäß bereits vor Ablauf der für die Abwicklung der Vergabeprozeduren eingeräumten Konzessionsverlängerung erfolgen“. Um die Details der erzielten Einigung zu erläutern, sei außerdem ein Treffen mit den Gewerkschaftsvertretern geplant.