Bahnhof Bozen: Risse im System?
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Jetzt S+ abonnierenEs war Donnerstagabend gegen 22.20 Uhr, als Moritz Holzinger im Bozner Bahnhof auf seinen Zug nach Brixen wartete. Was zunächst wie eine Pfütze in der Unterführung aussah, wurde wenig später zum Anlass, die Kamera zu zücken.
„In der Unterführung war eine zwei bis drei Zentimeter tiefe Pfütze. Ich dachte mir : Okay, das ist schon ein bisschen problematisch, aber kann passieren“, erzählt Holzinger. „Dann bemerkte ich: Da kommt ja Wasser aus der Wand raus.“
Holzinger kritisiert Zustand der Bahninfrastruktur
Für Moritz Holzinger, der als „Mobilitätsinspektor“ auf Instagram regelmäßig Themen rund um den öffentlichen Verkehr aufgreift, ist dieser Vorfall kein Einzelfall. Er sieht darin ein Beispiel für grundlegende Probleme im Bahnverkehr. „Die Infrastruktur der RFI ist generell einfach schlecht“, sagt Holzinger. Zwar gebe es auch positive Beispiele wie den Bahnhof von Bologna, insgesamt sehe er aber viele Mängel: Bahnsteige seien häufig in schlechtem Zustand, Bauarbeiten würden lange dauern und Aufzüge seien immer wieder defekt.
„In der Summe bringt es Leute dazu, mit dem Auto zu fahren.“
Auch bei der Information der Fahrgäste sieht er Verbesserungsbedarf. Unterschiedliche Anzeigen und unklare Informationen bei Verspätungen würden das Vertrauen in den öffentlichen Verkehr schwächen. „In der Summe bringt es Leute dazu, mit dem Auto zu fahren“, sagt Holzinger.
Wer trägt die Verantwortung?
Der Bahnhof Bozen fällt in den Zuständigkeitsbereich des italienischen Schienennetzbetreibers RFI (Rete Ferroviaria Italiana).
Von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider erwartet Holzinger keine großen Überraschungen. „Was man wahrscheinlich wieder hören wird: Das ist nicht unsere Verantwortung als Land, das fällt in den Zuständigkeitsbereich der RFI“, sagt er. Für ihn greift diese Argumentation zu kurz. Auch wenn die RFI Eigentümer und Betreiber der Bahninfrastruktur sei, müsse das Land stärkeren Druck ausüben, wenn Probleme auftreten.
Auch der Bozner Gemeinderat Rudolf Benedikter betont in einem offenen Brief an Ressortdirektor Martin Vallazza, dass das Land Verantwortung für die Sicherheit der Verkehrsinfrastruktur trage, auch wenn die RFI Eigentümer der Bahnhofsanlagen ist. Er fordert, die Bahnsteige sollten sofort statischen Erhebungen unterzogen werden.
Pressekonferenz im Palais Widmann
Einen Tag nach dem Starkregen in Bozen stellte Alfreider heute im Palais Widmann gemeinsam mit Abteilungsdirektor Vallazza und STA-Generaldirektor Joachim Dejaco die Pläne für die Mobilität in Südtirol vor.
Neben der Südspange Brixen und dem Jahresprogramm der STA stand dabei ausgerechnet die Zusammenarbeit mit der RFI im Mittelpunkt. Das Land will die Bahnhöfe künftig stärker zu Mobilitätsdrehscheiben entwickeln – mit besseren Umsteigemöglichkeiten, mehr Barrierefreiheit und einer besseren Verbindung zwischen Zug, Bus, Fahrrad- und Fußverkehr. Nach der Unterzeichnung des Abkommens soll ein ständiger technischer Arbeitstisch zwischen Land und RFI eingerichtet werden. Auch die Landesabteilung Mobilität und die Südtiroler Transportstrukturen werden an der Ausarbeitung des Programms mitwirken.
„Ich glaube, das Video selbst wird ihnen schon automatisch Druck machen.“
Zum Wasseraustritt im Bozner Bahnhof erklärte Alfreider, dass die Sicherheit oberste Priorität habe. Er betonte, eine umfassende Umgestaltung des Bahnhofs sei langfristig notwendig. Auf die Frage, wie das Land Druck auf die RFI ausüben könne, verwies Alfreider darauf, dass man diese Problematik beim Schienenbetreiber schon wiederholt vorgebracht habe. Die öffentliche Debatte nach dem gestrigen Vorfall könne nun zusätzlich Wirkung haben: „Ich glaube, das Video selbst wird ihnen schon automatisch Druck machen.“
RAI und ORF berichten derweil übereinstimmend, dass die RFI die Ursache des Wasseraustritts untersucht hat. Demnach dringt Wasser aus dem Erdreich hinter der Marmorverkleidung in die Unterführung ein. Eine Gefahr für den Bahnhof oder den Bahnbetrieb bestehe laut Betreiber nicht. Bis zur geplanten Abdichtung soll der Bereich weiter kontrolliert werden.
Die angekündigte engere Zusammenarbeit zwischen Land und RFI soll langfristig zu besseren Bahnhöfen und einer besser vernetzten Mobilität führen. Was für viele Menschen entscheidend sein wird, sind allerdings nicht Zukunftsvisionen, sondern spürbare Verbesserungen im Alltag: pünktliche Züge, verlässliche Informationen und eine Infrastruktur, die funktioniert.
Wenn LR Alfreider klug wäre,…
Wenn LR Alfreider klug wäre, würde er Holzinger als engsten Mitarbeiter anstellen!
Dann würsste er, wo der Schuh wirklich drückt und seine vielen Ankündigungen könnten zu konkretem Handeln im Sinne des öffentlichen Verkehrs werden!
In Einrichtung „wurde die…
In Einrichtung „wurde die Einrichtung eines Mobilitäts-Zentrums um den BAHNHOF, mit HAGERs & BENCOs WALTHER-PARK,“ gründlich verpatzt ...!
Antwort auf In Einrichtung „wurde die… von Josef Fulterer
Was wollen Sie uns denn…
Was wollen Sie uns denn eigentlich mitteilen?
Richtig. Eigentlich…
Richtig. Eigentlich bräuchte es einen anderen Bahnhof Bozen, ein modernes Reisezentrum, eingebunden in ein verkehrsplanerisches und städtebauliches Gesamtkonzept. (Vgl. Projekt Bahnhof Bozen - Masterplan ARBO - oder Beispiele, wie der Hauptbahnhof Düsseldorf u.a.)
Man sollte mal Urzii und all die anderen, die ansonsten so für röm. Zentralismus und Nationalismus schwärmen, fragen: Wo bleibt denn eigentlich ihr Einsatz in Rom, wenn der Zentralstaat in seinen Bereichen, Justiz, Gerichtsgebäude, Gefängnis, Polizei, Verkehr, Staatsbahnen, Bahnhof … Kommunikation, Post … derzeit in Südtirol so dysfunktional ist, gleichwohl das Land sogar mit Eigenmitteln zusätzlich nochmal Millionen und Millionen u.a. an INPS, Post, Staatsbahnen zahlt bzw. staatlichen Ämtern (Gericht, Polizei ...) weitere Ressourcen (Personal, Ausstattung) zur Verfügung stellt?
Das ist doch alles ein völliger Irrsinn. Im System.
Die Südtiroler Steuerzahler-innen zahlen doch schon genug an Rom und haben einen Anspruch auf einen gut funktionierenden, zweisprachigen Dienst am Bürger mit europäischen Standards.
So-lang die Eisenbahn unter…
So-lang die Eisenbahn unter dem Moto gefürt wird: „Vorsicht ...! das könnte Arbeit bedeuten!“, wird sich auf der Schiene nicht viel ändern!
Vielleicht hilft es, wenn…
Vielleicht hilft es, wenn man den Neofaschisten in Rom eine Collage von 100 Kaff-Bahnhöfen in Österreich schickt, die infrastrukturell besser beinand sind als die beiden wichtigsten Bahnhöfe Südtirols.
Wer weiß, vielleicht könnte man daraus ja auch eine PR-Kampagne machen, in der für eine Sezession von Italien geworben wird ;)
Antwort auf Vielleicht hilft es, wenn… von Oliver Hopfgartner
Ich schlage ja seit Langem…
Ich schlage ja seit Langem vor, dass der gesamte Landtag einmal mit dem Zug nach Innsbruck fährt und sich dort anschaut, wie ein halbwegs moderner und kundenfreundlicher Bahnhof überhaupt ausschaut!
Ich denke, die meisten haben so etwas noch nie gesehen!