Wirtschaft | Südtirols BIP

Wachstum unter Vorbehalt

Das ASTAT prognostiziert für Südtirol 2026 ein BIP-Wachstum von 1 %. Der Krieg im Nahen Osten und die US-Zölle machen die Vorhersage allerdings zu einer Gleichung mit vielen Unbekannten.
Wirtschaftswachstum unter Vorbehalt
Foto: Pixaby/ Montage: SALTO
  • Das Südtiroler Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte laut einer Einschätzung des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) 2025 um 0,9 Prozent wachsen. Das Wirtschaftswachstum war in Südtirol 2025 um 0,4 Prozentpunkte höher als im italienweiten Durchschnitt. Die Südtiroler Wirtschaft setzt damit den leichten Wachstumskurs des vergangenen Jahres fort. Zur Erinnerung: 2024 war ein Rückgang des BIP um 0,9 % zu beklagen.

    Für 2026 und 2027 wird in einer ersten Prognose ein Südtiroler Wirtschaftswachstum von einem Prozent erwartet. Bei diesen Werten wurde die Krise im Nahen Osten aber noch nicht miteinbezogen. 

  • Es soll nach oben gehen: Nach dem BIP-Einbruch 2024 scheint sich die Südtiroler Wirtschaft zu erholen. Foto: ASTAT
  • Blick in die Nachbarstaaten

    Auch in Österreich und Deutschland wird mit einem Wirtschaftswachstum gerechnet: Laut EUROSTAT dürfte das BIP 2026 in Österreich um 0,9 Prozent und Deutschland um 1,2 Prozent steigen. Für 2027 wird für die Europäische Union ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent prognostiziert, während für Italien ein Wachstum von 0,8 Prozent erwartet wird.

    Die Schätzungen sind allerdings von zunehmender Unsicherheit geprägt: Nach Ausbruch des Krieges im Iran Ende Februar haben sich die Wirtschaftsprognosen infolge der steigenden Gas- und Erdölpreise verschlechtert. Letztere könnten zu einem deutlichen Anstieg der Gesamtinflation führen. Auch die Unsicherheit in Bezug auf die US‑Zölle bleibt bestehen.

  • Lichtblicke in Tourismus und bei Konsumausgaben

    Südtirols Tourismussektor startete erfolgreich ins Jahr 2025 und verzeichnet einen neuen Rekord bei den Übernachtungen. Anders verhält es sich bei den Ausfuhren in die wichtigsten Handelspartner Österreich und Deutschland: Trotz einer leichten wirtschaftlichen Erholung in diesen Ländern nach zwei schwachen Jahren sinken die Südtiroler Exporte weiter – um 6,8 Prozent nach Österreich und 8,6 Prozent nach Deutschland.

    Gleichzeitig gibt es für die heimische Wirtschaft auch positive Signale: Die Erholung der Nachbarländer sowie die wirtschaftlichen Impulse der olympischen und paralympischen Winterspiele könnten spürbar wirken. Zudem bleibt der Arbeitsmarkt insgesamt stabil und bietet eine verlässliche Basis für die regionale Konjunktur.

    Auch die privaten Konsumausgaben in Südtirol zeigen 2025 ein moderates Plus von 0,7 Prozent, und für 2026 wird ein ähnlicher Anstieg erwartet. Allerdings sollten diese Zahlen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten durch den Krieg im Nahen Osten mit Vorsicht genossen werden.