Gesellschaft | Migrantenfamillien

66 Gemeinden nehmen Familien auf

Der Dienst für "Begleitetes Wohnen" startet in 66 Gemeinden. Familien mit Migrationshintergrund sollen schon bald von Bozner Hotels in temporäre Wohnungen ziehen können.
Arnaud Gillard/unsplash

Dieser Artikel ist für dich kostenlos. Unabhängiger Journalismus in Südtirol braucht aber deine Unterstützung. Wir würden uns daher freuen, wenn du ein SALTO Abo abschließen würdest. Vielen Dank!

Jetzt S+ abonnieren

Der neue Dienst „Begleitetes Wohnen für Familien mit Migrationshintergrund“ kann wie geplant in vielen Südtiroler Gemeinden starten. Ziel des Projekts ist es, Flüchtlingsfamilien, die derzeit in Hotels in Bozen untergebracht sind, in den Gemeinden geeigneten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Dort sollen sie – zunächst begleitet und unterstützt von Sozialdiensten der Gemeinden und Bezirksgemeinschaften – Schritt für Schritt ein selbstständiges Leben aufbauen können.

Die Voraussetzungen dafür hatte die Landesregierung Mitte Mai mit der Verabschiedung der entsprechenden Richtlinien geschaffen. Nun liegen die Rückmeldungen der Gemeinden vor: Mit Stichtag 8. Juni haben 66 Gemeinden positiv reagiert. 44 von ihnen teilten mit, bereits eine geeignete Wohnung für eine Familie bereitstellen zu können. Weitere 22 Gemeinden erklärten ihre Bereitschaft, weiter nach Wohnmöglichkeiten zu suchen und diese zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. 28 Gemeinden gaben hingegen an, derzeit keine Möglichkeit zur Aufnahme zu haben.

Soziallandesrätin Rosmarie Pamer zeigt sich mit der Resonanz zufrieden. Integration könne nur gelingen, „wenn sich alle daran beteiligen“, betont Pamer. Das Land werde die Geminden weiterhin begleiten und den Austausch untereinander fördern.

 

„Ich bin mir bewusst, dass die Voraussetzungen von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich sind“

 

Gegenüber SALTO zeigt sich die Soziallandesrätin auch über die schriftliche Stellungnahme hinaus zufrieden mit der Resonanz aus den Gemeinden. Besonders wichtig sei ihr, dass nicht nur jene Gemeinden reagiert hätten, die bereits eine Wohnung bereitstellen konnten. Viele andere hätten signalisiert, weiter nach Lösungen suchen zu wollen. „Es gab viel Solidarität und vor allem auch viel Verständnis für das Projekt“, so Pamer. Im Sommer wolle das Land jene Gemeinden, die noch keine Wohnung gefunden haben, erneut zur Weitersuche anregen.

„Ich bin mir bewusst, dass die Voraussetzungen von Gemeinde zu Gemeinde sehr unterschiedlich sind: Manche haben Gemeindewohnungen zur Verfügung, andere müssten auf WOBI-Wohnungen zurückgreifen oder auf den angespannten Wohnungsmarkt Rücksicht nehmen. Besonders in touristisch stark geprägten Gemeinden oder in der Nähe größerer Zentren ist es schwieriger, geeigneten Wohnraum zu finden. Aber ich habe das Gefühl, dass alle Gemeinden sich bemüht haben“, sagt Pamer. Nun gehe es darum, den Dienst schrittweise zu starten.