Gesellschaft | Regenbogenfahne

"Kindische Aktion"

Die Regenbogenfahne am Bozner Naturmuseum ist verschwunden. Angebracht war sie an einem Baugerüst neben dem Eingang des Museums. Direktor David Gruber kündigt an, eine neue Regenbogenfahne aufhängen zu wollen.
Screenshot Instagram Naturmuseum

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„Das ist eine kindische Aktion“, sagt der Direktor des Naturmuseums David Gruber in Bozen. Bis heute hing am Baugerüst neben dem Haupteingang des Museums eine Regenbogenfahne. Nun ist sie weg, vermutlich gestohlen. Eine Idee, wer die Fahne entwendet haben könnte, hat Museumsdirektor Gruber nicht. „Es kann nur jemand gewesen sein, dem Minderheitenrechte nicht so wichtig sind“, so Gruber.

 

„Es gibt keinen neutralen Standpunkt.“ 

 

Das Naturmuseum will auf jeden Fall eine neue Regenbogenfahne aufhängen. „Diesmal hängen wir sie aber so, dass man sie nicht so leicht wieder abhängen kann“, lacht Gruber. 

Ob er denn nicht findet, dass öffentlich finanzierte Körperschaften, wie das Naturmuseum, eine neutrale Position in Sachen Regenbogenfahne und Gay-Pride einnehmen müssten? Grubers Antwort: „Es gibt keinen neutralen Standpunkt. Sich nicht zu äußern, ist schon eine Meinung“. Das Naturmuseum stehe für Inklusion, Diversität, Offenheit und Partizipation, diese Werte würden durch die Regenbogenfahne vertreten und diese Werte stünden im vollem Einklang mit dem Kodex des internationalen Museumsrates.

Museumsdirektor Gruber, Bildungslandesrat Achammer: Das Naturmuseum steht für Inklusion, Diversität, Offenheit und Partizipation. privat, USP/Bruccoleri

Bildungslandesrat Philipp Achammer schließt sich der Position des Direktors des Naturmuseums vorbehaltlos an. Im Telefongespräch mit SALTO erklärt Achammer, dass er es „bemerkenswert“ finde, dass sich manche Leute an einem Symbol abarbeiten, das letztendlich für das Ideal des vorurteilfreien Zusammenlebens stehe. Achammer betont, dass die allermeisten Landesmuseen in irgendeiner Weise dem Pride Month Tribut zollten. „Neutral zu sein, ist keine Haltung“, so Achammer. „Ich teile ganz klar die Haltung für Fairness und Toleranz, für die die Regenbogenfahne ein Symbol ist.“ 

Seit einigen Monaten läuft im Naturmuseum die Fotoausstellung „Queere Tiere“, die von Exponenten rechtskonservativer Gruppierungen und Parteien kritisiert wurde. „Von Besuchern der Ausstellung habe ich nur positive Rückmeldungen bekommen“, erzählt Museumsdirektor David Gruber. 

Unterkriegen lässt man sich beim Naturmuseum in Bozen jedenfalls nicht. Heute, Donnerstag, 9. Juni, um 18 Uhr findet im Naturmuseum eine Veranstaltung mit dem Titel „Expedition ins Queer-Reich“ statt. Es referiert die Umweltjournalistin und Biologin Ismeni Walter.