Nicht nur etwas fürs Auge
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Jetzt S+ abonnierenOb am Straßenrand, neben dem Bahngleis oder einem Speicherbecken für die Wasserkraft – der Dachverband für Natur- und Umweltschutz unterstützt die Abteilung Straßendienst, die STA - Südtiroler Transportstrukturen AG und den Energieversorger Alperia bei der Umgestaltung eintöniger Landschaften in blühende Blumenwiesen. „Wir schaffen damit sozusagen Trittbrettbiotope im Land“, meinte der Geschäftsführer des Dachverbands, Hanspeter Staffler, bei der Vorstellung gestern Vormittag in Bozen.
Auf Blumenwiesen wachsen viele blühende krautige Pflanzen – umgangssprachlich Blumen genannt. Kein Lebensraum auf der Erde beherbergt derart viele Pflanzenarten auf engstem Raum, wird auf der Webseite des Projekts erklärt. In Südtirol finden sich Wiesen mit durchschnittlich 56 Pflanzenarten auf 100 Quadratmetern, im Vergleich dazu wachsen auf einer intensiv genutzten Wiese nur noch durchschnittlich 30 Pflanzenarten. Artenreiche Blumenwiesen sind über Jahrhunderte durch die früher übliche Bewirtschaftungsweise entstanden.
Mit dem Projekt sollen nun mit einem Gesamtbudget von rund 480.000 Euro in den nächsten drei Jahren rund 50.000 Quadratmeter Blumenwiesen entstehen. Finanziert wird das Projekt hauptsächlich von der Stiftung Südtiroler Sparkasse mit 240.000 Euro, den Rest finanzieren die Projektpartner selbst. Für Edith Ploner, Verwaltungsrätin bei der Stiftung, sei die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner ein „Netzwerk für unsere Heimat“, sagte sie.
Im Netzwerk sind für die fachliche Beratung auch Eurac Research, das Versuchszentrum Laimburg und der Verein Südtiroler Sortengarten vertreten. Außerdem ist ein wissenschaftliches Monitoring vorgesehen. Das 2024 gestartete Projekt „Blumenwiesen“ geht mit der fortgeführten Finanzierung der Stiftung Südtiroler Sparkasse nun in die zweite Runde. Waren es beim ersten Projekt Flächen von 30 Südtiroler Gemeinden, geht es dieses Mal um Grünflächen an Straßen, Gleisen und Alperia-Anlagen.
Aussaat und Mäharbeit
„Wir haben mit der Blumenaussaat im Jahr 2024 begonnen und haben dafür bereits insgesamt eine Fläche von 14.000 Quadratmetern neben Wasserkraftwerken, Umspannwerken oder Speicherbecken genutzt“, erklärte Thomas Trienbacher von Alperia. Im Jahr 2025 sollen mindestens weitere 5.000 Quadratmeter hinzukommen. Die STA hat für das Projekt Flächen entlang der Bahnlinie im Vinschgau ausgewählt, die Blühstreifen an der Straße sollen hingegen landesweit angelegt werden.
Wichtig sei dabei nicht nur die Auswahl lokal vorkommender Blumenarten, sondern auch die Pflege, betonte Kathrin Plunger, Leiterin der Arbeitsgruppe Landschaftsbau beim Versuchszentrum Laimburg. Um das Pflanzenwachstum zu fördern, sollen die Flächen außerdem zweimal im Jahr gemäht und die Samen für den nächsten Frühling aufbewahrt werden. Das gemähte Gras muss anschließend schnell weg, denn sogenannte magere Wiesen ohne Düngemittel wie Mist oder eben verrottendes Gras weisen eine höhere Biodiversität auf.
Der Dachverband für Natur- und Umwelschutz will so die Artenvielfalt in Südtirol schützen, die durch die intensive Landwirtschaft und den Klimawandel auch hierzulande bedroht ist. „Jedes Aussterben einer Art hat Auswirkungen auf elf weitere Arten. Wir müssen erst wieder verstehen, wie alles zusammenhängt“, erklärte Elisabeth Pircher vom Verein Sortengarten Südtirol.
Früher wurde der Stallmist…
Früher wurde der Stallmist dringend für die Äcker gebraucht, um die Erträgebis zu 2.500 kg/ha mit den alten Sorten (dzt. das 3 x) zu sichern. Für die heute „von der Bevölkerung gewünschten Blumen-reichen Mager-Wiesen war fast nichts mehr übrig!“
Der Miststock wurde von frei laufenden Hühnern fleißig bearbeitet. Das hat zu Stickstoff- + Substanz-Verlusten geführt. Die Jauche endete meistens in den Geilstellen um den Miststock herum + war auch wenn sie in einer Jauchegrube gesammelt wurde, kein sehr wirksames eher lästiges Düngemittel.
Sehr geschätzt war bei den Bauern, die sehr viel Heu von Almen gewonnen haben, der Miststock als Zwischen-Lagerung auf der Wiese, der die Substanz allerdings auf bis zu einem Drittel reduzierte.
Mit der Umstellung Gülle-Wirtschaft bei der Nährstoffe für die Wiese fast Verlust-los sehr schnell rotieren + dem Einsatz von mehr Kraft-Futter, werden die Wiesen ausreichend mit Nährstoffen versorgt, wo die Gräser allerdings die blühenden Kräuter zurück drängen.