Skifahren bis in alle Ewigkeit?
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Jetzt S+ abonnierenDer Präsident des Verbandes der Südtiroler Seilbahnunternehmer, Helmut Sartori, sprach in seiner Rede bei der heutigen Mitgliederversammlung der Organisation in der Messe Bozen von einer erfolgreichen Wintersaison und unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung der Branche für Südtirol. Was nicht thematisiert wurde: Zukünftige Herausforderungen, wie die Auswirkungen des Klimawandels, mit denen sich früher oder später auch der heimische Wintertourismus und die Wirtschaftsverbände auseinandersetzen werden müssen.
In Sartoris Bericht bei der Ordentlichen Mitgliederversammlung der Südtiroler Seilbahnunternehmer lag der Fokus auf nackten Zahlen: Im vergangenen Winter gab es 14,77 Millionen Nächtigungen in Südtirol – ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Außerdem kamen 60 neue Arbeitsplätze in den heimischen Skigebieten und sechs neu gebaute Aufstiegsanlagen hinzu. Laut Sartori kämen pro 1 Million Euro Einnahmen der Aufstiegsanlagen modellhafte regionale Effekte von 5,63 Millionen Euro an touristischen Ausgaben, 9,36 Millionen Euro an lokalem Umsatz und 4,53 Millionen Euro an Wertschöpfung im Land zustande.
Außerdem gelang es den zwei größten Skiverbünden etwa 110.000 Saisonskipässe zu verkaufen. 64 Prozent mehr als noch vor 10 Jahren. Auch im Olympiamonat Februar konnte laut Sartori „ein Plus“ verzeichnet werden. Gleichzeitig räumt er ein, dass dieser „für einige unserer Mitglieder negativ behaftet war“. Damit gemeint sind offenbar Verschiebungen im Gästefluss im Umfeld der Olympischen Winterspiele, die in Teilen des Landes eher zu einer Umverteilung der Besucherströme als zu einer zusätzlichen Nachfrage geführt hätten.
Wer erhebt die Zahlen?
Wie im November 2025 wurde auch bei dieser Veranstaltung die Zahl 284,5 Millionen hervorgeholt: So viele Euro an Steuergeldern nahm Südtirol dank der Seilbahnunternehmen in der Saison 2023/24 ein. So zumindest steht es in einer Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers, die von den Seilbahnunternehmen in Auftrag gegeben wurde.
Kritiker wie die Grünen oder Umweltverbände werfen der Branche vor, solche Daten als „PR-Werkzeug“ zu nutzen. SALTO berichtete 2025 darüber. Sie argumentieren, dass rein ökonomische Studien die ökologischen Folgekosten, den zunehmenden Overtourism und die Verkehrsbelastung ausblenden.
Was die Klimaforschung prognostiziert
Auch der Begriff „Klimawandel“ kommt in Sartoris Bericht kein einziges Mal vor. Dabei dürfte gerade dieses Phänomen die Rahmenbedingungen für den Wintertourismus in den kommenden Jahrzehnten wesentlich verändern. Insbesondere die Tatsache, dass in den Sommermonaten aktuell lediglich 10 Prozent des Jahresumsatzes der Seilbahnen erzielt wird, erhält vor dem Hintergrund der Klimaprojektionen eine besondere Relevanz.
Laut Berechnungen der EURAC soll die durchschnittliche Jahrestemperatur in Südtirol bis zur Mitte des Jahrhunderts (2041–2070) je nach Emissionsszenario um rund 1,6 °C (RCP4.5) bzw. 2,3 °C (RCP8.5) im Vergleich zum Zeitraum 1981–2010 ansteigen. Bis zum Ende des Jahrhunderts (2071 bis 2100) könnten es im pessimistischsten Szenario sogar 4,2 °C sein.
Bereits der Klimareport der EURAC von 2018 ließ darauf schließen, dass der Klimawandel auch für die Schnee- und Bergwelt Auswirkungen haben wird: Laut EURAC führt der Anstieg der Temperaturen im Alpenraum zu einer deutlichen Verschiebung der Niederschlagsformen: Im Winter fällt ein größerer Anteil als Regen statt als Schnee, zugleich setzt der Schneefall später ein und die Schneeschmelze beginnt früher. Dadurch verkürzt sich die Dauer der Schneebedeckung spürbar. Bis zum Ende des Jahrhunderts wird ein Anstieg der Schneegrenze um rund 700 Meter erwartet. In mittleren Höhenlagen hätte dies gravierende Folgen: Auf etwa 1500 Metern Seehöhe könnte die Schneemenge um 80 bis 90 Prozent zurückgehen.
„Skifahren ist nicht tot“
Obwohl in Sartoris Bericht zwar auch beschrieben wird, dass in der vergangenen Saison kein Skigebiet ohne technische Beschneiung im November pünktlich hätte öffnen können, findet er es „schade, dass wir in unserem Land, sozusagen dem Geburtsland der Seilbahn und Dreh- und Angelpunkt für alle Innovationen des Sektors, darüber diskutieren, ob Seilbahnen nachhaltig und somit noch zeitgemäß seien.“ Auch da die Südtiroler Seilbahnen „aufgrund der Effizienz, Sicherheit, Nachhaltigkeit, Innovation und mit nur geringem Eingriff in die Umwelt überzeugen“. Insbesondere betont er, dass die Südtiroler Skigebiete gerade einmal 0,5 Prozent der Gesamtfläche des Landes ausmachen und nur „ein kleiner Bruchteil dieser 0,5 Prozent“ von Speicherbecken belegt wird.
„Erinnern wir uns nicht mehr an jene Zeiten, in denen das Leben in den Bergen von Armut und Entbehrungen geprägt war und viele Täler und Dörfer von Abwanderung bedroht waren?“, fragte Sartori bei der Vollversammlung der Südtiroler Seilbahnunternehmer. „Dank des Angebots, das wir Seilbahnunternehmer in den entlegenen Tälern schaffen, und dank des Tourismus gibt es heute Arbeitsplätze, kulturelle Veranstaltungen, Spitzenrestaurants und ein lebendiges Vereinsleben“.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Seilbahnbranche steht heute außer Frage. Offen bleibt jedoch, wie sich ihr Geschäftsmodell unter den Bedingungen eines sich erwärmenden Alpenraums langfristig entwickeln wird.
Der Artikel wurde am 11.06.2026 um 12:10 Uhr aktualisiert.
„.... eine Million Euro…
„.... eine Million Euro nahmen die Seilbahnen in den Wintermonaten ein....“ und „284,5 Millionen.... Euro an Steuergeldern...“ mussten sie entrichten.
Die Armen! Und sie jubeln auch noch!
Und wieviel an Förderungen…
Und wieviel an Förderungen haben sie bekommen, wenn sie so brav siviel5Steuern zahlen(woger kommen eigentlich diese Zahlen?} ? Kann das jemand rausfinden?
„Das mit den STEUERN-zahlen,…
„Das mit den STEUERN-zahlen, >a r t e t< mit den angeblich WIRTSCHAFTs-fördernden ABSCHREIBE-GESETZTEN zu wirtschaftlich unsinnigsten Investitionen aus!“
Allerhöchste Zeit für die Politiker um die STEUER-vermeidenden ABSCHEIBE-GESETZE ab-zu-setzen, dass „wenigstens die von den gütigen Landes-Räten gewährten Beiträge“ bei den „hoch-profitablen Anlagen zurück-kommen!“
„modellhafte regionale…
„modellhafte regionale Effekte von 5,63 Millionen Euro an touristischen Ausgaben, 9,36 Millionen Euro an lokalem Umsatz und 4,53 Millionen Euro an Wertschöpfung im Land zustande.“ da werden frei erfundene Hausnummern und pseudowichtige erfunden Begriffe („modellhafte regionale Effekte “) durch die Gegend geschleudert, dass einem hören und sehen vergeht.
Und bei keiner Seilbahner-Märchenstunde darf der selbst ernannte „Experte“ Günther Aigner fehlen. diesmal also als „Skitourismusexperte“, früher nannte er sich „Schnee-Experte“, in Wirklichkeit ist er ein Erfinder. Ein Erfinder von irgendwelchen Zahlen. :)
„Erinnern wir uns nicht mehr an jene Zeiten, in denen das Leben in den Bergen von Armut und Entbehrungen geprägt war und viele Täler und Dörfer von Abwanderung bedroht waren?“ - ja natürlich, da zerfetzt es einem das herzele. :)